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Im Test: Children of Morta (Steam, GOG.com)

Man nehme die Zutaten Rogue-lite, Hack’n’Slash und eine Prise Familiendrama, verfeinert das Ganze mit einem wunderschönen, handgezeichneten 2D-Pixellook und gibt zu guter letzt einen verträumt schönen Soundtrack hinzu. Fertig ist das leckere Indie-Schnitzel der Extraklasse. Warum genau Children of Morta so gut ist, wie es ist, könnt ihr in unserer Review nachlesen.

In Children of Morta erleben wir die Geschichte der Bergsons. Eine Familie von Helden, die ihres Zeichens die Wächter des Berges Morta sind. Als eine mysteriöse Fäulnis den Berg bedroht, entschließen sich die Bergsons, dem Mysterium auf die Spur zu gehen und das Land Rea von der Fäulnis zu befreien. Doch überraschenderweise erleben wir in Children of Morta keine klassische Weltenretter-Geschichte, sondern die Geschichte einer Familie, die in dunklen Zeiten über sich hinauswächst und durch Mut und Zusammenhalt fast alles erreichen kann. Erzählt wird die Geschichte von einem angenehm vertonten Sprecher, fast als würde man einer Erzählung lauschen. Im Haus der Bergsons, welches gleichzeitig auch als unser ausbaubarer Stützpunkt dient, lernen wir so zwischen den Kapiteln die einzelnen Familienmitglieder kennen, erfahren mehr über deren Bande, Motivationen und was sie antreibt. Vom verspielten Jüngling Kevin bis hin zum stoischen Familienvater John – die Charaktere könnten unterschiedlicher nicht sein. Jedes Familienmitglied hat seine eigenen Talente und Fähigkeiten, doch spielbar sind nur sechs der Bergsons, während die anderen uns mit ihrem Wissen oder der Fertigkeit, Ausrüstung auszubauen, weiterhelfen.

Haben wir dem Treiben im Haus der Bergsons beigewohnt, geht es ans Eingemachte. Wir wählen zu Beginn aus einem von zwei Charakteren aus, mit dem wir unseren ersten „Run“ starte wollen. Ganz recht, Children of Morta bietet ein Roguelite-System. Die zu bestreitenden Dungeons werden jedes Mal neu generiert und in drei Abschnitte unterteilt. In den jeweiligen Abschnitten kommen wir dann wahlweise Questevents oder speziellen Quest-relevanten Gegenständen entgegen. Sollten wir mal während eines Runs das Zeitliche segnen, ist aber nicht viel verloren, außer der Fortschritt im jeweiligen Dungeon. Alle gefundenen wichtigen Items, Erfahrung und Storyfortschritte bleiben uns glücklicherweise auch nach dem Tod erhalten. Nach jedem Ableben begrüßt das Spiel zudem mit neuen Begebenheiten im Haus der Bergsons, sodass man nicht direkt wieder von Neuem dem Tode ins Auge blicken muss. Man macht trotz der gerade zu Beginn des Spieles häufigen Tode aber immer ein wenig Fortschritt, so vermeiden die Entwickler Frust und halten den Spieler bei der Stange. Haben wir ein paar Runs bestritten und unsere Ausrüstung sowie unsere Attribute verbessert, werden auch anfangs fast unüberwindbare Zwischenbosse bezwingbar. Interessant ist, dass wir hier, ähnlich wie bei Genrekollegen, oftmals aber etwas vom RNG abhängig sind. In den Dungeons selbst finden wir Items, die nur für den jeweiligen Run nutzbar sind. So beschwören wir zum Beispiel geisterhafte Schwerter, die für uns kämpfen, werden kurzzeitig unsichtbar oder heilen mit jedem Schlag etwas Gesundheit. Sowohl passive als auch aktive Boni lassen sich in den Dungeons finden. Sterben wir, geben wir die Boni wieder ab und haben bei einem neuen Run die Möglichkeit, auf neue Kombinationen an nützlich Items.

Die bisher von uns entdeckten Fähigkeiten und Items waren alle sehr gut gebalanced und wir hatten zu keiner Zeit das Gefühl, eine „Winning Kombo“ zu haben. 

Jeder der Bergsons bringt eine andere Spielweise und seine eigenen Fertigkeiten mit sich. Vater John setzt auf Schwert und Schild, während Tochter Linda die Fernkampfspezialistin ist. Jeder der sechs spielbaren Charaktere spielt sich komplett anders und hat seinen eigenen Skilltree. Haben wir genügend Monstern den Scheitel gezogen, steigen wir eine Stufe auf und erhalten einen Fertigkeitenpunkt, mit dem wir dann im Skilltree eine Fertigkeit freischalten können. Haben wir genügend Fertigkeiten freigeschaltet, steigen wir im Fertigkeitenlevel auf. Der neue Level bringt nicht nur eine Reihe an neuen Techniken für den jeweiligen Charakter mit sich, sondern auch einen passiven Bonus, der der gesamten Familie zu gute kommt. Es lohnt sich also mit allen freigeschalteten Familienmitgliedern Runs zu machen, um so möglichst viele passive Boni freizuschalten und das Abenteuerleben einfach zu gestalten. Denn gerade zu Beginn des Spiels bietet Children of Morta einen fordernden Schwierigkeitsgrad. Sämtliche im Haus erworbene Upgrades und Verstärkungen betreffen übrigens auch die gesamte Familie, wenn man also länger mit seinem Favoriten gespielt hat, bleiben ungespielte Charaktere keinesfalls hilflos zurück.

Technisch zeigt sich Children of Morta von seiner besten Seite. Das Spiel begeistert mit seinem sehr detailverliebten 2D-Pixellook, der auch mit großartigen Animationen und klasse Waffeneffekten punkten kann. Begleitet wird die Optik von einem wunderschön verträumten Soundtrack sowie einem tollen Sprecher, der die emotionale Geschichte wunderbar passend erzählt. Hier gibt es wirklich nichts zu beanstanden.

Fazit:
Children of Morta schlägt eine gute Spanne zwischen interessanten Charakteren, märchenreifem Storytelling, packendem Gameplay und herausforderndem Schwierigkeitsgrad, ohne dabei je unfair zu wirken. Der handgezeichnete Pixellook steht dem Spiel unverschämt gut und der liebevoll komponierte Soundtrack rundet die Gesamtpräsentation gelungen ab. Wer Lust auf ein charmant erzähltes Indie-Roguelite mit ansprechender Progression und knackigem Gameplay hat, macht bei Children of Morta nichts falsch. Ein gelungener Auftakt in den Spieleherbst 2019.

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