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Im Test: Escape Dead Island

Dead Island 2 erscheint bekanntlich erst im nächsten Jahr und um die Wartezeit etwas zu verkürzen, ist nun mit Escape Dead Island ein Action-Adventure als Spinoff erschienen. Wie gut das neue Werk des schwedischen Entwicklerstudios Fatshark geworden ist, verrät unser Test!

Über die Entwickler:
Für die Entwicklung von Escape Dead Island zeichnet sich das schwedische Studio Fatshark verantwortlich. Fatshark hat mit Lead to Gold, Hamiltons Great Adventure oder War of the Roses bereits sein Können unter Beweis gestellt und versucht sich nun mit Escapde Dead Island erstmals an einem bekannten Franchise.

Darum geht es:
In Escape Dead Island begleiten wir Cliff Calo auf der Reise zur Insel Narapela, wo sie dem Ursprung der Zombie-Seuche auf den Grund gehen wollen. Doch Cliff ist von vielen Wahnvorstellungen geplagt und schnell kommen Zweifel auf, ob die Ereignisse überhaupt real oder nur eingebildet sind.

Das macht das Spiel besonders:
Escape Dead Island unterscheidet sich in einigen Dingen von den typischen Zombiespielen. Allen voran wäre da der Comicstil, der irgendwie wie eine Mischung aus The Walking Dead und Borderlands wirkt, sich durch seine wesentlich buntere Farbpalette aber von den beiden genannten dennoch unterscheidet. Auch in Sachen Handlung bietet der Titel einige frische Ansätze. Zwar sind auch hier zahlreiche öde Klischees vorhanden, aber die psychedelische Reise in die Abgründe unserer Spielfigur sorgt einfach für frischen Wind und die Tagträume oder Halluzinationen funktionieren eben auch in Verbindung mit der Comicgrafik sehr gut. Auch das Gameplay ist mit seiner Mischung aus Stealtheinlagen, Kämpfen und Adventure-Elementen eher untypisch, auch wenn die Umsetzung Luft nach oben besitzt. Sogar leichte Metroidvania-Elemente sind vertreten, denn einige Gebiete sind erst nach dem Einsammeln von bestimmten Ausrüstungsgegenständen zugänglich. Escape Dead Island zeigt, dass eine solche Mischung durchaus über jede Menge Potenzial verfügt und ich würde mir wünschen, wenn sich auch ein anderer Entwickler daran versuchen würde!

Das könnte das Spiel besser machen:
Leider muss man ganz klar sagen, dass die Mankos in Escape Dead Island deutlich überwiegen. So ist der Grafikstil nicht nur sehr gewöhnungsbedürftig, sondern eben auch sehr schwach texturiert und animiert. Hinzu kommen technische Fehler, wie z.B. viele Clipping-Fehler. Die Story besitzt wirklich einige interessante Aspekte, speziell die Wahnvorstellungen sind erfrischend, jedoch wirken vor allem die Dialoge oftmals unfreiwillig komisch. Der Gameplay-Mix aus Stealth, Action und Adventure funktioniert zwar recht solide, ist letztlich aber zu limitiert und einfach gestrickt. Zumal man letztlich eh am meisten damit beschäftigt ist, Zombies zu killen. Auch die KI der Zombies lässt zu wünschen übrig. Manchmal sind beispielsweise lautlose Kills möglich, obwohl wir direkt vor dem Zombie stehen, ein anderes Mal werden wir aber bereits von weitem erkannt und attackiert. Die Spielwelt weist ebenfalls einige Kritikpunkte auf, weil sie alles andere als detailverliebt umgesetzt wurde und über zu wenig Interaktionsmöglichkeiten verfügt.

Preis/Leistungsverhältnis:
Escape Dead Island wird zum Vollpreis von 40 Euro auf Steam und im Handel angeboten und das ist vermutlich auch der größte Fehler, der hier begangen wurde. Als Downloadspiel für maximal 15 Euro hätte das Spiel nämlich sicher eine bessere Figur abgegeben und wäre auch bei der Presse besser davon gekommen. Für den Vollpreis bekommt man aber schon allein aufgrund der fünf Stunden lange Kampagne und dem fehlenden Wiederspielwert zu wenig geboten.

Fazit:
Eines vorweg: Escape Dead Island ist meiner Meinung nach bei weitem nicht so schlecht, wie es von einigen amerikanischen Medien bewertet wurde. Stattdessen verfügt der Mix aus Stealth-, Action- und Adventure-Spiel wirklich über einige interessante neue Ansätze, die dem eigentlich ziemlich eintönigen Zombie-Genre frischen Wind einhauchen. Das Problem ist nur, dass das Gameplay viel zu einfach gestrickt ist, die Dialoge oftmals unfreiwillig komisch wirken, der Hauptcharakter zu blass wirkt und die ohnehin schon gewöhnungsbedürftige Optik mit technischen Fehlern zu kämpfen hat. Hinzu kommt, dass Escape Dead Island mit einer Spiellänge von fünf Stunden alles andere als umfangreich ist. Ein Kauf zum Vollpreis dürfte sich also nur für absolute Hardcore-Fans lohnen. Fans von Dead Island oder Zombiefans im Allgemeinen, sollten dagegen einen Blick wagen, wenn das Spiel die 10 Euro-Grenze knackt oder in der Videothek zu haben ist. Hinter den zahlreichen Fehlern verbirgt sich nämlich eine durchaus interessante Reise in die menschliche Psyche unseres Protagonisten – mit einem Mindfuck-Ende inklusive!

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