Im Test: Valkyria Chronicles 4 (PC, PS4, One, Switch)

Vor genau 10 Jahren ist mit Valkyria Chronicles ein moderner RPG-Klassiker auf der Playstation 3 erschienen. Nach den beiden Nachfolgern auf der Playstation Portable kehrt die Reihe nun mit Valkyria Chronicles 4 endlich wieder auf die Heimkonsolen (und auch den PC) zurück. Unser Test klärt auf, ob es sich hierbei auch um einen würdigen Nachfolger handelt.

Die Handlung von Valkyria Chronicles 4 ist interessanterweise weder nach noch vor dem ersten Teil angesiedelt. Stattdessen spielt sie zur gleichen Zeit, jedoch begleiten wir eine völlig andere Gruppe von Soldaten. Angeführt von dem Kommandanten Claude Wallace begibt sich hier die Truppe E auf die waghalsige Mission, die Hauptstadt des Imperiums einzunehmen.

Natürlich ist das bereits aus den Vorgängern bekannte BLiTZ-Kampfsystem wieder mit von der Partie. Dieses verbindet klassische Rundenstrategie mit einem Third-Person-Action-Spiel. In der Planungsphase kommandieren wir unsere Truppenmitglieder auf Kosten von Aktionspunkten. Danach wechselt das Spielgeschehen in den Third-Person-Modus, wo wir unsere Truppenmitglieder in Echtzeit in einem begrenzten Bewegungsradius bewegen können. Hier können wir wahlweise in Deckung gehen, unsere Gegner beschießen oder auch Items einsetzen bzw. Kameraden heilen.

Der optimale Einsatz der verschiedenen Klassentypen ist wieder mal der Schlüssel zum Erfolg. Mit den Scharfschützen kann man die Gegner problemlos aus der Entfernung ausschalten, die Aufklärer erkunden die Umgebung und die Lanciers dienen bestens im Kampf gegen feindliche Panzer. Neben weiteren Klassen wie den Pionieren und den Stoßtruppen gibt es nun mit den Grenadieren eine brandneue Klasse. Diese eignet sich bestens dafür, um Deckungen zu sprengen oder allgemein Ziele mithilfe von Mörsern in erhöhten Positionen zu eliminieren.

Auf den ersten Blick unterscheidet sich Valkyria Chronicles 4 spielerisch eigentlich nur geringfügig von dem berühmten ersten Teil. Beim genauen Hinsehen und längeren Spielen fällt jedoch auf, dass das Spiel an vielen Stellen sehr sinnvoll verbessert und erweitert wurde. So sind die Schlachtfelder nun ein gutes Stück größer, was zur Folge hat, dass in den Kämpfen mehr Einheiten zum Einsatz kommen können. Neu sind auch die Schneeumgebungen, welche nicht nur optisch, sondern auch spielerisch für Abwechslung sorgen. Einerseits verraten die Fußabdrücke die Positionen der Gegner, andererseits sorgen gefährliche Blizzards dafür, dass unsere Weitsicht verloren geht. Im späteren Verlauf des Spiels haben wir auch Zugriff auf das Schlachtschiff Centurion. Hiermit können wir unter anderem Teile der Karte aufdecken oder auch feindliche Stellungen angreifen. Ebenfalls nützlich ist nun die Möglichkeit, bis zu zwei Soldaten an einen Anführer koppeln zu können. Diese Funktion ist vor allem deshalb interessant, weil die Gefolgsleute dadurch keine Ausdauerpunkte verbrauchen.

Der Umfang des Spiels kann sich natürlich wieder mehr als sehen lassen. Wer sich nur auf die Hauptmissionen konzentriert, benötigt bereits mehr als 30 Spielstunden. Spielt man dagegen auch noch die Nebenmissionen, um beispielsweise die interessanten Hintergrundgeschichten der Truppenmitglieder erfahren zu wollen, kann das Spiel auch gut und gerne bis zu 60 Spielstunden andauern.

Optisch setzt Valkyria Chronicles 4 wieder auf einen einzigartigen Grafikstil, welcher den Animestil mit einer Aquarell-Optik vereint. Verglichen mit den vorherigen Teilen ist die Grafik nun um einiges detaillierter, farbenfroher und abwechslungsreicher. Die größtenteils sehr gut inszenierten Zwischensequenzen treiben die spannende und emotionale Handlung voran, während uns der grandiose Soundtrack von Hitoshi Sakimoto stets im Spiel begleitet. Mich persönlich hat es auch äußerst positiv überrascht, dass das Spiel mit deutschen Bildschirmtexten daher kommt. Die Synchronisationen liegen dagegen wahlweise in englisch oder japanisch vor. Auch wenn ich letztere Variante bevorzuge, kann sich auch die englische Variante hören lassen.

Fazit:
Fans können beruhigt sein, denn nach dem ziemlich enttäuschenden Valkyria Revolution findet die Reihe mit Valkyria Chronicles 4 wieder zur alten Stärke zurück! Streng genommen bietet Teil 4 zwar nicht allzu viele Neuerungen, dafür wurde das Spiel aber an den richtigen Stellen verbessert. So ist das Spiel hübscher denn je, die Kämpfe sind spaßiger und taktisch anspruchsvoller und die Karten sind optisch um einiges größer und anspruchsvoller. Für mich ist Valkyria Chronicles 4 jedenfalls qualitativ auf einer Stufe mit dem ersten Teil!