Im Test: The Surge (PC, XBOX One, PS4)

Das Frankfurter Entwicklerstudio Deck 13 bleibt nach Lords of the Fallen dem Soulslike-Genre treu, verschiebt das Spielgeschehen von The Surge aber von einem Fantasy-Setting in ein düsteres Sci-Fi-Setting. Wieso hier ein Geheimtipp dabei herausgekommen ist, deckt unser Testbericht zu The Surge auf!

In The Surge erstellen wir uns keinen eigenen Charakter, sondern schlüpfen in die Rolle von Warren, der bei dem Megakonzern CREO seinen ersten Arbeitstag in seinem Exo-Suit antritt. Unglücklicherweise geht aber irgendwas schief und sowohl die Roboter als auch die KI und die anderen Mitarbeiter drehen durch und wir finden uns in einem blutigen Chaos wieder. Für uns gilt es jetzt, zu überleben und den Grund für das Chaos aufzudecken.

Das Spiel gehört, wie anfangs schon erwähnt, dem Soulslike-Genre an, wurde also spielerisch von Spielen wie Dark Souls, Bloodborne und Co. inspiriert. Das Gameplay besteht also auch hier zu großen Teilen aus Kämpfen und dem Erkunden der gefährlichen Spielwelt. Wie man es von anderen Vertretern des Genres kennt, stellen hier wirklich alle Gegner eine absolute Gefahr dar und eigene Fehler werden gnadenlos betraft und das gesammelte Altmetall (das Pendant zu den Seelen) geht verloren. Man sollte also jede Umgebung mit äußerster Vorsicht erkunden, was meiner Meinung nach auch einfach den Reiz an dem Genre ausmacht!

In den Kämpfen steht uns ein innovatives Zielsystem zur Verfügung, welches uns ermöglicht, einzelne Körperteile des Gegners anzugreifen. Dieses hat zum einen den Vorteil, dass wir die Schwachstellen der Gegner direkt angreifen können. Außerdem kommen wir aber auch nur durch das gezielte Abtrennen der gegnerischen Körperteile in den Besitz der verschiedenen Waffen- und Rüstungsteile.  Wenn Euch also eine bestimmte Rüstung besonders gut gefällt, müsst ihr sie nur vom Gegnern abtrennen!

Ebenfalls ziemlich einfallsreich ist die Charakterentwicklung in The Surge umgesetzt worden. Wir steigern nicht nach jedem Levelup bestimmte Attribute, sondern können unseren Exo-Suit mit verschiedenen Implantaten versehen, die uns unterschiedliche Boni gewähren. Je höher unser Level, desto mehr und bessere Implantate können verwendet werden. Beispielsweise erhöhen diese die Wirkung und Anzahl der Heilitems, steigern Werte wie HP, Ausdauer und Energie oder aber sorgen für Bonusschaden und mehr Erfahrungspunkte.

Auch von The Surge insgesamt ein guter Vertreter des Genres ist, gibt es zwei Punkte, in denen das Spiel einem Dark Souls oder Bloodborne nicht das Wasser reichen kann. So ist das gesamte Leveldesign einfach nicht so ausgeklügelt und durchdacht wie etwa bei Dark Souls und den Bosskämpfen mangelt es an echten Krachern und Highlights. Einigesind viel zu leicht zu durchschauen und stellen vor allem für Veteranen nur eine geringe Herausforderung dar. Das größte Problem ist aber, dass es insgesamt einfach nur fünf Bosskämpfe im Spiel gibt.

Die technische Umsetzung von The Surge ist wirklich gut gelungen. Allgemein ist es den Entwicklern sehr gut gelungen, ein düsteres Scifi-Setting mit viel Atmosphäre einzufangen. Hinzu kommt, dass das Design vieler Gegner sich wirklich sehen lassen kann. Auch die Geräuschkulisse trägt so einiges zur guten Atmosphäre des Titels bei. Schade nur, dass es den Umgebungen später aber gehörig an Abwechslung mangelt und sich optisch leider vieles wiederholt. Nichts zu meckern gibt es dagegen bei der Performance, die sowohl auf dem PC, als auch der PS4 (Pro) und XBOX One überzeugen kann.

Für den ersten Durchgang von The Surge benötigt man ungefähr 25 bis 30 Spielstunden. Danach wartet ein interessanter New Game+ Modus auf uns, der mit deutlich stärkeren und unterschiedlicher platzierten Gegnern aufwartet. Mehrspieler-Modi, wie man sie aus Dark Souls oder Bloodborne kennt, gibt es allerdings nicht. Dieses Spiel richtet sich ausschließlich an Solisten!

Fazit:
Während man Lords of the Fallen getrost als Dark Souls-Kopie bezeichnen kann, ist The Surge dagegen viel mehr eine ernstzunehmende Alternative geworden. Zwar bedient sich auch The Surge zum Großteil an dem bekannten Soulslike-Spielprinzip, aber es gelingt den Entwicklern, mit vielen interessanten Einfällen genügend eigene Akzente zu setzen. Als Beispiel sind hier etwa das Abtrennen der Körperteile oder die Charakterentwicklung durch die Implantate zu erwähnen.

In Sachen Bosskämpfe, Leveldesign und Story kann es The Surge aber leider nicht mit den Vorbildern aus dem Hause From Software aufnehmen, auch wenn hier immer noch ein deutlicher Fortschritt im Vergleich zu Lords of the Fallen zu erkennen ist.

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