Im Test: Fantasy Hero ~unsigned legacy~ (Switch)

Rund vier Jahre nach dem Release auf PlayStation Vita findet Fantasy Hero ~unsigned legacy~ seinen Weg auf die Nintendo Switch und somit den Weg auf den heimischen TV oder die Hände interessierter Spieler. Damals erntete das Spiel nur mittelmäßige Reviews und wurde kritisiert für seinen uninspirierten Plot und das eher schlechte Gameplay. Wie sieht es im Jahr 2018 aus?

Fantasy Hero ~unsigned legacy~ ist eine Mischung aus Hack and Slash und Dungeon Crawler. Zu Beginn des Spiels wählt ihr aus vier verschiedenen Charakteren. Acress ist ein Schwertkämpfer und setzt somit auf Nahkampf, Mask ist ein muskelbepackter Nahkämpfer, der auf schwere Angriffe setzt, Haul lässt am liebsten seine Pistolen sprechen und ist somit der klassische Fernkämpfer und Ashta befehligt ihren Roboter in die Schlacht. Am eigentlichen Storyverlauf ändert die Wahl des Charakters nichts, denn in Zwischensequenzen tritt die gesamte Truppe auf.

Die Geschichte in Fantasy Hero ist eine, die uninspirierter nicht sein könnte. Die Decoder, eine Monsterrasse, hat die Welt übernommen, die meisten Menschen getötet und somit das Schicksal der Welt gedreht. Die Menschheit scheint verloren, doch als Hero Artes, ein neues Material entdeckt wird, scheint es einen Hoffnungsschimmer zu geben und es liegt am Spieler und seinen Freunden, das Gleichgewicht der Welt wiederherzustellen und die Menschheit zu retten. Während ihrem Verlauf wartet die Geschichte leider nicht mit überraschenden Wendungen auf und gerät ziemlich in den Hintergrund. Sie dient als Mittel zum Zweck und war uns während unserem Test sogar fast schon ein Dorn im Auge, da sie das eigentlich gute Gameplay-Grundgerüst unterbricht und den Spielfluss stört.

Der Gameplay-Mittelpunkt des Spiels liegt darauf, mit Charakteren Missionen zu bestreiten. Meist handelt es sich hierbei um „Töte XX Anzahl Monster“, „Begleite Charakter X“ oder „Sammle X Items“. Die eigentlichen Missionsziele sind somit recht simpel gestrickt und dienen dafür Kontext zu geben, wieso ihr Monstern eins über die Rübe zieht. Missionen nehmt ihr im Hub an einem Community Billboard an. Unterteilt in verschiedene Schwierigkeitsgrade sowie Haupt-, Neben- sowie EX-Missionen. Ex-Missionen geben euch die beste Ausrüstung und die meisten Erfahrungspunkte, Hauptmissionen bringen die Geschichte voran und Nebenmissionen dienen rein dazu, Ausrüstung zu bekommen und eure Charaktere zu stärken. Was auch bitter nötig ist, denn der Schwierigkeitsgrad von Fantasy Hero ist nicht ohne. Was besonders ärgerlich ist, wenn man in einer Mission stirbt, selbst in den Hauptmissionen, heißt es komplett von vorne beginnen. Keine Checkpoints lassen die Missionen manchmal recht frustig erscheinen, da ihr euch teils überwältigenden Horden Gegnern stellen müsst. Wenigstens bekommt man nach dem Ableben einen Teil der verdienten EXP gutgeschrieben, um so beim nächsten Mal stärker an die Aufgabe zu gehen. Habt ihr genügend EXP gesammelt, steigt ihr im Level und erhaltet somit mehr Lebenspunkte und Fähigkeitenpunkte, die ihr in euren Fähigkeitenbaum stecken könnt. Der Fähigkeitenbaum unterteilt sich in drei Unterpunkte, Waffe, Magie oder Verbesserungen für Gesundheit und Vitalität. Was recht simpel wirkt, merkt ihr sofort im Kampf gegen die Decoder.

Eure Ausrüstung definiert euren Charakter. Sammelt ihr Waffen, verfügen diese in bester Action-RPG-Manier über verschiedene Boni und Grundwerte. Alles was ihr sammelt lässt sich im HUB beim Schmied verbessern oder gar verzaubern und stärken. So habt ihr die Möglichkeit, eure Waffen mit einem Gifteffekt zu versehen, um euren Gegnern Schaden über Zeit zu verursachen oder eure Waffen mit Blitzen zu verstärken. Die Anpassungsmöglichkeiten liefern keine Überraschungen, wenn man mit dem Genre bekannt ist, bieten jedoch in den Missionen den entscheidenden Vorteil eure Feinde zu vernichten.

Das Kampfsystem selbst spielt sich einfach. Ihr habt einen schwachen und starken Angriff, könnt springen und ausweichen sowie charakterspezifische Spezialfertigkeiten auslösen. Was in den ersten Stunden noch ganz unterhaltsam ist, wird im späteren Verlauf des Spiels leider sehr eintönig und wenig motivierend. Das Upgrade- und Fähigkeiten-System lässt wenig Spielraum offen für Experimente. Euer Charakter wird sich zum Ende des Spiels nicht viel anders spielen als zu Beginn. Gepaart mit dem hohen Schwierigkeitsgrad sowie den nicht vorhandenen Checkpoints bleibt die Motivation somit recht schnell auf der Strecke und das Spiel verkommt zu Frust.

Über den Frust kann auch leider die angestaubte Optik nicht hinwegtäuschen. Sieht das Spiel im Handheldmodus noch akzeptabel aus, wirkt das Spiel auf dem TV wie ein spätes PS2 Spiel.

Fazit:
Fantasy Hero ~unsigned legacy~ spielt sich wie ein Spiel aus einer anderen Zeit. Wäre dieses Spiel vor circa 15 Jahren erschienen, wären die Stimmen mit Sicherheit etwas positiver ausgefallen. Im Jahr 2018 wirkt FHUL leider unglaublich antik und angestaubt, hält keine Überraschungen in der Geschichte in der Hinterhand und geißelt den Spieler mit simplem Gameplay und uninspiriertem Missionsdesign.

(getestet von Frank Johann)

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