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Im Test: ANNO: Mutationem (PS4/PS5, PC)

Seit den letzten Jahren mischen einige talentierte Studios aus China den westlichen Videospielmarkt ordentlich auf. Vor allem Titel aus dem China Hero Project, einer Initiative von Sony für chinesische Entwickler, sorgen immer wieder für Aufmerksamkeit. Mit ANNO: Mutationem von Entwickler ThinkingStars und Publisher Lightning Games steht nun der nächste Hoffnungsträger aus Fernost an.

In ANNO schlüpfen wir in die Rolle von Ann, einer jungen Frau mit einer mysteriösen Vergangenheit und noch einer mysteriöseren Krankheit, die eines Tages vom Verschwinden ihres Bruders erfährt. Was am Anfang noch mehr wie einfache Probleme mit der kriminellen Unterwelt wirkt, entpuppt sich schnell als große Verschwörung, die auch in Zusammenhang mit Ann’s eigener Vergangenheit steht.

Um all diese Fragen zu beantworten, muss Ann ihre Umwelt genau erkunden. Aus diesem Grund verbringt ihr gerade Anfangs einiges an Zeit in den unterschiedlichen Hubarealen des Spiels, erkundet dabei die Straßen, besucht Geschäfte und führt den einen oder anderen Plausch mit den Bewohnern. Die Dialoge selber laufen dabei komplett passiv ab und man hat keinen Einfluss darauf, wie diese verlaufen. Hier fällt dann auch recht schnell auf, dass die Übersetzung des Titels nicht die beste ist, was zu einigen auffälligen Grammatikfehlern führt. Abseits des Haupthandlungsstrangs wartet noch einiges an Nebenbeschäftigung auf Ann. Da müssen wir einmal der lokalen Polizei bei einem gespenstischen Mordfall aushelfen oder auch eher alltägliche Dinge, wie z.B. illegale Müllentsorgung, steht dabei auf dem Plan. Wer dabei eine Pause von all den dramatischen Geschichten braucht, kann sich an einem der Nebenjobs versuchen, die dazu mit eigenen Mini-Spielen daher kommen. So können wir in der Bar unserer Schwester aushelfen, in dem wir Drinks mixen. Je mehr Drinks wir korrekt in kürzester Zeit abliefern, desto mehr Credits winken als Belohnung.

Neben dem Erkunden und den Gesprächen ist natürlich auch der direkte Kampf ein fester Bestandteil des Gameplayloops. Hier wechselt das Spiel zu einem reinen 2D Hack and Slash’er, in dem wir uns von links nach rechts durch Gegnerhorden schnetzeln. Zur Auswahl stehen dabei drei feste Waffen-Kategorien, wie leichte und schwere Nahkampfwaffen, sowie eine Fernkampfwaffe, die wir per Knopfdruck, ohne zu wechseln, einsetzen. Aber auch was die Verteidigung angeht, ist Ann nicht unvorbereitet. Mit korrekt getimten Sprüngen und Hechtrollen weichen wir Attacken aus oder blocken diese direkt mit einem Energieschild.

Ausbaufähig ist sie dabei dennoch, weswegen noch etliche Fähigkeiten und Talente darauf warten, freigeschaltet zu werden. Ann’s Talentbaum ist dabei in drei Kategorien aufgeteilt. Da hätten wir einmal Expertise, Tactical und Basic. Während die ersten beiden via eingesammelten Erfahrungspunkten nach und nach freigeschaltet werden, die jeder Feind nach seinem Ableben für uns hinterlässt, brauchen wir für die Basic Talente sogenannte Grom Upgrades, die deutlich seltener sind und als Belohnung für abgeschlossene Missionen und Bosskämpfe dienen. Somit erhöhen wir nach und nach unsere Gesundheit oder schalten neue Kombos und Fähigkeiten frei, wie z.B. das parieren mit dem Schild.

Was einem sofort ins Auge fällt, ist der spezielle Look von ANNO: Mutationem, der aufwendige 2D Sprites in Low Poly 3D Umgebungen setzt und das alles mit einer ordentlichen Portion Cyberpunk Ästhetik irgendwo zwischen Blade Runner und Akira positioniert. Durch den Mix aus 2D und 3D gelingt es den Entwicklern öfters interessante Kamerafahrten ins Gameplay zu implementieren. So entfernt sich mal die Kamera von unserer wehrhaften Protagonistin, um uns die Skyline der Stadt zu präsentieren oder wechselt sogar in die First-Person Perspektive, damit die Untersuchung in einem klaustrophobisches Apartment noch immersiver wirkt. Für die passende Untermalung sorgen Haloweakm und GhostFinal, beides Komponisten von Vanguard Sound, die für ANNO einen Soundtrack komponiert haben, der genauso abwechslungsreich ist, wie das eigentliche Spiel und mit leichten bis harten Elektrosounds, bis hin zu entspannten Jazz aus der Lounge, immer die richtigen Noten trifft.

Fazit
ANNO: Mutationem ist ein Spiel mit vielen Facetten, die größtenteils gut, aber auch hier und da nicht so gelungen umgesetzt wirken. Gerade was die Fortbewegung angeht, könnte sich Ann genauer bewegen. Dadurch werden Sprungpassagen schnell nervig und auch das erkunden zu Fuß wird bei niemanden wirklichen Spielspaß erzeugen. Dazu könnte u.a. das Kampfsystem etwas mehr Tiefe bieten, gerade da dies später noch mehr in den Fokus rückt. Abseits davon überzeugt der Titel in den meisten Punkten aber, was zu einem interessanten und einzigartigen Cocktail sorgt, der gerade Action-Fans und Cyberpunk Liebhaber für ca. 15 Stunden abholen sollte.

ANNO: Mutationem ist seit dem 17. März für PC via Steam, Playstation 5 und Playstation 4 erhältlich. Getestet wurde die PC-Version.

(getestet von Para)

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