Early Access-Test: Edge of Eternity (PC)

Das junge, französische Entwicklerteam Midgar Studio aus Frankreich hat sich eine Menge Arbeit vorgenommen. Wie der Name des Studios erahnen lässt, möchte man in die Fußstapfen von JRPG-Genrekönig Final Fantasy treten und ein Epos erschaffen, welches Final Fantasy in Nichts nachsteht. Edge of Eternity könnte fast als tatsächlicher Ableger der langjährigen Serie aus dem Hause Square Enix durchgehen. Wir haben uns das Claymore auf den Rücken geschnallt und die aktuelle Early Access-Version unter die Lupe genommen.

Final Fantasy XV wurde von einem Team von rund 300 Mitarbeitern entwickelt. Im Vergleich zu anderen Teams eine recht moderate Größe. Midgar Studio, gerade mal acht Mann stark, hat es sich zur Mammutaufgabe gemacht, ein episches JRPG-Abenteuer zu entwickeln. Um direkt mit der Community zusammen zu arbeiten und so das bestmögliche Produkt abzuliefern, hat man sich entscheiden, Edge of Eternity als Early Access-Version auf Steam anzubieten. Eine Konsolenversion für PlayStation 4 sowie Xbox One soll zum finalen Release folgen. Nun steht seit dem 05. Dezember 2018 die erste Version zur Verfügung.

Das gesamte erste Kapitel ist spielbar, ein Teil der Map sowie die erste große Stadt sind frei erkundbar. Rund 8 bis 12 Spielstunden bietet die aktuelle Version und neben den Hauptquests bringt sie auch einige Nebenquests mit. Der Auftakt zur Story ist schonmal interessant, wenn auch etwas aus dem JRPG-Playbook rauskopiert.

Die Welt von Heyron wird von einem Krieg zerrüttet. Technologie gegen Magie. Zwei Welten prallen aufeinander. Als der Krieg gerade seinen Zenit erreicht, schlägt eine neue Bedrohung auf: die Archeliten, ihreszeichens die Bösewichte der Geschichte, lassen mit der Zersetzung eine Krankheit auf die Welt von Heyron los. Befallene der Krankheit verwandeln sich in grauenvolle Monster. Daryon, Protagonist von Edge of Eternity, ist Krieger in der Armee gegen die Archeliten. Als er eines Tages einen Brief seiner Schwester erhält, der besagt, dass ihre Mutter mit der Zersetzung erkrankt ist, entschließt er sich zu desertieren und zusammen mit seiner Schwester das Schicksal der Welt in seine Hände zu nehmen.

Soweit so gut. Das Spiel beginnt mit dem Tutorial in einer Höhlenlandschaft. Wir erkunden genretypisch Areale, finden Schätze und bestreiten Kämpfe. Die Gegner sind dabei jederzeit auf der Karte zu sehen. Unsere ersten Schritte im Kampfsystem zeigen direkt, Midgar Studio bedient sich nicht an klassischen rundenbasierten Kämpfen, sondern geben ihren eigenen Senf hinzu. Gekämpft wird auf achteckigen Feldern. Jedes Feld kann von maximal vier Charakteren gleichzeitig besetzt werden, sofern sie entweder der Party des Spielers oder der Gegnergruppe angehören. Ferner gibt es Felder im Kampfgebiet, die über bestimmte Buffs in Form von aus dem Boden herausragenden Kristallen verfügen. So wird man zum Beispiel zwischen den Zügen um einen kleinen Betrag geheilt, der Schaden der Aktionen verstärkt oder erhält einen Bonus auf seine Abwehr. Vorsicht ist jedoch geboten, denn auch die Gegner können diese Felder zu ihrem Vorteil nutzen. Jeder Charakter, Freund und Feind, verfügt über eine Aufladeleiste zwischen den Aktionen, diese laufen unabhängig voneinander, sind die Charaktere in unserer Party am Zug, haben wir verschiedene Möglichkeiten zu agieren. Pro Zug hat man die Möglichkeit seinen Charakter ein Feld zu bewegen oder eine Attacke auszuführen. Magische Angriffe und Zauber benötigen eine kurze Aufladezeit, wird der jeweilige Charakter bei der Aktion physisch attackiert, wird der Zauber abgebrochen, hier wird’s angenehm taktisch, wenn man die Aufladeleiste seiner Gegner gut im Auge behalten muss, um nicht plötzlich mehrere Sekunden im Kampf verschenkt zu haben. 

Haben wir im Kampf erfolgreich gesiegt, erhalten wir Erfahrungspunkte für unsere Charaktere und deren getragene Waffen. Außerdem lassen die besiegten Gegner Items, wie beispielsweise Heiltränke, diverse Ausrüstungsgegenstände und Edelsteine fallen. Den Edelsteinen gilt dabei besondere Aufmerksamkeit, denn diese werden in unsere Waffen gesockelt und entscheiden so, welche aktiven Fertigkeiten der jeweilige Charakter im Kampf hat und stärken die Charaktere darüber hinaus noch mit passiven Statusverbesserungen. Das Charaktersystem ist angenehm komplex und umfangreich, wir sind gespannt, wohin es sich entwickelt.

Haben wir das Tutorial nach zirka 30 Minuten beendet, geht’s auf in die offene Welt und man wird förmlich vom Anblick von Heyron erschlagen. Wunderschöne, weite Landschaften, ein Planet in der Atmosphäre, schwebende Plattformen und eigenartige Steinkonstrukte, die aus dem Boden ragen. Man merkt, dass sich das Design sehr an den Xenobladen-Spielen aus dem Hause Monolith Soft orientiert. Aber nicht nur beim Design hat man etwas abgeschaut, auch der Soundtrack könnte direkt daraus stammen. Das ist aber kein Zufall, denn für den Soundtrack zeigt sich niemand geringeres als die Chrono Trigger- und Xenoblade-Legende Yasunori Mitsuda verantwortlich. Wenn das mal kein Garant für einen fantastischen Soundtrack ist!

In Zukunft möchten Midgar Studio noch neben den zahlreichen Updates und den fehlenden Kapiteln ein Mod Tool anbieten, mit dem kreative Köpfe aus der Community eigene Inhalte erstellen und über den Steam Workshop veröffentlichen können.

Fazit/Ausblick:
Der Grundstein für ein episches Abenteuer ist gelegt. Bereits in der jetzigen, noch frühen Version kann Edge of Eternity überzeugen und wirkt wie eine hochwertige Produktion eines großen Studios. Sollten die Updates in Zukunft gelingen, steht ein wahrlich aufregendes JRPG-Abenteuer mit frischen Ideen ins Haus. Wir bleiben dran und werden zu jedem großen Update einen Blick wagen und euch davon berichten.

(getestet von Frank Johann)