Dungeonland im Test: Welcome to a Monster-Wonder Land!

Ein Spiel für die ganze Familie! Im Dungeonland kommen groß und klein auf ihre Kosten, sei die Lieblingsspeise ein gebratener Abenteurer oder ein rohes Schaf, hier geht keiner mit lehren Händen Heim…solange das Heimgehen noch möglich ist versteht sich.

Paradox Interactive und Critical Studio haben mit Dungeonland eine einzigartige Idee umgesetzt, die ein wenig an klassische Action-Rollenspiele, als auch ein wenig an Dungeon Keeper erinnern lässt.

In Dungeonland übernimmt der Spieler wahlweise die Position des Dungeon Maestros, einem Abziehbild bekannter Cartoonbösewichter, oder die seiner Gegenspieler, die in der Rolle dreier wackerer Helden daherkommen.

Ewig tyrannisiert von den Helden, hat es sich der Dungeon Maestro zur Aufgabe gemacht, einen Vergnügungspark, das titelgebende Dungeonland, für seine Monsterfreunde zu eröffnen. Dort können jene sich nach Herzenslust an den vorbeischauenden Abenteurern erfreuen.

Der Dungeon Maestro
So genial wie dieses Setting, so simpel ist auch das Gameplay. Als Dungen Maestro, kurz DM, besteht die Aufgabe da drin, die einfallenden Helden am Erreichen des Endbosses zu hindern. Dafür steht dem DM eine Reihe unterschiedlicher Karten zur Verfügung, mit denen er, sollte seine Manaleiste weit genug aufgefüllt sein, im Park, welchen er aus der Vogelperspektive betrachtet, Fallen aufstellen, Monster beschwören oder anderweitige Interaktion mit seinen Schützlingen ausüben kann. So steht ihm zum Beispiel frei, ähnlich wie in Dungeon Keeper, in die Rolle eines seiner Monster zu schlüpfen.

Die vor dem Match ausgewählten Karten werden dabei zufallsbedingt ausgewählt und werden nach Ablauf eines Timers regelmäßig neu aufgefüllt. Besiegte oder verwundete Gegner, wie auch erfolgreiche Fallen füllen das an der rechten Bildschirmseite positionierte Evil-Meter auf. Sollte dies den höchsten Stand erreicht haben, ist es möglich ein Spezial-Event mit starken Monstern zu beschwören. Sollte das alles nicht gereicht haben, wird es zum Bosskampf kommen. Hier übernimmt der Spieler selbst die Steuerung über seinen Diener. Eine Tutorialerklärung gibt Einblick in die jeweiligen Techniken der ausgewählten Kreatur des Bösen.

Die Helden
In Dungeonland ist es nicht einfach der „Gute“ zu sein. Das fängt schon beim Schwierigkeitsgrad an, der bei Schwer anfängt und bei Sehr Schwer aufhört. Als Held – hier stehen die Klassen Rogue, Warrior und Mage zur Auswahl – ist es die Aufgabe, heil auf die andere Seite des ausgewählten Parkabschnitts zu gelangen und dort den Endboss zu erledigen. Währenddessen müssen Münzen eingesammelt werden, die später im Itemshop in neue Gegenstände oder Fähigkeiten investiert werden können.

Jeder Held verfügt über zwei Spezialtechniken und einen weiteren Perk, der im Item Shop jedoch erstmals erworben werden muss.

Eine der entscheidenden Aufgaben im Heldenmodus ist das Teamwork innerhalb der Gruppe. Da sich Helden Schätze und insbesondere Extraleben teilen, ist es, solange es die Situation erlaubt, unumgänglich, die eigenen Mitspieler manuell wieder auf die Beine zu bringen. Sollten diese dennoch sterben, geht ein Leben verloren, sind alle aufgebraucht, hat der Dungeon Maestro gewonnen. Die eingesammelten Münzen bleiben zum Glück auch bei Niederlagen erhalten!

Optik und Sound
Grafisch basiert das Spiel auf der Unity-Engine und kommt in einen Comiclook daher, der ein wenig an die Orcs must Die-Spiele erinnert. Die Charaktermodelle besitzen alle ihren eigenen Charme und manch eines der Monster trägt sogar die bekannten Mickey Mouse-Handschuhe. Wie sollte es in einem Vergnügungspark auch anders sein!

Die Musikkulisse entspricht dem Setting, und präsentiert sich in spaßiger Rummelplatz-Musik. Sollte der Dungeon Maestro gewinnen, ertönt eine Cartoonbösewicht-Musik, wie wir sie in frühmorgentlichen Fernsehprogrammen in unserer Kindheit erlebt haben. Wer immer mal diese Rolle übernehmen wollte, der wird sich insbesondere über den „Böse Lache“-Button freuen, den ihr nach Lust und Laune als DM drücken dürft.

Multiplayer
Ein Highlight des Spiels findet sich im Multiplayer-Modus wieder. Während ein Spieler den DM übernehmen kann, werden bis zu drei andere Spieler die Helden steuern. Die freien Plätze werden hier, wie auch im lokalen Modus, von Bots übernommen. Auch die Aufgaben des DMs können vom Computer gesteuert werden.

Fazit
Dungeonland ist eine wirklich sehr spaßige Idee, die leider mit einigen Balancingschwächen zu kämpfen hat. Es ist sehr einfach sich als DM im lokalen Modus Münzen zu erspielen und dementsprechend wird der DM immer einen kleinen Vorteil gegenüber den Helden haben, selbst wenn die Münzen für diese eingesetzt werden. Letztlich ist es ein kurzweiliges Spiel, das euch erlauben wird, eure sadistische Ader auszuleben. Und wenn sich vier Freunde auf eine Runde verabreden, kann das nur ein spaßiges Unterfangen sein. Für den Preis von 9.99 Euro auf jedenfall einen Blick wert! Die Steuerung mit Controllern wird übrigens empfohlen, aber Schwierigkeiten mit Tastaur/Maus hab ich keine erlebt.