Im Test: The Mooseman (Switch, PC, PS4, One)

Wenn ein Cocktail aus 2D-Adventure, Walking Simulator, unverbrauchtem Setting und interessantem Grafikstil euer Interesse weckt, dann dürfte The Mooseman von den russischen Entwicklern Morteshka genau euer Ding sein. Was sich genau hinter diesem ungewöhnlichen Indiespiel versteckt, verrät unser Test.

The Mooseman beginnt seine Reise ohne große Umschweife oder Einleitung. Als namengebender Elchmann begeben wir uns auf eine Reise durch finno-ugrische Mythen und finden dabei Artefakte des Chud Stammes. Sagt euch nix? Uns auch nicht. Und genau deswegen ist The Mooseman so interessant, wie es ist. Es setzt auf ein komplett unverbrauchtes Setting in einem Gebiet, das heute das nördliche Russland ist. Der Mooseman wandelt zwischen den Welten und das bildet den großen Kniff des Gameplays. Auf Knopfdruck haben wir die Möglichkeit, unsere Sicht auf die Welt zu ändern und so lassen sich bestimmte Elemente der Umgebung manipulieren und somit Rätsel lösen, die uns das Spiel gibt. Es entstehen zum Beispiel sich bewegende Brücken, Treppen wo vorher keine Treppen waren oder Dinge werden plötzlich lebendig, um uns dann Wege zu ebnen oder uns sogar anzugreifen. Nicht alles ist freundlich was uns im Spiel begegnet.

Ferner bietet das Spiel im Verlauf leichte Auflockerungen der Formel. In einem Level bekommen wir einen Pfeil und Bogen, um sich lästiges Vieh vom Leib zu halten. Das klingt spannender als es ist, lockert aber das sehr geradlinige Prinzip zumindest kurzweilig auf. Auch gibt es später die Möglichkeit mit dem Stab eine Art Schutzschild zu erschaffen, mit der sich ein Treffer abfangen lässt. Nach einem Treffer muss die Fähigkeit allerdings kurze Zeit aufladen, man muss also genauestens überlegen, wo man sie einsetzt.

Auch wenn das Spielprinzip von The Mooseman eher simpel klingt, so ist die Reise durch die russische Mythenwelt keineswegs langweilig. In den rund 2-3 Stunden Spielzeit durchwandeln wir wunderschön gestaltete Wälder, Höhlen, schneebedeckte Gebiete und so ziemlich alles, was die Tundra zu bieten hat. Der Grafikstil gefällt und hält sich vom Design her an Höhlenmalereien. Die musikalische Untermalung ist passend, wenn auch stellenweise etwas spärlich eingesetzt. 

In der Welt lassen sich Artefakte finden, diese geben Einsicht in die Geschichte und die Sagen. In einem Menü lassen sich alle Fundstücke betrachten. So spornen eventuell verpasste Artefakte einen erneuten Durchlauf an.

Fazit:
Auch wenn The Mooseman als Spiel eher eine Walking Simulation ohne großen Anspruch darstellt, ist die kurze Reise durch die russische Tundra alles andere als langweilig. Die Puzzles und die leichten Gameplay-Änderungen halten das kurze Abenteuer frisch und die Grafik, Spielwelt und Mythologie sind Grund genug, um sich einen Abend Zeit zu nehmen und dem Mooseman einen Besuch abzustatten. Zum schmale Preis von nur 6,99€ darf jeder Interessierte ruhig zugreifen.

(getestet von Frank Johann)