Im Test: Warhammer 40,000: Dawn of War III (PC)

Videospiele im Warhammer 40k-Universum gibt es wie Sand am Meer, doch sind diese meisten eher recht durchschnittlich. Dawn of War hingegen ist eine Reihe, die nicht nur wunderbar für Fans der Vorlage funktioniert, sondern auch außerhalb des Warhammer-Kosmos hohes Ansehen genießt. Dreizehn Jahre und etliche Ableger später, meldet sich nun Relic Entertainment mit dem dritten Teil zurück und versucht dabei Serienveteranen sowie Neueinsteiger glücklich zu machen.

Basisbau, Ressourcenmanagement, trotzdem noch mit dem Fokus auf Elite-Einheiten und kleineren  Maps. Ob dieser Versuch geklappt hat oder Dawn of War III doch nur ein weiteres Sandkorn am Lizenz-Strand ist, erfahrt ihr im Test.

Der imperiale Planet Cyprus Ultima steht unter der Belagerung der Ork Horde. Haus Varlock und ihre Anführerin Lady Solaria verteidigen den Planeten entschlossen, doch scheinen die grünen Massen kein Ende zu nehmen. Space Marine Truppen, die das Blatt wenden könnten, befinden sich bereits im Orbit, werden aber durch den direkten Befehl des Inquisitors davon abgehalten einzugreifen. Nur Gabriel Angelos, Ordensmeister der Blood Raven Space Marines, widersetzt sich der Blockade und eilt Haus Varlock zur Hilfe.

In den siebzehn Missionen der Kampagne von Dawn of War III übernehmen wir abwechselnd die Kontrolle über Space Marines, Orks und Eldar, die jeweils mit ihren eigenen Besonderheiten daher kommen. Orks nutzen Schrott von zerstörten Gebäuden und Einheiten, um ihre eigenen Truppen zu verstärken, Eldar hingegen warpen ihre Basen und Armeen in wenigen Sekunden an völlig andere Standorte und die Space Marines zeichnen sich durch die Stärken ihrer Supersoldaten aus.

Dies zeichnet sich vor allem in den jeweiligen Missionen ab, die unter dem Banner der Blood Ravens mehr zur Standardkost verkommt, während Orks und Eldar definitiv das Highlight der Kampagne bilden. So müssen wir in einer Mission als Eldar ständig Schutz vor anfliegenden  Asteroiden suchen oder als Ork unsere komplette Streitmacht aus herumliegenden Schrott herstellen. So welche Ideen hat man zwar schon bei anderen Genre-Vertretern gesehen, trotzdem bereichert dies die Kampagne ungemein. Ein weiterer Lichtblick ist das Sounddesign. Alles klingt nach Krieg und die epochalen Stücke von Paul Leonard-Morgen untermalen das gesehene perfekt.

Der Versuch, die Konzepte beider Vorgänger unter einem Hut zu bringen, ist dabei leider nicht geglückt. Grund dafür ist im Großen und Ganzen, dass man das Gameplay an etlichen Stellen stark beschnitten hat. So beschränkt sich der Bau der Basis nur noch auf wenige Gebäude. Anlagen zur Verteidigung unserer Basis fehlen so zum Beispiel komplett.

Während wir noch im zweiten Ableger der Reihe unsere Einheiten in bestimmte Richtungen skillen und mit Waffen, Rüstungen und Gadgets ausrüsten konnten, dürfen wir im dritten Teil bei unseren Helden nur noch zwischen passiven Perks wählen.

Ebenso macht der Multiplayer zum Start mit gerade mal einem Spielmodus und acht Karten keinen vollwertigen Eindruck.

Auch wurde eins der Markenzeichen der Relic Spiele heruntergeschraubt, nämlich das taktische nutzen des Terrains. Egal ob Company of Heroes oder Dawn of War: wer seine Truppe hinter Deckungen positioniert hat, war immer im Vorteil. In dritten Teil fällt dies nun komplett weg und nur noch bestimmte Punkte auf den Karten gewähren uns Deckung, vorausgesetzt wir nehmen die Punkte ein und aktivieren damit die Schutzschilde.

Das Besetzen von Positionen ist ein Aspekt, den wir im Spiel viel zu oft machen. Ressourcen werden durch sogenannte Ressourcenpunkte verdient, die wir auch besetzen und halten müssen. Dabei geht das Sammeln der Ressourcen nur sehr schleppend voran, selbst wenn uns alle Punkte auf der Karte gehören. Dies führt vor allem dazu, dass wir mehr mit dem Aufstellen einer Streitkraft beschäftigt sind, statt mit dem Kämpfen. Das nimmt nicht nur das Tempo raus, sondern ist in erster Linie erschreckend langweilig.

Fazit:
Relic Entertainment scheint mit Dawn of War III in einer Identitätskrise zu stecken. Zwar überzeugt die Kampagne durch gute Ideen, doch verliert die Reihe durch die neue Ausrichtung einiges an Spieltiefe und dabei auch an Faszination.

Wer hier direkte Vergleiche zu den Vorgängern zieht, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit enttäuscht. Warhammer 40k und Echtzeitstrategie Fanatiker werden aber aufgrund der guten Kampagne und dem Mangel an Alternativen trotzdem ihren Spaß haben.

Dawn of War III ist seit dem 27. April 2017 auf Steam erhältlich.

(getestet von Dr. Para)

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