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Im Test: Tokyo Dark: Remembrance (PS4 / Switch / PC)

Entwickelt vom kleinen japanischen Studio Cherrymochi unter dem Publisher Square Enix erschien Tokyo Dark bereits 2017 für den PC. Mit der Hilfe von UNTIES und dem Entwickler mebius erhalten wir jetzt eine überarbeitete Fassung des makabren 2D-Adventures mit dem Zusatztitel Remembrance für die PS4 und Switch. Ob auch ihr euch in die Fänge dieses Thrillers trauen solltet, verraten wir euch im Test.

Es ist ein klassisches Mystery-Thriller-Szenario. Im Prolog werden wir Zeuge des Mordes an Detective Kazuki Tanaka. Ein verrücktes, fast geisterhaftes Mädchen bereitet ihm ein qualvolles Ende. Es ist aber nur der Anfang eines mysteriösen Kriminalfalls seiner Polizeikollegin Detective Ito Ayami, in deren Rolle wir schlüpfen. Als Polizeibeamtin im düsteren Tokyo haben wir trotz unseres jungen Alters schon einiges erlebt und was sich bis zuletzt noch in Alkohol ertränken ließ, muss nach diesem traumatischen Erlebnis mit chemischen Schmerzmitteln bekämpft werden.

Das ist zugleich der spielerische Twist dieses zweidimensionalen japanischen Point-and-Click-Adventures. Denn während wir kleinere Umgebungs- und Dialogrätsel mit unterschiedlichen Wegen lösen, müssen wir auch unsere psychische Verfassung im Auge behalten. Der sprichwörtliche und buchstäbliche Horror dieses Falls dämpft unseren Geisteszustand und wir müssen regelmäßig auf den Boden der Realität zurückgebracht werden, wenn nötig mit Psychopharmaka, die sich wiederum negativ auf unsere Beobachtungsgabe auswirken. Und wer alles mehrfach anklickt und vor und zurück läuft, um alles abzugrasen, erhöht seine Anfälligkeit auf Neurosen, was ein gezieltes investigatives Vorgehen fordert. Das ist ein interessantes System, das eine gewisse Dynamik in ein sehr statisches Genre bringt und auf clevere Weise zu unvorhersehbaren Verläufen führt.

Die restlichen Spielmechaniken sind simpel und wohl bekannt, leiden allerdings unnötigerweise unter fehlender Optimierung. Die Steuerung ist gewöhnungsbedürftig, man kann Dialoge nicht vorspulen und es gibt trotz typischen Visual Novel-Konstrukt keine Komfortoptionen, um die unterschiedlichen Enden übersichtlich freizuspielen. Das ist bei elf Enden, mehreren Speicherständen im New Game Plus und einer Spielzeit von ungefähr sechs Stunden für den ersten Durchlauf noch gut verschmerzbar, aber gerade diese späte Neufassung hätte hier mit zusätzlichen Features punkten können.

Technisch haben wir eine rudimentäre, aber saubere Grafik, die trotz der teils etwas lieblosen Assets überraschend oft gut in Szene gesetzt wird und mit schön designten, vereinzelten Großaufnahmen punktet. So schafft es dieses budgetarme Adventure tatsächlich immer wieder mit gewaltvollen Horrorbildern und atmosphärischer Sounduntermalung eine gruselige Mysterystimmung zu erzeugen. Manchmal fehlte aber auch hier der nötige Feinschliff und so können einige penetrante Audiosamples wie das Telefon- oder Türklingeln sehr nerven.

Dafür überzeugt die Story, die auf der einen Seite sich den Filmklischees des Thrillergenres ergibt und hier an Seven und andere Klassiker erinnert, dann aber trotz japanischer Stereotypen die angeschnittenen Themen von Missbrauch und Okkultismus ernst und respektvoll behandelt ohne in die Gefilde leider üblicher sexistischer Fantasien abzurutschen.

Fazit:
Tokyo Dark: Remembrance verbindet den westlichen und japanischen Mysterythriller und das Point-and-Click-Genre mit den Visual Novels. Dabei stößt das Spiel schnell an produktionstechnische Grenzen und kommt als rudimentäre audiovisuelle Erfahrung daher. Das reicht aber dank pointierter Inszenierung, um eine schaurige Stimmung zu erzeugen, und die Story weiß mit unterschiedlichen Enden, die einer innovativen psychoanalytischer Gameplaymechanik zugrunde liegen, zu gefallen und zu überraschen. Wer ein zugängliches und angenehm kurzweiliges Visual Novel sucht, wird hier im düsteren Tokyo fündig.

(getestet von eape)

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