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Tales of Berseria Test, Tales of Berseria

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Im Test: Tales of Berseria (Playstation 4, Steam)

Auch wenn die Tales Of-Reihe sich qualitativ immer auf einem gewissen Niveau befindet, konnte meines Erachtens nie mehr die Qualität eines Tales of Symphonia oder Tales of Vesperia erreicht werden. Mit Tales of Berseria versucht es Namco Bandai erneut, zur alten Stärke zurückzufinden. Ob ihnen dies gelungen ist, verrät der Testbericht.

Japanische Rollenspiele sind dafür bekannt, dass sie oft die typische 08/15-Heldenstory besitzen. Bei Tales of Berseria ist dies zum Glück nicht der Fall. Das Spiel setzt nämlich auf eine sehr düstere Anti-Heldenstory, bei der die Protagonistin von Rachegelüsten getrieben wird: Die Halb-Dämonin Velvet hat vor drei Jahren ihren geliebten Bruder verloren, weil dieser als Opfergabe für eine Zeremonie fungierte. Von da an sinnt Velvet auf Rache, ohne Rücksicht auf Verluste!

Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht zur Story verraten, aber ich kann euch versichern, dass sie wirklich verdammt gut geworden ist und meiner Meinung nach den größten Pluspunkt des Spiels darstellt. Den Entwicklern ist hier einfach ein perfekter Spagat zwischen einem Drama, düsterer Action und teilweise auch einer Komödie gelungen. Aber nicht nur die Story kann begeistern, auch die Dialoge sind gut geschrieben und die  Charaktere könnten ebenfalls begeistern. Jedes Partymitglied ist auf seine eigene Art sehr interessant, viele Charaktere wachsen einem sofort ans Herz und vor allem gab es kein Partymitglied, welches mir auf die Nerven gegangen ist. Letzteres ist in einem JRPG ja auch eher selten der Fall, also Hut ab!

Neben der Story ist das Kampfsystem die zweite große Stärke von Tales of Berseria. Wie viele Vorgänger auch, setzt das Spiel nicht auf ein rundenbasiertes Kampfsystem, sondern eines das in Echtzeit abläuft. Das sorgt für das nötige Tempo, jede Menge Dynamik und auch ausreichend Abwechslung, weil man nicht nur auf viele unterschiedliche Fähigkeiten zurückgreifen, sondern auch stets die Spielfigur innerhalb der Party wechseln kann. Es macht einfach viel Spaß die Angriffe und Fähigkeiten in Kombos aneinander zu reihen!

In Tales of Berseria kehrt auch wieder das Kochsystem zurück, welches sicherlich einige vermisst haben. Vorausgesetzt, wir verfügen über die benötigten Zutaten, können wir nicht nur unsere Spielfiguren heilen, sondern diesen auch sehr nützliche Buffs verleihen, die uns in den Kämpfen oft mehr weiterhelfen, als man es vielleicht vermuten würde. Unsere Waffen und Rüstungsgegenstände können ebenfalls munter aufgestuft werden, was uns ebenfalls in den Kämpfen zugute kommt.

Der Umfang von Tales of Berseria ist mal wieder riesig. Selbst wenn man nur die Hauptstory durchspielen möchte, wird man sicherlich um die 60 Spielstunden dafür aufbringen müssen. Wer sich hingegen mit den Sidequests der Partymitglieder befasst, viel Zeit in den verschiedenen Dungeons verbringt oder alle Charaktere und Ausrüstungsgegenstände möglichst weit auflevelt, der wird über 80 Stunden mit Tales of Berseria verbringen können. Während die Dungeons mit ihrem oft einfallslosen Design enttäuschen, lohnt es sich, die Sidequests zu absolvieren. Diese liefern euch nämlich nicht nur interessante Hintergrundgeschichten, sondern man darf sich auch auf ebenfalls interessante Belohnungen freuen, wie z.B. verschiedene Kostüme.

Grafisch setzt Tales of Berseria leider keine neuen Maßstäbe im JRPG-Genre. Im Gegenteil, man merkt dem Titel relativ deutlich an, dass er in Japan auch auf der Playstation 3 erschienen ist. Das Spiel ist schön bunt, das Charakterdesign weiß zu gefallen und auch die Anime-Atmosphäre stimmt, aber speziell im Vergleich mit einem Ni No Kuni 2 wirkt die Grafik doch stark in die Jahre gekommen. Speziell die teilweise sehr tristen Umgebungen haben mich gestört. Sehr hochwertig sind dagegen wieder die Anime-Zwischensequenzen, die vom renommierten Studio ufotable animiert wurden. Hinsichtlich des Sounds gibt es auch wenig zu meckern. Der Soundtrack ist sehr stimmig und passt wunderbar zum ersten und düsteren Spielgeschehen und die Synchronisation ist sowohl im japanischen als auch im englischen mehr als gelungen. Deutsche Spieler können sich immerhin über deutsche Bildschirmtexte freuen, deren Übersetzung ebenfalls in Ordnung ist.

Fazit:
Ich kann alles Tales Of-Fans beruhigen: Nach dem eher enttäuschen Tales of Zestiria hat die Reihe mit Tales of Berseria wieder zur alten Stärke zurückgefunden! Für mich ist es sogar der beste Teil seit Tales of Vesperia, weil mich die Anti-Helden-Story gefesselt hat, mir die Charaktere sehr gut gefallen haben und das actionreiche Kampfsystem sehr spaßig ist, aber auch den nötigen Tiefgang besitzt. Nur grafisch ist das Spiel nicht auf der Höhe der Zeit, was durch die stimmige Anime-Atmosphäre, die tollen Anime-Zwischensequenzen und das schöne Charakterdesign aber zu verschmerzen ist. Ein toller Start in das JRPG-Jahr 2017!

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