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Im Test: Rune Factory 4 Special (Nintendo Switch)

Einige Jahre ist es nun schon her, dass uns das Studio Neverland Rune Factory 4 auf dem Nintendo 3DS präsentiert hat. Die Hoffnung auf einen fünften Teil wurde letzten Endes zerstört, als Neverland Insolvenz anmelden musste. Viele ehemalige Mitglieder des Studios arbeiten inzwischen bei Marvelous Inc. und präsentieren unter dem Zusatz „Special“ nun die verbesserte Version von Rune Factory 4 für die Switch. Wenn ihr wissen wollt, was euch darin erwartet, dann folgt uns am besten mit diesem Test ins Königreich Selphia.

Wir befinden uns als wahlweise weibliche oder männliche Spielfigur an Bord eines Luftschiffes auf einer scheinbar wichtigen Mission. Jedoch werden wir hinterrücks von feindlichen Soldaten angegriffen und stürzen in Folge des Kampfes vom Schiff durch die Wolken. Glücklicherweise landen wir allerdings genau auf dem göttlichen Drachen Ventuswill. Das anmutige Wesen verwechselt uns sofort mit der erwarteten Prinzessin und da wir durch den Sturz nun unser Gedächtnis verloren haben und ohnehin nicht mehr wissen, wer wir sind: Wer würde zu diesem Titel und dem damit verbundenen Saus und Braus schon „Nein“ sagen? Also nehmen wir natürlich an. Und prompt sind nicht nur alle Rechte einer Prinzessin unser, sondern auch deren Pflichten – wie sich herausstellt, gibt es davon eine jede Menge. Farmarbeit erledigen die Untertarnen? Eben nicht. In deinem Königreich arbeitet nicht dein Volk für dich, sondern du für dein Volk.

So ackern wir morgens nach dem Aufstehen erst mal eine Runde auf dem Feld, plaudern ein bisschen mit Ventuswill und einigen Dorfbewohnern und erfüllen Missionen für die Auftragsbox. Wenn dann noch Energie zur Verfügung ist, erkunden wir die Ländereien des Königreichs und kämpfen gegen Monster. Wichtig hierbei ist, die Energie immer im Blick zu behalten und es nicht zu übertreiben, denn andernfalls fällt man in Ohnmacht und landet direkt im Krankenhaus – was unverschämt teuer werden kann und einem das Gold nur so aus der Tasche zieht.

Für den Kampf stehen uns vier verschiedene Schwierigkeitsgrade zur Verfügung. Neu dabei ist nun auch der Modus „Hölle“. Es empfiehlt sich mit Bedacht zu wählen und das Spiel durch die nette Optik nicht zu unterschätzen. Auch hier gilt: Denkt an die potentielle Krankenhausrechnung. Aber keine Sorge, man legt sich nicht für immer fest und ein Wechsel ist jederzeit möglich. Zudem hat man die Möglichkeit, Begleiter mit auf seine Reise zu nehmen, die einen zwar etwas im Kampf unterstützen, jedoch auch leider oft im Weg stehen. Haben wir uns letztendlich für einen Schwierigkeitsgrad entschieden, kämpfen wir anfänglich nur mit dem Schwert, aber schnell bekommen wir unzählige Waffen und auch magische Fähigkeiten, die geschickt je nach Gegner eingesetzt werden müssen. Das Kampfsystem ist sehr übersichtlich gehalten und bietet abgesehen von der richtigen Wahl der Waffe und des Schwierigkeitsgrades keine Herausforderung. So gilt es lediglich zu schlagen und auszuweichen, aber es ist flink, fühlt sich gut an und macht daher Spaß. Sollten die Heiltränke, die Nahrung oder auch die Energie zu Neige gehen, kann man sich auch jederzeit per Flucht an die Stadtmauern oder sogar in sein Zimmer im Schloss teleportieren. Nach einem erholsamen Bad oder langem Schläfchen ist die Welt schließlich wieder in Ordnung.

Zum Dank für all die harte Arbeit steigt man in der Gunst der Bewohner, kassiert Goldmünzen, bekommt Items und vor allem nützliche Prinzessinnen-Punkte, die fast noch wertvoller sind als jeder Sack voll Gold. Mit unseren Prinzessinnen-Punkten haben wir z. B. die Möglichkeit, Feste im Königreich zu veranstalten, Lizenzen in Chemie und Kochen zu erwerben oder sogar Monsterscheuen zu erbauen. Die Monster nehmen nämlich einen wichtigeren Part ein, als man zu Beginn denken mag. Sie sind nicht nur Feinde oder eine Ressourcenquelle, sondern wir können auch Freundschaft mit ihnen schließen. Das ermöglicht uns z. B. nicht nur auf ihnen zu reiten, sondern mit steigendem Freundschaftsgrad gewinnt man zusätzliche Unterstützung bei der Feldarbeit oder im Kampf. Ausreichend Futter zur Verfügung zu haben und unsere Monster liebevoll zu bürsten ist daher Pflicht.

Wenn uns bei all dem Stress noch Zeit bleibt, können wir uns auch so nebenbei ein wenig um unser Liebesleben kümmern. Abhängig davon ob wir zu Beginn eine weibliche oder männliche Spielfigur gewählt haben, stehen uns weibliche oder männliche Junggesellinnen und Junggesellen zur Verfügung, denen wir den Hof machen können. Wie auch im echten Leben erfordert die Liebe und deren Pflege ein wenig Arbeit, deswegen gilt es geduldig zu sein, denn nur dann steht uns auch der eigentliche Spezialpart und eine der Neuerungen des Spiels zur Verfügung: der Frischvermählten-Modus. Ein Titel, der etwas schmunzeln lässt – spätestens ab dem Zeitpunkt, ab dem man seinen Angetrauten umbenennen und ihm einen Spitznamen verpassen kann – definitiv. Dieser optionale Part besteht aus 12 kurzweiligen Episoden, die jeweils einem Single des Spiels gewidmet ist, und mit der man den Partner an seiner Seite noch besser kennen lernen kann. Im Gegensatz zum Rest des Spiels ist dieser Teil komplett vertont.

Grafisch ist vor allem das Umgebungsdesign wunderschön anzusehen und der Hingucker des Spiels. Egal ob im Frühling, Sommer, Herbst oder Winter – Stadt und Land erstrahlen regelrecht und man bekommt nur eine leichte Ahnung davon, dass Rune Factory 4 bereits sechs Jahre und einen Konsolenwechsel auf dem Buckel hat. Leider bewegt sich die Grafik jedoch nicht konstant auf demselben Niveau. Im Rucksackmenü oder als Ventuswill ihre Geschichte erzählt, flacht sie ziemlich ab und erinnert stark an die Zeiten, als wir noch vor unserem Nintendo 3DS saßen. Jedoch sind das nur wenige Momente, die den Spielspaß ohnehin nicht beeinträchtigen. Weniger spaßig hingegen ist allerdings der Soundtrack, der leider etwas eintönig daherkommt und sich schnell als nervig erweist. Man mag vielleicht gnädiger sein, wenn man mit viel nostalgischen Gefühlen vor seinem Bildschirm sitzt.

Wir haben Rune Factory 4 Special im Handheld, als auch am Fernseher getestet. Auf beiden Wiedergabegeräten lief das Spiel flüssig, allerdings favorisieren wir das Spielen am Fernseher. Die Menüs sind leicht verschachtelt und immer wieder muss man zwischen dem Schwert oder beispielsweise dem Hammer für den Erzabbau hin und her wechseln. Da eine nützliche Favoritenleiste fehlt, geht der Wechsel mit dem Controller schneller und das Spiel wird zugänglicher. Zudem vereinfacht er die Steuerung bei der Feldarbeit erheblich, denn es fehlt etwas an Genauigkeit beim Setzen von Gegenständen. Verrückt ihr versehentlich euren Brunnen, gleicht es einer wahren Fleißaufgabe ihn wieder exakt auf dieselbe Stelle zu bekommen.

Fazit:
Mit Rune Factory 4 Special lockt man nicht nur die Fans der Reihe wieder hervor, sondern kann auch noch jede Menge neue Fans dazu gewinnen. Man verzeiht schnell, dass manches etwas in die Jahre gekommen wirkt und sich auch so anfühlt, wenn man zum ersten Mal im Kirschblütenregen des Frühjahrs steht und die Vögelchen munter auf dem Asphalt umher picken. Die Geschichte des Spiels ist zwar nicht sonderlich originell und durch den Gedächtnisverlust und die fehlende Identität kommt unsere Spielfigur leider sehr farblos daher, allerdings ist das auch eines der Spiele, welches nicht wegen seiner großartigen Geschichte fesselt, sondern wegen der meditativen Mischung aus Farming-Simulator und spaßigem Dungeon-Abenteuer. Wer von Stardew Valley, Harvest Moon und Co. nicht genug bekommen kann, ist sicher mit Rune Fectory 4 Special und seinem massigen Umfang bestens versorgt.

(getestet von Wolke)

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