Im Test: High Hell (Steam)

Heavy Bullets-Entwickler Terri Vellmann und Musiker Doseone haben sich zusammen getan, um mit High Hell einen herrlich absurden Action-Trip abzuliefern, den man getrost als eine Verlobung zwischen Quake und Hotline Miami bezeichnen könnte, die dazu noch mit einer Prise Adult Swim-Humor abgerundet worden ist. Ob dabei eine Traumhochzeit herausgekommen ist oder wir doch lieber die Scheidung wollen, erfahrt ihr im Test.

Auf den ersten Blick ist der milliardenschwere Pitchcorp Konzern einer von vielen, die alles mögliche in der Welt produzieren und verkaufen. Doch steckt hinter der Firma der Teufel höchstpersönlich, der Pitchcorp als Deckmantel für sein satanisches Kartell nutzt. Drogen, Waffen, Tierexperimente und Spionage stehen an der ganz normalen Tagesordnung. Eine Person hat aber davon genug und will nicht nur den kompletten Laden in Schutt und Asche verwandeln, sondern direkt dabei Satan den Garaus machen.

Ausgestattet mit unserer Laserwumme rennen, springen und schießen wir uns in bester Old School First Person Shooter-Manier durch zwanzig Level, die mit verschiedenen Haupt- und Nebenzielen einiges von uns abverlangen. Ähnlich wie in Hotline Miami legt High Hell dabei ein mörderisches Tempo vor, bei dem nicht viel Zeit für taktische Entscheidungen bleibt. Öffnen wir die Tür per Fußtritt zu einem neuen Raum, begrüßen uns die Schergen von Pitchcorp in den meisten Fällen direkt mit einem Kugelhagel. Bleiben wir hier stehen, beißen wir recht schnell ins virtuelle Gras. Wer hier überleben will, muss ständig in Bewegung bleiben und sollte auch direkten Sichtkontakt zum Feind meiden. Die Mitarbeiter von Pitchcorp sind nämlich nicht nur ziemlich treffsicher, sondern reichen auch gerade mal drei Schüsse für unser Ende aus. Verlorene Gesundheit holen wir dabei mit Kills oder durch aufgenommene Health Packs wieder zurück. Reicht dann doch alles nicht aus, rettet uns kein Checkpoint und wir müssen die Mission noch einmal von vorne beginnen. Dies fällt aber bei der kurzen Dauer der Level nicht wirklich ins Gewicht, die wir meistens in wenigen Minuten oder sogar Sekunden abschließen können. Das Speedruns des kompletten Spiels hier gerade mal unter zehn Minuten zu schaffen sind, überrascht hier wenig und dabei wären wir auch schon bei dem Hauptaugenmerk von Hell High. Der Titel möchte einen nicht mit einer großartigen Geschichte fesseln oder einem hohen Wiederspielwert beschäftigen. Nein, wirklich entfalten kann sich das Spiel erst, wenn wir versuchen, so schnell wie möglich durch die Missionen zu kommen, um einen Highscore nach dem nächsten zu knacken. Belohnungen in Form von Freischalten neuer Bonusmissionen, Waffen oder anderem tollen Prunk, fehlt als nötige Motivationsspritze. Einzig der Wille der Beste zu sein, muss hier als Motor herhalten. Wer dies nicht aufbringen kann oder möchte, wird leider nach dem letzten Boss keinen weiteren Grund mehr haben, weitere Stunden ins Spiel zu investieren.

Durch die knallige Pop Art Ästhetik und den VHS-Retro-Charme präsentiert sich der Shooter mit einem unverwechselbaren Stil. Das Highlight liegt aber im Soundtrack, welcher komplett aus der Feder des Musikers Doseone ist, der neben Vellman’s Heavy Bullets auch schon für die musikalische Untermalung von Enter The Gungeon und Gang Beats verantwortlich war. Der treibende Mix aus EDM, Chiptune, Synthwave und Trip-Hop Beats bereichert die actiongeladenen Shootouts ungemein und rundet den ganz besonderen audiovisuellen Stil hinter High Hell wunderbar ab.

Fazit:
Hell High ist schnell, laut, spaßig, aber auch verdammt kurz. In der Regel hat man nach gut eineinhalb Stunden alles gesehen, was das Spiel an Umfang hergibt. Wer sich aber stets verbessern und die Level in Rekordzeit schaffen will, findet hier genau den richtigen Titel, der mit gerade mal 10€ auch ein solides Preis-Leistungs-Verhältnis bietet.

High Hell ist seit dem 23. Oktober 2017 für PC via Steam erhältlich.

(getestet von Dr. Para)

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