Im Test: Fall of Light (PC)

Mit Fall of Light versucht das italienische Zwei-Mann-Studio RuneHeads die beiden Klassiker Dark Souls und ICO unter einen Hut zu bringen. Knallharte Kämpfe und das ständige Beschützen unserer NPC-Begleitung erwarten uns auf einer Reise durch die Finsternis. Ob man hier den beiden großen Namen gerecht geworden ist oder man den Titel doch in der Dunkelheit stehen lassen sollte, erfahrt ihr bei uns im Test.

Am Anfang existierte nur die Schwärze, die alles in einer unendlichen Leere hüllte. Doch dann erschien Luca und das Licht und die Ordnung fand ihren Weg in die Welt der Menschen. Dreizehn Zeitalter des Friedens und des Fortschritts vergingen, bis ein ketzerischer Magier Luca verriet und damit das Licht wieder durch die Finsternis ersetze. Wir schlüpfen in die Rolle von Nyx, einem alten Ritter, der wieder Schwert und Schild in die Hand nehmen muss, um seine Tochter Aether an den letzten Ort zu bringen, an dem noch die Sonne scheint.

Wie bereits in der Einleitung angesprochen, nimmt sich Fall of Light seine Inspiration von Titeln wie Dark Souls und ICO, wobei inspiriert hier noch stark untertrieben ist. Gerade wenn es um den Vergleich mit Dark Souls geht, handelt es sich hier mehr um einen Klon, der schon im Intro keinen Hehl daraus macht. In diesem begrüßt uns direkt in bekannter Souls-Manier eine ruhige Erzählerstimme, die uns in wenigen Sätzen und mit düsteren Bildern unterlegt in die Spielwelt einführt. Übernehmen wir darauf die Kontrolle über Nyx, unterscheiden nur noch die Iso-Kamera und die Anwesenheit unserer Begleitung den Titel vom großen Vorbild. Alle anderen Mechaniken funktionieren genau so wie man es aus der beliebten Action-Rollenspiel-Reihe aus dem Hause From Software kennt. Wir schlagen mit einem langsamen oder schnellen Angriff zu, blocken, parieren oder weichen per Rolle Angriffen aus und nehmen Gegner in den Fokus. Das Achten auf die Ausdauer ist hier genauso wichtig, wie das haushalten unserer Heiltränke. Die üppige Anzahl an verschiedenen Waffenklassen sollte uns ebenso direkt bekannt vorkommen. Vom flinken Dolch, bis hin zum schweren Zweihänder bietet das Arsenal so gut wie alles, wenn auch keine Überraschungen. Nur verschiedenen Rüstungsteile dürfen wir hier nicht an- und ausziehen, da Nyx von Anfang bis Ende auf seine alte Rüstung angewiesen ist. Für das Töten von Gegner füllt sich unsere Erfahrungsleiste, die beim nächsten Schrein in ein Stufenaufstieg umgewandelt wird, an denen wir auch beim nächsten Game over wieder aufwachen. Veteranen werden sich hier direkt heimisch fühlen, während Neulinge durch kleine Hinweise auf dem Boden nach und nach mit allem vertraut gemacht werden.

In den gut fünfzehn Stunden bis wir unser Ziel erreicht haben, durchstreifen wir mit Aether und Nyx verwinkelte Korridore, düstere Kerker, weichen Fallen aus, bekämpfen Schergen der Dunkelheit und lösen Rätsel. Dabei sollten wir immer ein Auge auf unsere Begleitung haben, da an so gut wie jeder Ecke etwas nach ihrem Leben trachten will. Das heißt aber nicht, dass sie uns nur eine Klette am Bein ist. Während den Kämpfen verstärkt sie unsere Hiebe per Magie, hilft uns in bestimmten Situationen aus und nur durch sie können wir uns an den Schreinen ausruhen. Versagen wir mal dabei sie zu beschützen, können wir sie am gleichen Punkt wiederbeleben. Jedoch kann Aether auch von Phantomen entführt werden, worauf wir sie erst wieder finden und befreien müssen.

Als waschechtes Soulslike ist natürlich auch Fall of Light nichts für schwache Nerven. Das liegt hier aber leider nicht nur an den fordernden Kämpfen, sondern auch an der nicht wirklich guten Treffererkennung. Dazu kommt noch, dass die Iso-Kamera kombiniert mit einer eher schwammigen Steuerung nicht wirklich optimal funktioniert und gerade an Abgründen für einige Frustmomente gesorgt hat.

Optisch setzt man auf die Unity Engine, die hier und da zwar für einige nette Beleuchtungen sorgt, aber nicht wirklich über das nicht vorhandene Artdesign hinwegtrösten kann. Das einiges vorgefertigt aus dem Baukasten ist, merkt man auch der Soundkulisse an, die einige bekannte Samples bereithält. Da es sich bei RuneHeads aber um ein Studio mit gerade mal zwei Entwicklern handelt, kann man gerade dies recht einfach verzeihen. Zumal das Spiel für den schmalen Preis von 14,99 Euro angeboten wird.

Fazit:
Mit Dark Souls und ICO versuchen die Entwickler hier zwei Klassiker zu vereinen, die sich nicht unähnlich sind. Trotzdem scheitert es an der sauberen Umsetzung. Gerade die angesprochene Treffererkennung und ungenaue Steuerung sorgen dafür, dass ein schon forderndes Spiel noch fordernder wird und das leider nicht auf der positiven Art. Sonst hat man hier seine Hausaufgaben gemacht und versucht so viele Mechaniken wie möglich aus den Vorlagen umzusetzen. Eine eigene Identität schafft Fall of Light zwar sich damit nicht, wer aber vom Soulslike-Genre einfach nicht genug bekommen kann, sollte sich die Demo-Version auf Steam anschauen. Der Rest greift lieber direkt bei den Vorbildern oder den Alternativen zu.

Fall of Light ist seit dem 28. September für PC via Steam erhältlich.

(getestet von Dr. Para)

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