Im Test: Blue Reflection (PS4, Steam)

Normalerweise sind die japanischen Entwickler von GUST vor allem für ihre Atelier-Reihe bekannt. Mit dem Social-Sim-RPG Blue Reflection möchte man nun etwas neues versuchen und eine ernstzunehmende Alternative zur Persona-Reihe anbieten. Unser Test verrät, ob dieses Vorhaben geglückt ist!

Im Mittelpunkt von Blue Reflection steht die Schülerin Hinako Shirai, die ihre große Leidenschaft, das Ballet, aufgrund einer Verletzung aufgeben muss und sich stattdessen wieder im tristen Highschool-Alltag wiederfindet. Doch dann stellt sie fest, dass sie über die spezielle Fähigkeit verfügt, in die Gefühlswelt der Menschen eindringen und dort die Dunkelheit besiegen zu können. So wird sie Teil eines magischen Clubs, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Dunkelheit zu bekämpfen.

Blue Reflection ist ein waschechtes Social-Sim-Rollenspiel und lässt sich daher spielerisch vor allem mit der Persona-Reihe vergleichen. Als Highschool-Schülerin kämpfen wir uns durch den Schülteralltag, lösen typische Teenie-Probleme und pflegen soziale Kontakte. Über die „Free Space!“-App können wir mit Freunden kommunizieren oder Aktivitäten organisieren. Richtig interessant wird es dann, wenn wir in die Gefühlswelt der Menschen eintauchen. Hier wird aus dem Spiel ein typischer Dungeon-Crawler, in dem wir mit einem rundenbasierten Kampfsystem zahlreiche Monster bekämpfen und Dungeons erforschen müssen. Interessanterweise erhalten wir aber für das Erledigen der Gegner keine Erfahrungspunkte. Stattdessen gibt es in der echten Welt XP, wenn wir alltägliche Aufgaben erfüllen oder einfach nur Gespräche führen. Mit den erhaltenen Growth Points können wir dann die Attribute Stärke, Verteidigung, Technik und Support erhöhen. Es gibt im Spiel auch kein typisches Ausrüstungs- oder Inventar-System. Hier erhalten wir so genannte Fragmente, wenn wir beispielsweise Schülern aus ihrem Gefühlschaos helfen. Damit können wir Angriffe verstärken oder diese mit zusätzlichen Effekten erweitern.

Generell muss man lobend erwähnen, dass Blue Reflection zu den einsteigerfreundlicheren Japano-Rollenspielen zählt. Es gibt im Gegensatz zur Persona-Reihe keinen Zeitdruck, die Kämpfe sind nicht allzu herausfordernd und das Kampfsystem ist ebenso wie das Upgrade-System sehr einfach und übersichtlich gehalten. So kann man gerade als Neueinsteiger angenehm die Handlung verfolgen und die interessanten Charaktere kennenlernen. Die Spielzeit ist bei Blue Reflection auch nicht so riesig, wie bei anderen JRPGs. Die Story kann man in etwa 20 bis 25 Stunden abschließen, insgesamt kann man 35 bis 40 Stunden in das Spiel investieren.

Technisch ist Blue Reflection ein Auf und Ab. Der knallbunte Animelook mit seinen niedlichen Charakterdesign weiß ebenso zu gefallen, wie die stylische Benutzerführung. Oftmals fühlt man sich in dem Spiel eher wie in einem Visual Novel, was durchaus als Kompliment zu verstehen ist. Leider mangelt es dem Spiel aber vor allem in den Dungeons an der nötigen Detailverliebtheit und das Gegnerdesign ist nicht gerade einfalls- und abwechslungsreich. Auch der Soundtrack bietet Höhen und Tiefen, kann größtenteils aber als solide beschrieben werden. Schade ist jedoch, dass Blue Reflection nur mit japanischer Sprachausgabe und englischen Untertiteln daher kommt. Da das Spiel sehr Text- und Dialog-lastig ist, sollte man schon über gute Englischkenntnisse verfügen, um den Spielverlauf verfolgen zu können.

Fazit:
Vorhaben gelungen, mit Blue Reflection liefern GUST zwar keine ernstzunehmende Konkurrenz zur Persona-Reihe, dafür aber immerhin eine sehr gelungene Alternative ab. Die Mischung aus Sailor Moon und Persona punktet mit einem schicken Anime-Look, einer spannenden Geschichte, interessanten Charakteren und einem einsteigerfreundlichen Kampfsystem. Es ist nicht so komplex und herausfordernd wie die Konkurrenz, was gerade JRPG-Anfängern zugute kommen könnte! 

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