Im Test: Bloodstained: Ritual of the Night (PC, PS4, One, Switch)

Koji Igarashi is back! Vier Jahre nach dem Start seiner überaus erfolgreichen Kickstarter-Kampagne feiert Bloodstained: Ritual of the Night endlich seine Veröffentlichung. Ob der spirituelle Nachfolger zu Symphony of the Night letztlich aber auch seinen Erwartungen gerecht geworden ist, deckt unsere Review auf.

In Bloodstained schlüpfen wir in die Rolle von Miriam, einer Waisen, die von einem Alchemistenfluch belegt wurde, der Ihre Haut langsam kristallisieren lässt. Damit sie sich selbst und die gesamte Bevölkerung retten kann, muss sie sich durch ein von Dämonen befallenes, gigantisches Schloss kämpfen, welches ihr alter Freund Gebel beschworen hat. Dieser leidet unter demselben Fluch und sein Körper besteht inzwischen mehr aus Kristallen, als aus Fleisch.

In guter alter 2D-Sidescroller-Manier erkunden wir das riesige Schloss und bekämpfen allerlei Monster, Dämonen und andere düstere Gestalten. Ganz Metroidvania-typisch, bleiben uns Anfangs viele Wege versperrt, die sich uns erst im späteren Verlauf des Spiels öffnen, nachdem wir bestimmte Fähigkeiten oder Items erhalten haben. Auch die Kämpfe gegen mächtige Bossgegner sind wieder ein wichtiger Bestandteil des Spiels und verlangen einiges von uns ab. Glücklicherweise ist unsere Hauptfigur Miriam in der Lage, Scherben von Gegnern zu absorbieren, um so neue Fähigkeiten zu erlangen. So erlernen wir verschiedene Zauberangriffe, werden von verschiedenen Begleitern im Kampf unterstützt oder können mit passiven Fähigkeiten dauerhaft unsere Angriffsgeschwindigkeit oder den Widerstand gegen bestimmte Elemente erhöhen.

Auch altbekannte RPG-Elemente sind wieder vertreten: Durch das Erledigen der Gegner erhalten wir Erfahrungspunkte und können damit den Level unseres Charakters steigern, was zu erhöhten Attributen führt. Auch die zahlreichen Ausrüstungsgegenstände und Waffen im Spiel sorgen für unterschiedliche Attribute und können nicht nur gekauft, sondern auch hergestellt werden, sofern wir über die nötigen Materialien verfügen. Es können sogar leckere Gerichte gekocht werden, die unseren Charakter allerdings nur vorübergehend stärken. Auch das Aussehen unserer Spielfigur kann durch Ausrüstungsgegenstände oder eines Besuchs des Friseurs nach Belieben angepasst werden.

Der verlangte Preis von 40 Euro mag zu Beginn sicherlich etwas zu hoch erscheinen. Action-Platformer kosten heutzutage schließlich meistens deutlich weniger. Hinter Bloodstained verbirgt sich aber ein echtes Content-Monster, weshalb der Preis meiner Meinung nach absolut fair ist. Alleine für die Hauptstory benötigt man etwa 15 Stunden, wer das Schloss zu 100% erkunden, alle Geheimnisse aufdecken und alle Endings erleben möchte, wird locker 30 Stunden in das Spiel investieren können. Weitere Durchgänge in höheren Schwierigkeitsgraden erhöhen den Wiederspielwert sogar nochmals. Aber damit nicht genug: Das Spiel wird in den nächsten Wochen und Monaten mit sage und schreibe 13 kostenlosen DLCs versorgt, die das Spiel beispielsweise um einen Koop-Modus (online & lokal), einen Roguelike-Modus, einen Boss-Rosh-Modus oder den Schwierigkeitsgrad „Nightmare“ erweitern werden.

Die Grafik stellt den einzigen wirklichen Kritikpunkt des Spiels dar. Was die Texturqualität, die Animationen, die Charaktermodelle oder die Effekte betrifft, wirkt das Spiel nämlich bestenfalls eher wie ein Spiel aus der PS3-Ära. Viel wichtiger ist aber, dass das Spiel über den typischen Castlevania-Gothic-Charme verfügt und somit stilistisch seinen Wurzeln treu bleibt. Beim Sound hinterlässt das Spiel dagegen einen deutlich besseren Eindruck. Der Orchester-Soundtrack von Michiru Yamane, die bereits den Soundtrack zu Symphony of the Night beigesteuert hat, ist der geheime Star des Spiels und versprüht ebenfalls jede Menge Castlevania-Flair. Das Spiel besitzt zudem sowohl eine japanische als auch englische Sprachausgabe, wobei bei letzterer sogar kein geringerer als David Hayter (Solid Snake) mitgewirkt hat.

Fazit:
Bloodstained: Ritual of the Night ist ein wahr gewordener Traum für alle Castlevania-Fans geworden. Seit Castlevania: Order of Ecclesia habe ich sehnsüchtig auf so eine Art Spiel gewartet. Das Spiel mag zwar optisch nicht ganz auf der Höhe der Zeit sein und von so manchen Bugs geplagt sein, in Sachen Gameplay, Leveldesign, Soundtrack, Stil und Umfang steht das Spiel seiner großen Vorlage Castlevania: Symphony of the Night aber in nichts nach!