Im Test: Absolver (PS4, PC)

Der Indie-Publisher Devolver Digital und das französische Studio Sloclap, bestehend aus ehemaligen Ubisoft-Mitarbeitern, veröffentlichten kürzlich mit Absolver eine Mischung aus Dark Souls, For Honor und Street Fighter. Unsere Review klärt auf, wie gut diese Mischung letztendlich funktioniert und ob Prügelfans hier auf ihre Kosten kommen!

Zum Start von Absolver wird euer Avatar, den ihr selbst gestalten und ihm eine erste Kampfkunst zuweisen könnt, von einem Hohepriester ausgewählt, die Maske zu tragen und sich auf den Weg zu machen, ein wahrer Absolver zu werden. Die Maske erhält dabei eine Aura von einem mysteriösen Geisterwesen. Fortan erstrahlt eure Maske in einem gesunden, gelben Leuchten und ihr macht euch auf den Weg, eure Fäuste sprechen zu lassen und der wahre Absolver zu werden.

Sobald das Spiel losgeht überkommt einen ein heimisches Gefühl. Movement und Mapdesign erinnern an Dark Souls. Das erste, vollkommen instanzierte, Gebiet dient komplett als Tutorial und soll euch die Mechaniken nahelegen und euch darauf vorbereiten, was danach kommt. Langsam lernt ihr Schlagtechniken, Combos, Lock On und Block sowie Stanceänderungen und den damit einhergehenden Combo-Offset. Das Kampfsystem selbst werdet ihr aber erst so richtig lernen, wenn ihr es im Einsatz nutzt. Ihr habt ein Deck, dass ihr frei bearbeiten könnt. So könnt ihr eure gelernten Moves nach Belieben verketten. Moves beginnen und enden in einer bestimmten Körperposition, achtet ihr hier auf das Zusammenspiel verschiedener Comboketten, könnt ihr teils lange und mächtige Combos auslösen und eure Gegner recht schnell auf die Bretter schicken. Neue Moves erlernt ihr im Laufe des Spiels, indem ihr gegnerische Angriffe abblockt. Was zuerst recht innovativ wirkt, stellt sich schnell als zäh und langatmig heraus. Zum Beispiel gab es einen Boss der eine Art Drunkenboxing beherrscht, nach 20 Minuten Abblocken hatten wir immer noch nicht sein volles Set gelernt und dann entnervt aufgegeben. Hier könnte die Rate angehoben werden, indem wir Erfahrung für die geblockten Moves erhalten. Zum jetzigen Zeitpunkt nimmt es dem Spiel leider viel von seinem recht guten Flow und wird spätestens ab dem 5. Move, den man erlernen will, eher mühsam und man nutzt nur noch die Standardmoves. Ansonsten kann man aber nicht nur neue Moves erlernen bzw. individuelle Move-Decks erstellen, sondern seinen Charakter auch im Level steigern und verschiedene Ausrüstungsgegenstände sammeln. Diese steigern auf der einen Seite zwar bestimmte Attribute und Eigenschaften, senken im Gegenzug aber auch wiederum andere. So muss man immer abwägen, was einen in bestimmten Kampfsituationen weiterbringt oder nicht.

Das Design von Devolver lässt sich als Pastellcomic beschrieben. Alles wirkt wie ein Gemälde und hat ein recht eigenwilliges Design. Die Welt ist schön designet und die unterschiedlichen Gebiete unterscheiden sich alle optisch sowie spielerisch voneinander. Man sollte allerdings von der Größe her kein Dark Souls erwarten. Insgesamt sind es 4 Gebiete, die von der Größe her jeweils in etwa einer Stunde komplett erforscht sind. Nach rund 6 Stunden hat man auch den Abspann gesehen und ist der Absolver. Die recht kurze Spielzeit bestätigt aber, dass der Story Modus nur eine Art langes Tutorial für den eigentlichen Hauptteil des Spiels des, nämlich dem Multiplayer-Modus.

Die Online-Anbindung funktioniert ähnlich wie in einem MMO. Man ist stetig mit dem Server verbunden (es gibt auch einen Offline Modus indem ihr komplett alleine seid) und trifft andere Spieler. Ihr könnt euch mit anderen Spielern zusammenschließen und gemeinsam NPCs verdreschen oder aber auch Duelle austragen. Verständigt wird sich über ein Emotesystem. Interessant hierbei ist, solltet ihr auf andere Spieler treffen und euch für Coop entscheiden, müsst ihr fortan nicht nur auf euch selbst achtgeben, sondern auch auf euren Mitstreiter. Der kann nämlich auch von euren Angriffen verletzt werden. Somit ist sinnloses Buttonmashing nicht der beste Weg eure Gegner zu besiegen.

An Schreinen gibt es auch die Möglichkeit, gewertete PvP-Kämpfe in Angriff zu nehmen. Zur Zeit unseres Tests stand nur eine 1v1-Variante zur Verfügung. Gekämpft wird nach dem „Best out of 5“-Prinzip. Wer drei Runden gewinnt, geht als Sieger hervor und steigt im Rang auf. Hier haben sich die Entwickler etwas Cleveres einfallen lassen: Steigt ihr zu einer bestimmten Stufe innerhalb der PvP Wertung auf, lassen sich die Bosse aus dem Story Modus nämlich in höheren Schwierigkeitsgraden angehen. Das gibt dem Story- und Coop Modus auch nach dem Beenden noch Anreiz, ein weiteres Mal in Angriff genommen zu werden.

Auf der Gamescom versicherten uns die Entwickler, dass man bereits an DLCs zum Spiel arbeiten würde. So waren beispielsweise bereits Teammodi für den PvP in Produktion, sowie Capture The Flag in Arbeit. Besonders lobend zu erwähnen bleibt, dass Sloclap und Devolver sämtliche DLCs für Absolver kostenlos zur Verfügung stellen werden.

Fazit:
Es bleibt abzuwarten, wie sich Absolver entwickelt. Das bisher gebotene Grundgerüst ist sehr interessant, aber lässt inhaltlich noch einiges an Spielraum. Sollten Sloclap an Ihrem Versprechen festhalten und Absolver auch nach dem Release stetig mit neuem Content füttern, könnte aus Absolver eine richtige Perle werden. Aktuell ist es ein sehr guter Indie-Prügler mit einem tollen Kampfsystem, dem es aber etwas an Content mangelt. Trotz allem ist Absolver den geforderten Preis von 29,99€ vollkommen wert, da wir in unseren rund 10 Stunden blendend unterhalten wurden.

Absolver ist seit dem 29. August für PC (Steam, GOG.com) und Playstation 4 erhältlich. Getestet wurde die Steam-Fassung des Spiels.

(getestet von Frank Johann)

 

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