Im Test: A Hat in Time (PC)

Wo Yooka-Laylee versucht hat, das gute alte, offene Hüpferdesign eines Super Mario 64 in moderne Zeiten zu bringen, nimmt sich A Hat in Time den etwas geradlinigeren Ansatz eines Super Mario Galaxy zur Brust und beschert uns innerhalb eines Jahres bereits das zweite über Kickstarter finanzierte Collectathon Project, welches ein altes Spieldesign in moderne Zeiten bringen soll. Nicht nur Nostalgiker und Kinder der 90er sollten allerdings diesem zuckersüßen Spiel eine Chance geben, denn unter seinem kunterbunten Kern steckt mehr, als es auf den ersten Blick den Anschein macht!

Hat Kid geht in Ruhe alles in ihrem Schiff durch, checkt die Anzeigen, alles auch in bester Ordnung, als es plötzlich an der Scheibe klopft. Ein grimmig drein blickender Mafioso gibt zu verstehen, dass sie Zollgebühren zahlen soll, wenn sie über ihrem Planeten kreist. Nachdem Hat Kid ihm eine Abfuhr erteilt, klopft er so hart an das Schiff, dass die Scheibe bricht und durch das Vakuum unsere gesamten Zeituhren aus dem Schiff gezogen werden. Nun ist es also an uns, vier Planeten zu bereisen und auf jedem Planeten 10 Ster….äm… Zeituhren zu finden.

Auf unserem Weg, unsere Kollektion wieder vollständig zu versammeln, treffen wir auf allerlei Helferlein und Charaktere, die dem Universum Farbe geben. In Mafiatown lernen wir direkt zu Beginn unseres Abenteuers die quirlige Moustache Girl kennen, die wir fortan öfter antreffen und die uns hier und da mal hilft.

Gleich den ersten Halt machen wir in Mafia Town, ein Städtchen, dass von lauter Mafiosi bevölkert wird, die eine leichte Ähnlichkeit mit den Goombas aus Mario haben. Die Levels sind in kleine Gebiete unterteilt, die wir frei erkunden können, um so auch abseits des Weges Diamanten, versteckte Zeituhren sowie Wollknäuel zu finden. Aus letzteren lassen sich Hüte herstellen, die uns verschiedene Fertigkeiten bescheren. So gibt es zum Beispiel einen Hut, der uns auf Knopfdruck sprinten lässt (passend im Stile des griechischen Gottes Hermes, samt Flügelchen) oder einen Hut der uns – kurz bevor wir tödlichen Fallschaden erleiden würden – automatisch unseren Regenschirm ziehen lässt, um so friedlich wie Mary Poppins dem Erdboden entgegen zu gleiten. Die diversen Kopfaufsätze helfen uns später auch dabei, manch kleines Rätsel zu lösen und versperrten Weg zu begehen.

Das Kampfsystem ist recht simpel. Wir haben einen Schirm, mit dem sich Schergen verdreschen lassen, hüpfen Ihnen in gewohnter Klempnermanier auf die Birne oder werfen mithilfe eines Hutes Bomben auf sie. Recht simpel und wenig anspruchslos, wie vom Genre gewohnt. Aber das Kampfsystem soll ja auch nicht das Hauptaugenmerk des Titels sein und ist sowieso nur Nebensache. Hüpfen, Schwingen und Sammeln stehen im Vordergrund!

Nach 2-3 Levels erwartet uns auf den Planeten immer auch ein kleiner Bosskampf. Hier lassen sich die Entwickler teils pfiffige Mechaniken einfallen, die das knuddelige Hüpfabenteuer auflockern.

Generell strotzt A Hat in Time vor Ideenreichtum im Leveldesign. Mal Hüpfen wir in einem Times Square-Verschnitt von Dach zu Dach, lösen Aufgaben für DJ Grooves, dessen bestreben es ist, uns zu einem Popsternchen zu machen, wiederum ein andermal verkaufen wir in einem finsteren Wald unsere Seele einem Dämon und müssen fortan Aufgaben für ihn erledigen, um an die begehrten Zeituhren zu kommen.

Allerdings ist nicht alles Zuckerguss, was rosa glänzt. Leider hat A Hat in Time wie auch das im April erschienene Yooka-Laylee, mit dem AHIT sich unweigerlich vergleichen lassen muss, Probleme mit der Kamera. Oftmals bleiben wir an Objekten hängen, verirren uns bei einem Sprung oder messen gar die Abstände nicht richtig, da der Winkel einfach nicht so richtig passen will. All das fällt nicht allzu schwer ins Gewicht, da AHIT ansonsten Technik einen sehr soliden Eindruck macht. Die Grafik ist stimmig und schrill, der Soundtrack catchy und lässt uns mit den Füßen mitwippen.

Fazit:
Die Entwickler von Gears for breakfast haben mit A Hat in Time eine sehr solide Hommage an die Hüpfer der 90er-Jahre abgeliefert! Wer einen fetzigen Nostalgietrip braucht und sich von einem kunterbunten Design nicht abschrecken lässt, kann ohne mit der Wimper zu zucken zuschlagen und sich an dem ideenreichen Leveldesign und dem spaßigen Gameplay erfreuen!

A Hat in Time gibt es seit dem 05. Oktober 2017 auf Steam, GOG und im Humble Store für 26,99€. Eine Konsolenversion soll später folgen.

(getestet von Frank Johann)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.