Im Test: BATTLETECH Flashpoint (PC)

Mit Battletech lieferte Entwickler Harebrained Schemes eines der besten Strategiespiele des Jahres ab. Doch statt sich auf den Lorbeeren auszuruhen, veröffentlicht das Team rund um Battletech- und Shadowrun-Erfinder Jordan Weisman nun mit Flashpoint die erste von drei Erweiterungen. Wir konnten dem Ruf, zurück in die intergalaktischen Kriege des 31. Jahrhunderts, natürlich nicht widerstehen und haben erneut Platz in den hochhaushohen Kampfmaschinen genommen. Alles was ihr über Battletech: Flashpoint wissen müsst und noch vieles mehr, erfahrt ihr bei uns im Test.

Die größte Neuerung der Erweiterung ist ohne Zweifel der neue Karriere-Modus, in dem wir, abseits der Kampagne des Hauptspiels, unsere eigene Söldnerfirma gründen und diese mit Aufträgen über Wasser halten müssen. Das heißt: Piloten anheuern und ausbilden, Mechs sammeln, gute Beziehungen zu den Häusern der Inneren Sphäre aufbauen, regelmäßig Miete und Gehälter bezahlen, um nach und nach zu der gefragtesten Privatarmee der Galaxie aufzusteigen.

Das Herzstück des Modus sind dabei die neuen Flashpoints, die als Mini-Kampagnen fungieren und uns regelmäßig mit kleinen, abgeschlossenen Geschichten, Entscheidungen und vor allem neuen Herausforderungen konfrontieren. Denn statt einfach einen simplen Auftrag abzuschließen, müssen wir uns hier Schlag auf Schlag mit neuen Missionszielen und Überraschungen auseinandersetzen, ohne dabei eine Verschnaufpause zu bekommen. Nötige Zeit, um Piloten und Mechs nach einer schweren Schlacht auf Vordermann zu bringen, haben wir hier nicht. Ganz nach dem Motto: „High-risk/high-reward“, werden diese riskanten Jobs aber auch besonders gut belohnt. C-Bills in rauen Mengen, Ruf bei den jeweiligen Fraktionen und seltene Waffen und Mechs warten hier nur auf die mutigsten MechCommander.

Abseits der Flashpoints haben die Entwickler von Harebrained Schemes aber auch neuen Content eingefügt, der das Spiel in vielen Bereichen nochmal auspolstert. So wurden neue Missionsarten in die Auftrags-Rotation hinzugefügt, die uns eine Mischung aus Feuerkraft und schnellem Handeln abverlangen. Ebenso dürfen wir uns – neben den bekannten Vegetationen des Hauptspiels – endlich durch dichte Dschungel kämpfen und natürlich sind auch neue Stahlkolosse im Sortiment gelandet. Da hätten wir einmal mit Hatchetman, den Posterboy von Flashpoint, ein Medium-Class Mech, der aber durch seine gigantische Axt im Nahkampf austeilen kann, wie ein 100-Tonnen schwerer Assault Mech. Crab, die kleine Variante des King Crab, befindet sich in derselben Gewichtsklasse und eignet sich hervorragend für Feuerunterstützung. Wem das alles zu klein ist, kann sich auf Cyclops freuen. Dieser Assault Mech ist zwar nicht die Krone seiner Schöpfung, aber dank des neuen Kampf-Computers versorgt er die Lance mit einem passiven Bonus, der für einen klaren taktischen Vorteil sorgt.

Neben den neuen Inhalten wurde aber auch am Gameplay geschraubt. So hat man die Piloten-Skills nochmal eine genaue Überarbeitung unterzogen und das leider nicht immer zum positiven. Gerade das beliebte „Bulwark“ musste Federn lassen, da dieses defensive Talent in den Augen der Entwickler wohl zu stark war. Zum Frust vieler Spieler, da „Bulwark“ eben auch bitter notwendig in vielen Missionen war, um nicht komplett vom Feind überrollt zu werden. Eine neue Alternative bleibt erstmal aus und man kann nur hoffen, dass hier Harebrained auf die Community hört und weiterhin am Balancing arbeitet, bis der Titel auch wieder für Einsteiger spielbar wird.

Doch wie sieht nun überhaupt die Zukunft für Battletech aus? Im Sommer 2019 soll die zweite Erweiterung namens Urban Warfare folgen, welche die Schlachten in die Straßen der bewohnten Kolonien und Heimatplaneten verlegt. Ebenso sollen Mechs der „Unseen“-Lizenz, wie zum Beispiel Warhammer und Marauder, ihren Weg ins Spiel finden, nachdem ein Rechtsstreit um die Marke zugunsten von Harebrained Schemes entschieden worden ist. Als krönender Abschluss erwartet uns dann irgendwann die dritte und damit letzte Erweiterung, wobei hier noch kein Release-Fenster oder gar mögliche Inhalte bekannt sind.

Fazit:
Battletech: Flashpoint macht vieles richtig, aber auch ein paar Dinge falsch. Die neuen Missionstypen sorgen für mehr Vielfalt, die Flashpoints bereichern das Spiel mit einzigartigen Auseinandersetzungen und die neuen Mechs reihen sich wunderbar ins altbekannte Sortiment ein. Auf der anderen Seite wirkt das Spiel durch die abgeschwächten Piloten-Skills nochmal einen guten Tick schwerer als nötig, wenn nicht sogar streckenweise unfair. Zusätzlich hat man es versäumt dem Karriere-Modus eine eigene Note zu verleihen. Keine eigenen NPCs und sogar die Dialoge beziehen sich auf die Geschehnisse des Hauptspiels, ohne das ein wirklicher Bezug dazu existiert. So wirkt der Modus mehr wie die alte Kampagne, ohne aber gleichzeitig die spannende Storyline zu bieten, statt wie ein eigenständiger Modus, der uns ein neues Erlebnis bieten soll. Trotzdem werden gerade Veteranen, die auch nach über hundert Stunden immer noch nicht genug vom Spiel haben, mit Flashpoint einen weiteren Grund haben, zusätzliche dreißig bis fünfzig Stunden in das Spiel zu investieren. Denn auch wenn man unzählige seiner Piloten sterben sieht und die mühsam zusammengestellten Mechs in wenigen Sekunden auseinandergenommen werden können, motiviert und belohnt Battletech immer noch wie kaum ein zweites Spiel im Strategie-Sektor.

Battletech: Flashpoint ist seit dem 27. November 2018 für PC via Steam und GOG erhältlich.

(getestet von Dr. Para)