Im Test: Xenoblade Chronicles 2: Torna – The Golden Country (Switch)

Xenoblade Chronicles 2 zählte im vergangenen Jahr zu den besten Rollenspielen des Jahres. Nun veröffentlichten Nintendo und Monolith Soft mit Xenoblade Chronicles 2: Torna – The Golden Country eine Standalone-Erweiterung, welche sich mehr als sehen lassen kann.

Gleich vorweg möchte ich die Frage beantworten, wie man in den Genuß dieser Erweiterung kommen kann. Wer das Hauptspiel noch nicht besitzt, kann sich die Standalone-Version für circa 40 Euro gönnen, während sich Besitzer des Hauptspiels des Season Pass für etwa 30 Euro sichern können. Dieser beinhaltet neben weiteren Downloadinhalten eben auch diesen DLC.

Die Handlung von Torna – The Golden Country ist 500 Jahre vor dem Hauptspiel Xenoblade Chronicles 2 angesiedelt. Im Mittelpunkt des Spiels stehen die Söldnerin Lora und ihre Klinge Jin, die vom Torna-Prinzen Addam den Auftrag bekommen, die Aegis-Klinge Malos an der Zerstörung der Welten zu hindern.

Eine sehr spannende Story mit vielen emotionalen Höhepunkten und sehr interessanten, teils aus dem Hauptspiel bekannten Charakteren wartet auf euch. Mir persönlich hat die Story um einiges besser gefallen, weil sie wesentlich ernster, emotionaler und düsterer als im Hauptspiel ist. Und speziell Lora und Jin sind mir sofort ans Herz gewachsen und Grund genug, sich das Spiel anzuschauen.

Verglichen mit dem Hauptspiel bietet das Kampfsystem die auffälligsten Änderungen. Generell wurde es etwas entschlackt und beschleunigt. Zudem ist es auch erstmal möglich, sowohl den Meister als auch die Klinge zu steuern, was die Kämpfe um einiges dynamischer und interessanter macht. Leider ist es aber hier nicht mehr möglich, weitere Klingen zu beschwören. Diese sind hier fest vorgegeben, was in Anbetracht der deutlich geringeren Spielzeit aber auch nachvollziehbar ist.

Durch die geringere Spielzeit ist Xenoblade Chronicles 2: Torna – The Golden Country auch an vielen Stellen viel schlanker und kompakter. Einige Elemente wurden komplett gestrichen, das Handelsystem ist viel simpler und mit zwei Titanten (Welten) ist natürlich auch die erkundbare Spielwelt um einiges kleiner. Das macht aber nichts, weil der Spielfluss stimmt und man sich so perfekt auf die tolle Handlung konzentrieren kann.

Die aufgezwungenen Nebenquests im Spiel stellen leider das einzige wirkliche Manko des Spiels dar, stören dafür aber umso mehr. Durch die spannende und emotionale Spielzeit und die Spielzeit von 15 bis 20 Stunden wirkt das Spiel generell sehr kurzweilig, jedoch wird man im Laufe des Spiels dazu gezwungen, zahlreiche Nebenquests zu absolvieren, um mit der Story fortführen zu können. Da die Nebenquests auch nicht gerade einfallsreich gestaltet sind, stört dies umso mehr und erweckt nur den Eindruck, als wollte man die Spielzeit unnötig strecken.

Technisch zählt Xenoblade Chronicles 2: Torna – The Golden Country wieder zu den schönsten Spiele auf der Nintendo Switch und bietet toll designte, abwechslungsreiche Welten, klasse Charakterdesigns und wird dazu auch noch musikalisch perfekt untermalt. Speziell die teils sehr emotionale Handlung wird von seinem sehr stimmigen Soundtrack mit Jazz-Elementen perfekt begleitet. Auch die Performance scheint im Vergleich zum Hauptspiel verbessert worden zu sein. Im Handheld-Modus lief das Spiel beispielsweise für meinen Geschmack ein gutes Stück besser, als das Original.

Fazit:
Xenoblade Chronicles 2: Torna – The Golden Country ist mit einer Spielzeit von 15 bis 20 Stunden sowie der spannenden Handlung nicht nur ein umfangreicher und liebevoll gestalteter Prequel-DLC für alle Fans des Hauptteils geworden, sondern bietet auch JRPG-Neulingen einen idealen Einstieg in die Reihe oder das Genre im Allgemeinen. Speziell wenn man von den langen Spielzeiten (60 bis 100 Stunden) anderer JRPGs etwas abgeschreckt ist, bekommt man hier eine sehr interessante und deutlich kurzweiligere Alternative geboten, die Lust auf mehr macht.