Im Test: The Swords of Ditto (PC, PS4)

Niedliche Knuddeloptik trifft auf Roguelite Elemente in diesem Zelda-inspirierten Action-Abenteuer. Wir sind reif für die Insel!

Als namenloser Held wachen wir auf der Insel Ditto auf. Ein Geist in Form eines Mistkäfers beschließt, dass wir der Held sein müssen und schickt uns so auf die Reise, die Insel aus dem Griff der fiesen Hexe Mormo zu befreien, die alle 100 Jahre die Insel heimsucht. Dafür haben wir vier Tage Zeit. Nach vier Tagen beginnt der Kampf gegen Mormo. In den Tagen davor ist es an uns, legendäre Spielzeuge zu finden, stärker zu werden, den Einwohnern von Ditto zu helfen und die sogenannten Anker zu zerstören, die Mormo’s Griff um die Insel fester werden lassen.

Doch der Weg zum Sieg über die Hexe ist beschwerlich. In feinster Legend of Zelda-Manier abenteuern wir los, um Monster zu verdreschen und so genug Erfahrungspunkte zu sammeln, um die Dungeons zu betreten. In den Dungeons finden wir neues Spielzeug, mit dem sich dann vorher verschlossene Wege öffnen oder betreten lassen. Die Dungeons an sich werden zufällig generiert und halten so immer Überraschungen parat. Gespickt mit leichten Rätseln bietet so auch ein späteres, erneutes Durchspielen genug frischen Wind.

Wenn wir den Löffel abgeben, sei es im Kampf mit Mormo oder im Kampf mit einem der zahlreichen Monster, welche die Insel besiedeln, wachen wir als neuer Held 100 Jahre später im Bett auf. Der Fortschritt misst sich daran, wie viele Erfahrungspunkte wir gesammelt haben, welche Boni wir freigeschaltet haben oder wie weit wir letztlich gekommen sind. Bis man soweit ist und Gegenstände vererben kann, vergehen allerdings einige Spielstunden und das ist leider eher frustrierend als spaßig. Der Einstieg in The Swords of Ditto ist daher mehr zäh, als wirklich unterhaltsam.

Was wirklich unterhaltsam ist, sind die die spitzzüngigen Dialoge, die großartig designten Bosse oder das clevere Schnellreisesystem per interdimensionalem Schulbus. In manchen Momenten lässt Swords of Ditto eine Brillanz durchscheinen, bevor es im nächsten Moment wieder absolut fragwürdige Entscheidungen braucht, um aufzuzeigen, dass SoD nicht ganz durchdacht ist. Später im Spielverlauf ist es fast schon möglich nach dem Ableben mit einem neuen Helden 1 zu 1 da weiterzuspielen, wo wir vorher aufgehört haben. So spielt sich SoD später fast schon wie ein Zelda-like-RPG der alten Schule. Wir fragen uns, warum das Zeitlimit überhaupt besteht, wenn es nachher so trivial ist. Schlimmster Punkt ist allerdings, dass wir jedes Mal nach dem Ableben erneut mehrere Screens durchstehen müssen, in denen wir immer exakt dasselbe zu lesen kriegen, wie im Leben zuvor. Jedes Mal nach dem Tod dauert es gute 3-4 Minuten, bis wir wieder dort weitermachen können, wo wir zuvor den Löffel abgegeben haben. Das ist besonders ärgerlich, wenn wir den Tod unverdient erfahren haben, zum Beispiel wenn wir den Raum wechseln und die Menge an Gegner uns quasi direkt überrumpelt.

Fazit:
The Swords of Ditto macht vieles richtig, vieles falsch und wirkt am Ende wie ein Gericht mit zu vielen Zutaten. Auch wenn das Spiel vor Charme nur so trieft, aussieht wie ein Samstagmorgen-Cartoon und so viele gute Ideen parat hält, können wir das Spiel nicht uneingeschränkt weiterempfehlen. Zumindest nicht zum aktuellen Preis von rund 20€. Im Sale darf man es sich aber gerne mal anschauen, denn nach den ersten, eher frustrierenden Spielstunden entwickelt sich Swords of Ditto zu einem recht unterhaltsamen Spielchen, dass wir trotz der Kritikpunkte nicht aufhören konnten zu spielen. Doppelten Spaß gibt es übrigens im lokalen Coop Modus mit zwei Spielern.

(getestet von Frank Johann)