Im Test: Slain: Back From Hell (Switch)

Mit Slain! veröffentlichten Wolf Brew Games im März 2016 einen Action-Platformer, der bei Fans und Kritikern nicht gut ankam. Da man das nicht auf sich sitzen lassen konnte, entschied man sich kurzer Hand dazu, dem Spiel eine Generalüberholung zu spendieren und es wenig später als Slain! Back from hell erneut zu veröffentlichen. Dieses Mal wurde das Spiel wesentlich besser von den Fans und der Fachpresse aufgenommen und nun findet Slain, die Heavy Metal Schlachtplatte rund um Bathoryn und seinen Kampf gegen die Finsternis, fast 1,5 Jahre nach dem ursprünglichen Release den Weg auf Nintendo’s neueste Konsole. Hat sich das Warten gelohnt?

Harte Riffs ertönen als Bathoryn aus der Ruhe seines Grabes gerissen wird. Er soll den Boten der Finsternis zurück in die Hölle schicken. So simpel die Story, so simpel erklärt sich auch das Spielprinzip. In klassischer „links nach rechts“-Manier durchqueren wir Levels, töten unterwegs allerlei Getier und Dämonen und beweisen hier und da unsere Geschicklichkeit. Um perfekt den Retrocharme zu treffen, hat man sich dabei am Schwierigkeitsgrad von Spielen wie Super Castlevania IV orientiert. Das Spiel neigt dazu, fast schon einen ticken zu schwer zu sein, die ungenaue Steuerung trägt dazu ihr übriges bei. Leider kann man in den Optionen nicht das Steuerkreuz wählen, so muss man das gesamte Spiel mit Analogsticks spielen, was der Genauigkeit endgültig den Rest gibt. So war es im Laufe der Spielzeit mehrfach der Fall, dass wir das Gefühl hatten, zu Unrecht gestorben zu sein.

Was uns allerdings versöhnlich stimmt, ist das gelungen stimmige Artdesign, sowie der tolle Soundtrack von Curt Victor Bryant, seines Zeichens früherer Gitarrist der Heavy Metal Band Celtic Frost. Das gesamte Design wirkt als hätte man versucht, jedes Metalcover der letzten 20 Jahre zu vereinen. Abgerundet wird die tolle Optik durch schöne Effekte wie zB tropfendes Blut, Partikel die durch die Gegend fliegen oder dem Flammenschweif des Schwertes. Die Optik und der Soundtrack sind auch das treibende Mittel, was den Spieler bei der Stange hält, denn unterm Strich ist Slain leider sehr abhängig von seiner Präsentation und zu schwachbrüstig was die Mechaniken sowie die generelle Steuerung angeht. Dafür gibt es im modernen Indiebereich deutlich geschicktere Hommagen an Klassiker der alten Tage.

Fazit:
Aber ebenso wie es Filme gibt, die nur von ihrer Optik und dem gebotenen Spektakel leben, so gibt es auch Spiele, die man als Eyecandy bezeichnen kann. Slain gehört in eben genau diese Kategorie. Wer einen klassischen 2D-Slasher mit gelungener Optik und faustdickem Soundtrack sucht, der bekommt mit Slain eine Menge geboten. Nerven wie Basssaiten sollte man aufgrund des hohen Schwierigkeitsgrads und der ungenauen Steuerung allerdings schon mitbringen.

(getestet von Frank Johann)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.