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Im Test: Rollerdrome (PSN / PC)

Was mal angefangen hat mit lustigen, aber interessanten Prototyp-Videos von Creative Director Paul Rabbitte auf Social Media, ist nun nach all den Jahren ein vollständiges Spiel geworden: Rollerdrome. Mit ihrem neusten Titel bewegen sich die OlliOlli-Entwickler von Roll7 auf ihrem bekannten Extremsportspiel-Fachgebiet, doch dieses Mal mit einem deutlich actionreicheren Twist. Wir haben uns die Rollschuhe zugeschnürt, sind von Rampen gesprungen, dabei bleihaltigen Projektilen ausgewichen und klären für euch im Test, ob sich Rollerdrome auch in eurer Spielerherz rollen wird.

Im Jahre 2030 dominiert ein blutiger Sport die Medienlandschaft: Rollerdrome. In einer Mischung aus Rollkunstlauf und Gladiatorenkämpfe, messen sich die furchtlosen Teilnehmer zwar nicht direkt im Zweikampf, aber gegen die tödlichen Kämpfer der internationalen Rollerdrome Föderation, die alles daran setzen, dass niemand so leicht der neue Champion des Sports wird. Wir schlüpfen in die Rolle von Kara Hassan, einer jungen Rollerdrome Teilnehmerin, die gerade mal am Anfang ihrer Karriere steht.

Auf den ersten Blick sieht Rollerdrome aus, wie eine adrenalingeladene Mischung aus Tony Hawk’s Pro Skater und Max Payne. Wir vollführen Tricks mit unseren Rollschuhen, weichen Angriffen aus, verschießen stylisch in Zeitlupe Unmengen an Projektilen und müssen nebenbei auch noch die Combo oben halten, damit wir am Ende in den Leaderboards alle hinter uns lassen. Da uns Rollschuhe als Fortbewegungsmittel dienen, haben wir ein recht rasantes Tempo drauf und dank Rampen und Halfpipes fliegen wir durch die Luft, wie Superman. Das Gameplay ist hier recht nah am ersten Ableger der Pro Skater-Reihe. Mit dem linken Stick bewegen wir uns vorwärts und seitlich, mit X springen wir, mit Quadrat vollführen wir Grabs in der Luft und mit Dreieck können wir unsere Rollen an Kanten entlang rutschen aka „grinden“. Um dabei alles aus der wortwörtlichen Trickkiste herausholen zu können, sollten man schnell die verschiedenen Tasten-Kombinationen lernen. Je nachdem in welche Himmelsrichtung wir den linken Stick kurz vor einem Grab oder Grind bewegen, kommt auch ein anderer Trick dabei heraus. Links, Rechts, Quadrat führt so zu einem sogenannten „Pretzel Grab“, während Rechts, Links, Quadrat ein „Coffin“ ist. Aber keine Sorge, damit wir uns das nicht alles merken müssen, lässt sich alles in der Richtung jederzeit im Tricktionary nachschlagen, inklusive Vorschaubildern zum Nachmachen. Das Nutzen einer diversen Trickpalette ist zwar dabei nicht unbedingt wichtig, um am Ende als Rollerdrome Champion an der Spitze zu stehen, für die Highscore Jagd jedoch ist es der beste Weg, um große Mengen an Punkten zu kassieren. Genauso wichtig ist jedoch auch das Halten von Combos und das Erhöhen des Multiplikators. Diesen erhöhen wir dabei nicht durch saubere Tricks, sondern durch das Erledigen der Gegner, die sich uns in den verschiedenen Arenen in den Weg stellen.

Während uns am Anfang noch einfache Grunts mit Keulen und Scharfschützen das Leben schwer machen wollen, stoßen mit den Runden nach und nach neue Kontrahenten dazu. Da hätten wir die Warheads, die uns mit ihren zielsuchenden Raketen quer über das Spielfeld jagen, minenwerfende Riot Guards, die ihr Schild als defensives, aber auch als offensives Mittel nutzen und sogar große Mechs stampfen irgendwann mal über die Veranstaltungsböden. Diese schaffen wir dabei nicht mit unseren ausgefallenen Tricks aus der Welt, sondern mit direkter Waffengewalt, weswegen Kara im Verlauf des Wettkampfes immer wieder neue Werkzeuge in die Hand gedrückt bekommt. Das fängt an bei den doppelten Pistolen, danach folgt eine klassische Schrotflinte, die auch über optionale Slug Munition verfügt, ein Granatwerfer und schlussendlich bekommt unsere rollende Protagonistin Zugriff auf eine experimentelle Railgun. Alle vier Schießeisen unterscheiden sich dabei im Gebrauch und ihrem nutzen, was vor allem bei den unterschiedlichen Gegnern zur Geltung kommt. So hilft das Schild des Riot Guards reichlich wenig gegen eine Granate und Mechs können sich von ihrer eigenen Bewaffnung relativ schnell verabschieden, wenn wir sie gezielt mit der Railgun abschießen.

Rollerdrome ist ein herausforderndes Spiel. Was in den ersten Etappen noch relativ harmlos anfängt, wird später ein regelrechter Spießrutenlauf, in denen wir Challenges abschließen, Tricks vollführen, dazu Kugeln, Minen, Raketen und allerlei anderen Gefahren ausweichen und nebenbei auch noch die Combo aufrecht halten müssen. Kurz gesagt, dass Spiel wird euch ordentlich zum Schwitzen bringen, egal ob jetzt im Hochsommer oder demnächst im kalten Winter. Perfekt also für jeden, der nach einer Herausforderungen lechzt und Runden nach Runden versucht, die eigene Platzierung auf dem Leaderboard zu erhöhen. Wer diesen Anspruch nicht so verfolgt oder sich das Leben einfach etwas leichter machen will oder muss, kann auf die Assist Optionen zurückgreifen. Hier könnt ihr den eigenen Schaden an Kara prozentual verringern oder gar komplett deaktivieren. Wie wäre es auch noch mit unendlich Munition und Reflex? Die allgemeine Spielgeschwindigkeit lässt sich ebenso verringern und auch den Zwang, dass ihr für die weiteren Qualifikationen des Turniers, eine gewisse Anzahl an Challenges abschließen müsst. Einen Haken hat die ganze Sache aber natürlich, denn sobald eine einzige Option hier aktiviert ist, wird eure Leistung auch für das Leaderboard ausgeschlossen. Heißt den ständigen Vergleich mit den anderen Rollerdrome Spieler:innen weltweit könnt ihr da erstmal knicken. Abseits davon gibt es aber keine Einschränkungen und ihr schaltet immer noch alles an Erfolgen und Fortschritten frei. Das betrifft vor allem auch den optionalen Out For Blood Modus, den man nach dem Durchspielen freischaltet. Dieser dient dabei quasi als New Game Plus, wird im Kontext der Geschichte aber clever als nächste Saison für Kara präsentiert. Hier tritt sie dann nicht mehr als Grünschnabel an, hat bereits alle gesammelten Waffen in der ersten Runde, muss sich dafür aber auch gegen mehr Gegner durchsetzen, die auch nochmal deutlich mehr Schaden anrichten.

Wir können nicht über Rollerdrome reden, ohne ein Wort über das fantastische Artdesign zu verlieren. Zwar eindeutig inspiriert durch die klassischen Werke von u.a. Jean „Möbius“ Giraud, präsentiert sich der Titel aber auch mit genug eigener Seele. So steht das eigentlich eher bodenständige Design stark im Kontrast zur Cel Shading Optik. Das liegt einmal an der realistischen Architektur der verschiedenen Setpieces, die mit Einkaufszentren, Seilbahnstation und Sporthallen relativ vertraut wirken, aber auch an den gedämpften Farben, die die 70er Jahre Ästhetik nochmal auf den Punkt bringen. Auf den Punkt ist ebenso der treibende Soundtrack aus der Feder des britischen Synthwave Künstler Electric Dragon, der hier ordentlich an den analogen Synthesizern gedreht hat, wie einst John Carpenter zu seinen besten Zeiten.

Fazit
Rollerdrome ist einer dieser besonderen Titel, in denen man sich komplett verlieren kann, wenn man sich denn darauf einlässt. Die Highscorejagd ist auch über das Durchspielen hinaus motivierend, gerade wenn man genug Kontrahenten aus der eigenen Freundesliste hat und durch die eher kurzen Runden, eignet sich Rollerdrome auch für kleinere Sessions für zwischendurch. Es ist zum Teil Tony Hawk, zum Teil Max Payne, aber im Herzen steht der Titel wunderbar für sich, was u.a. auch an der ausgezeichneten audiovisuellen Präsentation liegt. Somit ist Rollerdrome nicht nur eines der besten Action/Extremsport Spiele des Jahres, sondern generell eins der besten, die man in diesem Jahr spielen kann.

Rollerdrome ist seit dem 16. August für PC, PlayStation 4 und 5 erhältlich. Getestet wurde die PC-Version.

(getestet von Para)

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