Im Test: Nex Machina – Death Machine (Steam, PS4)

Wenn der Bildschirm von grellen Lasern übersät ist und Aliens in hundert Voxels zerspringen, muss das Indie-Studio Housemarque wieder am Werk gewesen sein. Zusammen mit Arcade-Entwicklerlegende Eugene Jarvis präsentieren sie nun ihren neuesten Twin-Stick-Shooter Nex Machina für PC und PS4. Wie wir uns bei der reizüberflutenden Highscorejagd geschlagen haben, erfahrt ihr im Test.

Auch wenn mittlerweile Housemarque zwischendrin Dead Nation und Alienation veröffentlicht hat, ist Nex Machina am ehesten mit ihrem Sidescrolling-Shooter Resogun verwandt. Es entfernt sich wieder von modernen Ideen wie Erfahrungspunkten und Loot und besinnt sich zu alten Stärken, die in einer puristischen Arcade-Erfahrung münden.

Mit einem Klick auf den ersten Menüpunkt ‚Arcade‘ kommen wir direkt zum Herzstück des Spiels, einer sechs Welten umfassende Kampagne. Story und Tutorial? Tötet alle Angreifer! Mit den Sticks bewegen wir uns bzw. feuern unsere Standardwaffe, mit der linken Schultertaste führen wir einen Dash aus, die rechte Schultertaste aktiviert die Sekundärwaffe.

‚Easy to learn, hard to master‘ ist das Motto des Genres. Und während der erste Durchlauf auf einem der niedrigen Schwierigkeitsgrade bereits schwitzige Hände bereitet, schlummern die wahren Herausforderungen noch unter den oberflächlichen Neonlichtern dieses Cyberpunkspektakels. Überleben und zerstören ist nur der Anfang. Wer seine Punktzahl in die Höhe schießen lassen will, rettet noch die wehrlosen grünen Menschen in den Arenen. Resogun lässt grüßen.

Ein Blick auf die Abschlussstatistik einer Welt verrät uns weitere Aufgaben und Geheimnisse. Versteckte Menschen, versteckte Stages, Beacons, Disruptors, Visitors. Dieses Spiel ist komprimierter Wahnsinn, und mit jeder Gameplayfacette erblüht diese hochpräzise, erbarmungslos schnelle Alienjagd auf ein neues Niveau.

Dem traditionellen Arcade-Verfechter mögen das zu viele, zu schwer durchschaubare Secrets zu sein. Wer die plattformübergreifenden Leaderboards erklimmen will, braucht Kenntnisse über jede Ecke der feindlichen Schlachtfelder. Lässt man sich auf das etwas modernisierte Konzept ein, mutiert selbst der Shoot ‚em up-Muffel zum ambitionierten Highscorestürmer. Das Ding macht süchtig.

Besonders motivierend ist der Arena-Modus. Hier tritt man in unterschiedlichen Challenges innerhalb einer Season gegen den Rest der Welt an. Die Modi variieren von klassischen Punktejagden bis hin zu modifizierten Leveln mit besonders (unmenschlich) schnellen Gegnern und Geschossen oder bestimmten Voraussetzungen für die Anerkennung der Punkte.

Wem der Ruhm als Anreiz nicht reicht, der freut sich über die erspielten Credits, mit denen der Spielercharakter optisch ausgestattet werden kann. Ein schnittiger Helm und eine auffällige Laserfarbe und die Replays eurer Bestleistungen erhalten eine persönliche Note.

Doch dieses Umfangmonster ist noch längst nicht bezwungen. Es warten Unmengen an kleinen und großen Herausforderungen in der Statistik. No-Death-Runs, Speed-Runs, stylische Bosskills, zusätzlich freischaltbare Schwierigkeitsgrade. Nex Machina kennt kein Ende an Content und reizt zur Perfektion.

Und was darf bei einem Housemarque-Titel nicht fehlen? Der obligatorische Coop-Modus. Zusammen mit einem Freund können die Kampagne oder einzelne Welten in Angriff genommen werden. Leider gibt es aktuell noch keinen Online-Modus. Wir hoffen sehnsüchtig auf ein Update.

Abseits der spielerischen Qualitäten ist Nex Machina auch graphisch eine Wucht. Das Actiongewitter ist eine prachtvolle Lasershow mit unheimlich viel Bewegung in abwechslungsreichen Welten üblicher Settings wie Eis-, Lava- und Dschungelwelten, aber immer dekoriert mit dem originellen Technokrieger-Alien-Mashup. Dazu pulsieren harte Electrobeats und treiben zu Höchstleistungen an, während Laserbeams aus den Boxen dröhnen und eine verzerrte Frauenstimme unsere Erfolge über die Lautsprecher des Dualshock-Controllers kommentiert. Das Spiel zeigt sich stilsicher und stets sauber.

Fazit:
Mehr Action, mehr Geschwindigkeit, mehr Gegner, mehr Punkte. Wenn man glaubt, Nex Machina hat den Zenit erreicht, legt das Spiel noch einen drauf. Und zusammen mit dem Spiel wachsen auch unsere Fähigkeiten, unsere Koordination und Präzision, und wir erklimmen den Highscoregipfel. Nex Machina ist ein komprimierter Arcadehit, ein reines Shoot’em Up, das sich an der Moderne bedient ohne sein puristisches Spielgefühl zu korrumpieren. Also: zuschlagen, Spaß haben, Punkte jagen!

(getestet von Wladyslaw Oswiecimski)

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