Im Test: GRID (PC, PS4, One)

Vor fünf Jahren erschien mit GRID: Autosport der bislang letzte Teil der Arcaderacer-Reihe aus dem Hause Codemasters. Mit GRID wagen die Rennspiel-Spezialisten nun den Reboot der Reihe und ob dieser erfolgreich war, wird unser Test aufklären!

Die sehr klassisch aufgebaute Kampagne ist wieder mal das Herzstück von GRID. Unser Ziel ist es hier, uns für die GRID World Series zu qualifizieren und diese zu gewinnen. Dafür müssen wir jedoch erst vier von insgesamt sechs Rennklassen mit jeweils 13 Events (bzw. 26 bei den Invitational-Events) und einem anschließenden Showdown-Event gewinnen. Die Rennklassen sind dabei ziemlich abwechslungsreich. Von Tourenwagen, über Muscle Cars bis hin zu Formel-Wagen oder Prototypen bleiben hier wenig Wünsche offen und mit Fernando Alonso ist sogar ein echter Rennsport-Superstar mit einer eigenen Rennklasse vertreten. Anders sieht es aber leider bei den Rennarten aus, denn obwohl die vielen verschiedenen Rennklassen viele spannende Rennmodi hergeben würden, gibt es im gesamten Spiel nur zwei Rennarten: nämlich die Rennen und das Zeitfahren. Auch bei der Streckenanzahl sorgt GRID sicher nicht für Begeisterung. Lediglich  13  Strecken (in 80 verschiedenen Ausführungen) haben den Weg ins Spiel gefunden. Immerhin sind hier namhafte Rennstrecken wie Silverstone, Brands Hatch und Indianapolis sowie spannende Stadtstrecken in Barcelona, Shanghai und Havana vertreten. Der Fuhrpark ist mit insgesamt 65 Fahrzeugen zwar auch nicht riesig, bietet aber viel Abwechslung und namhafte Hersteller wie Porsche und Ferrari oder auch einige exotische Fahrzeuge.

Auch wenn GRID prinzipiell im Arcade-Sektor zuhause ist, bietet es für anspruchsvollere Racing-Fans aber auch einige Möglichkeiten, um für mehr Tiefgang zu sorgen. So kann man eine Vielzahl an Fahrhilfen deaktivieren, auf die Rückspulfunktion verzichten oder auch kleinere Anpassungen am Fahrzeugsetup vornehmen.  Das Schadensmodell hat auf Wunsch nur optischen Einfluss, kann aber auch das Fahrverhalten und die Leistung des Fahrzeugs beeinflussen. Glücklicherweise besitzt GRID keine Gummiband-KI, dafür aber sehr aggressive gegnerische Fahrer. Hier geht das Spiel sogar so weit, dass es bestimmte Gegner auf uns abgesehen haben, wenn wir sie beispielsweise von der Strecke drängen. Durch das so genannte Nemesis-System werden die betroffenen Gegner dann besonders hartnäckig, aggressiv und somit auch herausfordernd. Etwas überflüssig ist dagegen die Funktion unserer Teamkollegen. Wir können diesen zwar den Befehl zum Angriff oder zur Verteidigung geben, einen richtigen Einfluss auf das Rennen hat dies allerdings nicht.

Abseits der Karriere bietet GRID im Einzelspieler-Modus lediglich noch einen Einzelrennen-Modus, bei dem man – im Gegensatz zu den Karriere-Events – immerhin Dinge wie die Rennlänge, die Wetterbedingungen oder die Fahrzeugklasse bestimmten kann. Zum Glück gibt es da aber auch noch einen gelungenen Mehrspieler-Modus, welcher online mit bis zu 16 Spielern gezockt werden. In unseren Tests erwies sich der Netzcode insgesamt als sehr solide, Lags oder Verbindungsabbrüche gab es nur sehr selten. Schade ist nur, dass GRID ohne lokale Mehrspieler-Optionen daher kommt. Gerade bei einem Rennspiel gehört ein Splitscreen-Modus einfach dazu!

In Sachen Präsentation zeigt sich GRID größtenteils von seiner besten Seite. Speziell die toll modellierten Fahrzeuge und die sehr stimmig umgesetzten Stadtkurse sind optische Highlights. Auch das sehr detaillierte Schadensmodell und die tollen Lichteffekte können sich sehen lassen. Zudem lief GRID auf unserer PS4 Pro konstant mit 60fps. Der Sound begeistert zwar einerseits mit wuchtigen Motorensounds, nervt aber andererseits auch mit einem sehr nervigen Kommentatoren-Duo, welches man jedoch glücklicherweise ausschalten kann. Der lahme Soundtrack trägt leider nur wenig zur Präsentation bei.

Fazit:
Letztlich kann man den Neustart von GRID durchaus als gelungen bezeichnen. Speziell durch das spaßige Arcade-Gameplay, die schöne Präsentation sowie den abwechslungsreichen Rennklassen kommen Rennspiel-Fans hier auf ihre Kosten. Einzig die geringe Anzahl an Strecken und die fehlende Abwechslung bei den Rennmodi trüben den Gesamteindruck.