Im Test: Candleman: The Complete Journey (Steam, One)

Anfang letzten Jahres veröffentlichte das chinesische Studio Spotlightor Interactive den Platformer Candleman exklusiv für die Xbox One. Nach fast zwölf Monaten findet der sympathische Titel nun auch seinen Weg auf den PC als Candleman: The Complete Journey. Grund genug für uns den Titel genauer unter die Lupe zu nehmen um herauszufinden, ob die Reise nun wirklich komplett ist.

Als wir im Inneren eines alten Schiffswrack aufwachen, sind alle anderen Kerzen im Schiff ausgebrannt und ruhen in der Finsternis, nur wir nicht. Nicht nur können wir uns selber entzünden, sondern auch frei bewegen. Angetrieben durch den tiefen Wunsch nach Freiheit arbeiten wir uns durch das Wrack, doch wird dies ausreichen oder brauchen wir mehr als das, um unsere wahre Bestimmung zu finden?

Das Core-Gameplay von Candleman ist schnell erklärt: wir bewegen uns genretypisch durch die Level, springen über Abgründe und da es meistens stockfinster um uns herum ist, erhellen wir mit unserem eigenen Licht den Weg vor uns. Doch müssen wir dabei mit dem Kerzenwachs gut haushalten, da wir insgesamt gerade mal zehn Sekunden brennen können, bevor wir selber komplett ausgebrannt sind und damit auch uns selber das frisch gewonneme Leben wieder aushauchen.

Anfangs dient uns unser Licht einzig dafür, um uns sicher durch die Dunkelheit zu navigieren. Je weiter wir aber auf unsere Reise fortschreiten, desto komplexer werden die Rätsel und greifen mitten ins Leveldesign ein. So manipulieren wir in einem Dschungel die Flora und Fauna, erschaffen ganze Plattformen aus dem Nichts oder müssen später mit unserem eigenen Schatten arbeiten und sogar Geister verjagen.

Dabei liegt immer ein beengendes Gefühl der Ungewissheit im Raum und wir können uns nie sicher sein, welche Gefahr hinter der nächsten Ecke auf uns wartet. Die Entwickler beweisen hier eine menge Kreativität und stellen dem Spieler in den insgesamt zwölf Kapiteln von Candleman immer wieder neue Mechaniken vor, die das anfangs simple Gameplay recht schnell bereichern und für die nötige Abwechslung sorgen.

Die Lichtspielereien in Candleman in Verbindung mit den atmosphärischen Stimmungen und dynamischen Schatten sind hier das optische Highlights dies Titels. Die verschiedenen Gebiete unterscheiden sich dabei stark durch ihre Umgebungen und Themen. Präsentiert wird das Abenteuer dabei mehr wie ein Märchen inklusive Erzählerstimme, die der sonst stillen Akustik des Titels einen Klang verleiht.

Fazit:
Mit Candleman: The Complete Journey hat Spotlightor vielleicht nicht den Indie-Ausnahmetitel des Jahres in der Hand, doch kann es durch sein solides Gameplay und einer stimmungsvollen Präsentation mehr als überzeugen. Auch der konstante Fluss an neuen Ideen weiß zu fesseln und gleicht sehr schnell die Startschwierigkeiten in der ersten Stunde des Titels aus. Genre-Fans werden hier vier Stunden lang bestens unterhalten und man darf gespannt sein, was Spotlitghtor als Nächstes aus dem Hut zaubert.

Candleman: The Complete Journey ist seit dem 1. Februar 2018 für PC auf Steam erhältlich.

(getestet von Dr. Para)