Im Test: Beat Saber (PSVR)

Sich wie ein Jedi mit Lichtschwertern im Rhythmus harter elektronischer Musik durch in Würfeln manifestierte Beats säbeln? Das tschechische Entwicklerstudio Beat Games ermöglicht es und macht aus ins im VR-Rhythmus-Game Beat Saber einen musikalischen Jedi-Schlagzeuger. Auf dem PC brach Beat Saber bereits Anfang des Jahres als einer der erfolgreichsten VR-Titel Verkaufsrekorde und endlich kommen auch PSVR-Besitzer in den Genuss dieser schweißtreibenden Musikerfahrung. Wir machen für euch den Soundcheck und erkunden im Test die Neuerungen der Playstation-exklusiven Setlist.

Musik in VR wirkt anders. Spielt man Thumper oder Tetris Effect auf herkömmliche Weise, erhält man grandiose Arcade-Games mit audiovisueller Brillanz. Setzt man allerdings vorher das VR-Headset auf, intensivieren sich die Inhalte zu einem einzigen hypnotischen, psychedelischen Rausch. Trotz des abstrakten Gameplays konnte mich kein anderes Genre so sehr unserer Realität entreißen wie diese mechanisch primitiven, Sound-fokussierten geistigen Nachfahren der Spielhallenklassiker. Umso mehr war ich auf die erste ambitionierte Umsetzung eines Rhythmusspiels für die VR-Systeme gespannt.

Beat Saber übernimmt hierbei das grundlegende Konzept der Guitar Hero-Spiele, passt es aber sinnvoll an die virtuelle Realität an. Unsere Move-Controller werden zu Beat Sabern, einer neonfarbenen Mischung aus Drum Sticks und Lichtschwertern. Anstelle von Noten rasen auf uns Würfel zu, die wir dann von der angezeigten Seite mit dem richtigen Saber zum Beat der Musik zerschneiden. Jeder Schnitt übersetzt sich dann entsprechend der Schlaghärte zu pumpenden Drumsounds.

Die Musik produzierte der tschechische DJ und Komponist Jaroslav Beck, der bereits für große Projekte von Disney als auch EA und Blizzard sein Können unter Beweis stellte. Die Tracklist reicht bei Beat Saber von zugänglichen Pop-Songs bis zu harten Hip Hop-Nummern. Mit 16 – teils Playstation-exklusiven – Musikstücken sind diese allerdings relativ schnell durchgehört und durchgespielt. Die Entwickler von Beat Games versprechen aber regelmäßige DLC-Packs für die PS4, um den fehlenden Custom Tracks-Support der PC-Version zu kompensieren.

Zusätzlich beinhaltet die PSVR-Umsetzung auch eine umfangreiche Kampagne, die uns gemächlich an die höheren Schwierigkeitsstufen heranführt. Neu sind hier auch die Modifier, die uns das Schlagzeugerleben zur Hölle machen können. So müssen wir beispielsweise unsere Arme eine gewisse Gesamtstrecke während des Spiels bewegen, um in der Kampagne voranzuschreiten. Nicht alle Modifier bereichern das Spiel und viele erschweren ein sowieso anspruchsvolles Rhythmus-Game mit genrefernen Aufgaben unnötig. Oftmals hätte ich mir die Hauptaufgaben hier als optionale Zusatzaufgaben gewünscht, damit der Spielfluss beibehalten wird.

Glücklicherweise können wir im Freien Modus ohne Druck trainieren und zu Übungszwecken auch die Geschwindigkeit herunterregeln oder besonders schwierige Stellen isoliert unter die Lupe nehmen. Oft ist es empfehlenswert hier die Tracks, den Rhythmus und die Drumbewegungen, verstehen zu lernen, bevor man sich den Herausforderungen der Kampagne stellt. Nebenbei misst man sich in den unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden mit seinen Freunden oder der ganzen Welt in der Highscoretabelle.

Fazit:
Musik in VR wirkt anders. Näher, intensiver. Der Moment, wenn sich die ersten Drumschläge in einen harten Beat transformieren, die Welt um einen herum in schrillen Neonfarben zur Musik pocht, versetzt uns in einen Zustand audiovisueller Trance. Der Körper wippt zum Takt und in fließenden Bewegungen säbeln wir uns im Rhythmus zur musikalischen Perfektion als wären wir mit Drumsticks in den Händen geboren worden. Beat Saber mag (noch) etwas am Umfang schwächeln, aber es ist die erste Stufe einer neuen Ära von Rhythmusgames und die beste musikalische Erfahrung in der virtuellen Realität.

(getestet von eape)