Im Test: Yakuza Kiwami (PS4)

Bereits im Januar hat uns SEGA mit dem grandiosen Prequel Yakuza 0 begeistern können und vielen Spielern einen Einstieg in die Yakuza-Reihe ermöglicht. Nun legt man mit Yakuza Kiwami, einem Remake des ersten Teils, direkt nach. Was sich alles gegenüber dem 11 Jahre alten PS2-Original so verändert hat, schildert unser Testbericht!

Als Akira Nishikiyama seinen Boss Sohei Dojima, der sich an Yumi vergehen wollte, ermordet, nimmt Kazuma Kiryu die Schuld auf sich und wandert für 10 Jahre ins Gefängnis. Wieder in Freiheit muss Kazuma Kiryu feststellen, dass sich nicht nur der Tojo-Clan, sondern auch sein bester Freund Akira Nishikiyama zum negativen verändert haben. Zu allem Überfluss ist auch noch seine Jugendliebe Yumi verschwunden und Kazuma muss deren Nichte Haruka beschützen.

Die Handlung von Yakuza Kiwami knüpft quasi direkt an die Story von Yakuza 0 an, wodurch jenen, die mit Yakuza 0 angefangen haben, ein perfekter Einstieg ermöglicht wird. Kenner des Originals dürfen sich zudem über 30 Minuten an neuen Zwischensequenzen freuen, die für tiefere Einblicke in die Handlung sorgen. Die Story ist insgesamt sehr spannend und gut gelungen, stellt aufgrund der kurzen Dauer und einigen Fehlern in den Erzählstruktur aber immer noch den Tiefpunkt der Yakuza-Reihe dar. Gerade im Vergleich zu der so großartigen Story aus Yakuza 0 sind deutliche qualitative Unterschiede spürbar. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau!

Spielerisch wurde Yakuza Kiwami sinnvoll verbessert. Das altbackene Kampfsystem aus dem Original wurde an den richtigen Stellen verfeinert. Wie auch bei Yakuza 0 kann man nun zwischen den unterschiedlichen Kampfstilen Brawler, Rush, Beast und Dragon of Dojima wechseln, was für deutlich mehr Dynamik und Abwechslung in den Kämpfen sorgt. Auch das Upgradesystem wurde auf den neuesten Stand gebracht und einhergehend mit den neuen Kampfstilen wurde natürlich auch der Skillbaum stark erweitert. Dadurch ist das Aufleveln von Kazuma natürlich um einiges motivierender, als es beim Original der Fall gewesen ist. Ebenfalls neu ist das „Majima Everywhere“-System, welches dafür sorgt, dass Goro Majima in teilweise verrückten Verkleidungen überall lauert und uns an den überraschendsten Stellen zum Kampf herausfordert.

Verglichen mit anderen Yakuza-Teilen ist die Spielzeit von Yakuza Kiwami – wie beim Original auch – recht kurz ausgefallen. Für die Hauptstory alleine benötigt man etwa zwischen 15 und 20 Stunden. Da das Erkunden von Kamurocho und das Erledigen der zahlreichen Nebenmissionen und Aktivitäten immer noch ein großer Bestandteil des Spiels sind, kann man locker 50 Stunden in das Spiel investieren, wenn man alles erledigen möchte. Immerhin hat SEGA hier einige neue Nebenmissionen und Aktivitäten (z.B. Pocket-Circuit-Autorennen, Mesu King: Battle Bug Beauties oder neue Hostessen) eingefügt. Insgesamt ist der Umfang also immer noch mehr als in Ordnung, zumal Yakuza Kiwami nicht zum Vollpreis, sondern für faire 34,99 Euro angeboten wird.

Yakuza Kiwami hat gegenüber dem PS2-Original in grafischer Hinsicht einen riesigen Schritt nach vorne gemacht. Optisch ist das Spiel nämlich in etwa mit Yakuza 0 zu vergleichen und erstrahlt nun in einer 1080p Aufllösung mit 60fps, hochauflösenden Texturen, verbesserten Charaktermodellen und zahlreichen neuen Effekten in neuem Glanz. Darüber hinaus wurden die Dialoge von den Original-Sprechern der Reihe komplett neu in japanischer Sprache synchronisiert. Das PS2-Original ist damals noch als einziger Teil der Reihe mit englischer Synchronisation im Westen erschienen, die hochwertige, japanische Sprachausgabe passt aber eindeutig besser zur Serie!

Fazit:
Mit Yakuza Kiwami ist SEGA ein großartiges Remake des ersten Teils der Yakuza-Reihe gelungen. Wer erst mit Yakuza 0 in die Serie eingestiegen ist, kann die spannende Geschichte rund um Kazuma Kiryu, Akira Nishikiyama, Goro Majima und Co. nahtlos weiterverfolgen, während Kenner der Reihe sich über neue Storyinhalte, Nebenbeschäftigungen, Sidequests und natürlich die stark verbesserte Grafik freuen können. Das alles ändert jedoch nichts daran, dass Yakuza 1 nach wie vor die schwächste Story und die geringste Spielzeit aller Teile besitzt, was in Anbetracht des fairen Preises aber durchaus zu verschmerzen ist. 

Yakuza Kiwami ist ab dem 29. August sowohl digital als auch in der Retail-Fassung für die Playstation 4 erhältlich und wird 34,99 Euro kosten.

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