Im Test: Yakuza Kiwami 2 (PS4)

Vor genau zehn Jahren erschien mit Yakuza 2 einer der bis heute besten Teile der gleichnamigen Reihe auf der Playstation 2. Passend zu diesem Jubiläum veröffentlichte SEGA nun mit Yakuza Kiwami 2 ein Remake dieses Klassikers, welches nicht nur langjährige Fans der Serie begeistern wird.

Eines vorweg: Wenn ihr zuvor noch keinen Yakuza-Teil gespielt habt, könnt ihr euch die Handlung der Vorgänger problemlos in sehr ausführlichen Rückblenden erzählen lassen. Grob zusammengefasst spielt Yakuza Kiwami 2 direkt nach den Ereignissen aus Yakuza bzw. Yakuza Kiwami. Kazuma Kiryu möchte eigentlich gemeinsam mit Haruka ein friedliches Leben führen, als plötzlich ein Attentat droht, einen Krieg zwischen dem Tojo-Clan und der Omi Alliance auszulösen. Nun liegt es an Kazuma Kiryu, diesen Krieg zu verhindern. Doch dafür muss er es mit Ryuji Goda, dem Drachen von Kansai, aufnehmen. Am Ende kann es nur einen Drachen geben!

Spielerisch setzt das Spiel auf die altbekannte Mischung aus einem Action-Adventure, einem klassischen Brawler sowie einem Rollenspiel. Wir folgen also auch hier der spannenden Handlung und erforschen die offene Spielwelt, während wir in den Kämpfen zahlreichen Ganoven eins über die Rübe hauen. Hier können wir unsere Fäuste, verschiedene Waffen oder Objekte aus der Umgebung im Kampf einsetzen. Für gewonnene Kämpfe, erledigte Quests oder auch absolvierte Freizeitaktivitäten erhalten wir dann Erfahrungspunkte, die wir in die Stärkung unseres Charakters investieren können.

Beim Kampfsystem orientiert sich Yakuza Kiwami 2 an Yakuza 6. Während in Yakuza 0 und Yakuza Kiwami mehrere Kampfstile zur Verfügung standen, konzentriert man sich hier auf lediglich einen einzigen Kampfstil. Dafür sorgt aber ein üppiger Skillbaum mitsamt zahlreichen Specialmoves für die nötige Abwechslung und Dynamik in den Kämpfen.

Die Aktivitäten abseits der spannenden Haupthandlungen sind auch in Yakuza Kiwami 2 wieder mehr als zahlreich. Wir können Tokio und Osaka sehr detailgetreu erkunden und unsere Freizeit beispielsweise mit Restaurants, Karaoke-Bars, Arcade-Hallen, einer Partie Golf oder Hostessclubs verbringen. Außerdem ist der aus Yakuza 6 bekannte Clan Creatorist ebenfalls wieder mit von der Partie. Die vielen verschiedenen Minispiele sowie die wieder Mal großartigen Sidequests, welche die japanische Kultur mitunter gekonnt aufs Korn nehmen, sorgen dafür, dass man oft Schwierigkeiten damit hat, der ebenso lohnenswerten Haupthandlung zu folgen. Während letztere in etwa 20 Spielstunden in Anspruch nimmt, kann man durch all die vielen Nebenaktivitäten locker zwischen 80 und 100 Stunden in das gesamte Spiel investieren. 

Inhaltlich wurden zahlreiche Veränderungen im Vergleich zum Original vorgenommen. Manche Sidequests wurden entfernt, manche Sidequests wurden hinzufügt oder auch einige Zwischensequenzen wurden angepasst, um die Handlung weiter zu optimieren. Die größte Neuerung dürfte aber sicherlich die komplett neue, drei Kapitel lange Kampagne rund um Goro Mijami darstellen. Da er bekanntlich zu den absoluten Lieblingscharakteren der Reihe zählt, werden Yakuza-Fans hiermit vermutlich die größte Freude haben.

Yakuza Kiwami 2 verwendet die gleiche Grafikengine wie der bis dato aktuellste Ableger Yakuza 6.   Der grafische Unterschied zwischen dem PS2-Original und dem Remake ist daher riesig. Die Städte erstrahlen durch die hochauflösenden Texturen, die vielen Details und die großartigen Lichteffekte in neuem Glanz, während die Figuren ebenso top texturiert und klasse animiert sind. Speziell in den vielen Zwischensequenzen fühlt man sich daher oft wie in einem richtigen Yakuza-Film. Im Gegensatz zum Original gibt es zudem auch kaum noch Ladezeiten, wenn man beispielsweise ein Gebäude betritt. Wie in allen anderen Teilen der Reihe sind allerdings auch hier grundlegende Englischkenntnisse vorausgesetzt, um der toll inszenierten Handlung folgen zu können.

Fazit:
Yakuza Kiwami 2 zählt ohne Zweifel zu den besten Remakes, die ich bislang gespielt habe. SEGA hat den PS2-Klassiker nämlich nicht nur grafisch auf den neuesten Stand gebracht, sondern ihn auch inhaltlich und spielerisch sinnvoll verbessert sowie mit einer zusätzlichen Kampagne rund um Goro Majima erweitert. All das macht Yakuza Kiwami 2 für mich zusammen mit Yakuza 0 zum bis dato besten Spiel der Reihe.