Im Test: Samurai Shodown (One, PS4)

Die Samurai Shodown-Reihe zählt unter Beat’em’Up-Fans noch immer zu den beliebtesten 2D-Prüglern. Trotzdem ist seit 2008 kein nennenswerter Ableger mehr auf den Konsolen erschienen. Nun wagt SNK mit Samurai Shodown jedoch einen Neustart der Reihe und setzt dabei wieder auf eine moderne 3D-Optik. Wird dieser Reboot seinen Vorgängern gerecht?

Spielerisch handelt es sich bei Samurai Shodown um ein klassisches Beat’em’Up, bei dem die Kämpfer ähnlich wie in Soul Calibur allesamt mit Waffen ausgestattet sind. Verglichen mit anderen Prüglern bietet Samurai Shodown eine vergleichsweise einfache Steuerung. Im Grunde nutzt man nämlich nur die Richtungstaste sowie vier verschiedene Angriffstasten (leichter, mittlerer und harter Schlag sowie einen Tritt). Auch ellenlange Kombos gibt es hier nicht, stattdessen laufen die Kämpfe gemächlicher und viel taktischer ab. Dies alles führt dazu, dass man als Neueinsteiger ziemlich gut zurecht findet und schon schnell Erfolge feiern kann. Trotzdem bietet das Spiel genug Tiefgang und es dauert schon einige Zeit, ehe man das Spiel wirklich meistern kann. Um zu lernen, wie man gegnerische Angriff kontert, die wenigen Spezialmoves ausführt oder den Gegner entwaffnet, benötigt es dann doch einiges an Übung.

Samurai Shodown bietet zum Launch insgesamt 16 spielbare Kämpfer. Darunter befinden sich 13 bekannte Charaktere, wie Haohmaru, Ukyo Tachibana oder Nakoruru. Neu sind hingegen Yashamaru Kurama, Darli Dagger und Wu-Ruixiang. In Sachen Spielmodi liefert der Titel gewohnte Standardkost ab. Im Story-Modus inkl. Zwischensequenzen wird die Geschichte der 16 Charaktere erzählt, zudem kann man in verschiedenen Übungsmodi trainieren und im Herausforderungsmodus sein können unter Beweis stellen. Innovativ ist hingegen der Dojo-Modus, der einen Geist basierend auf eurem Spielverhalten erstellt. Andere Spieler können gegen unseren Geist antreten, während wir natürlich auch gegen eine Vielzahl anderer Geister antreten können. Insgesamt bleibt der Umfang aber einer der wenigen Schwachpunkte des Spiels, speziell mehr Charaktere wären wünschenswert gewesen. Gerade wenn man das Spiel mit dem neuesten Mortal Kombat-Ableger oder den Prüglern aus dem Hause Bandai Namco vergleicht, kommt man hier einfach deutlich weniger auf seine Kosten.

Der Multiplayer-Modus ist natürlich ein ganz wichtiger Teil des Spiels. Offline können wir das Spiel gegen einen menschlichen Mitspieler zocken oder uns eben im Online-Modus so richtig austoben. Der Netzcode machte auf mich zumindest in den von mir gespielten Onlinepartien einen soliden Eindruck. Nervige Lags gab es schon, jedoch sind diese nur selten aufgetreten.

Optisch setzt Samurai Shodown auf die aktuelle Unreal-Engine und kommt daher erstmals seit den Samurai Showdown 64-Teilen wieder mit einer 3D-Optik daher. Das Ganze erinnert mit seinem comichaften Look, den zahlreichen Effekten und den überproportionierten Kämpfern stark an die letzten Street Fighter-Teile. Beim Charakterdesign ist es den Entwicklern aber dennoch gut gelungen, den Stil der Originale beizubehalten. In Sachen Sound punktet das Spiel mit passenden und teils bekannten Soundeffekten sowie einem Soundtrack, der das Spiel geschehen wunderbar begleitet. Cool ist auch, dass die Charaktere ihren Gegner verspotten oder dessen Kampfleistung kommentieren.

Fazit:
Reboot geglückt: Samurai Shodown konnte mich wirklich positiv überraschend und ist ein echter Beat’em’Up-Geheimtipp geworden! Durch die moderne 3D-Optik und die einfache Steuerung eignet sich das Spiel perfekt für Serien-Neueinsteiger, während das Spiel aber gleichzeitig auch genügend Tiefgang bietet, um Kenner der Reihe zufriedenzustellen und zu fordern. Lediglich der Umfang hätte größer ausfallen müssen. Für den vollen Preis von 60 Euro bietet die Genre-Konkurrenz einfach mehr fürs Geld.