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Im Test: Rebel Galaxy Outlaw (PC)

Das kleine und sympathische Team von Double Damage Games kehrt mit Rebel Galaxy Outlaw wieder zurück in die Weiten des Weltraums, nachdem sie vor knapp vier Jahren mit dem Vorgänger einen absoluten Geheimtipp abgeliefert hatten. Wie schon damals, bietet Outlaw einen etwas lockeren Einstieg ins Space-Sim Kosmos und sieht sich als bunte Alternative zur ernsten und grauen Konkurrenz. Wir waren ein erbarmungsloser Kopfgeldjäger, ein verschlafener Spacetrucker, haben Asteroiden nach Mineralien abgesucht, unser Schiff eigenhändig lackiert und noch vieles mehr erlebt. Wie es uns dabei ergangen ist und ob sich die Karriere als Outlaw für euch lohnt, erfährt ihr im Test.

Die Ex-Piratin Juno Markev will nicht mehr viel im Leben erreichen. Eigentlich nur den Mistkerl ausfindig machen, der ihren Ehemann auf dem Gewissen hat und sich an ihm rächen. Als sie ihn auf einem staubigen Planeten endlich ausfindig machen konnte, scheitert der Hinterhalt und Juno wird selber zur Gejagten. Zwar schafft sie es, dem Tod nochmal knapp von der Schippe zu springen, doch ihr Schiff und auch die restlichen Ersparnisse gehen bei der Notlandung in Flammen auf. Kein Schiff, keine Kohle, Juno steht wieder komplett am Anfang. Ein Anruf bei ihrem alten Bekannten Orzu scheint aber die Rettung zu sein. Sie erledigt einen kleinen Job für ihn und als Bezahlung winkt im Voraus ein Mülltransporter, mit dem man sich wenigstens wieder im lokalen Sternensystem bewegen kann. Ein kleiner, jedoch wichtiger Schritt, denn Rache steht bei Juno immer noch auf dem Speiseplan und dieses Mal wird sie besser vorbereitet sein.

In Rebel Galaxy Outlaw schlüpfen wir in die Rolle von Juno Markev, welche Kenner des Vorgängers noch als Tante Juno kennen sollten, die den damaligen Protagonisten sein erstes Schiff vererbt. Nur mit einer Schrottkiste ausgestattet, die gerade mal so über einen Laser und Schilde verfügt, müssen wir erstmal ordentlich in die Hände spucken, um an die notwendigen Credits zu gelangen, denn in den Weiten des Weltraums dreht sich alles nur um das eine: Geld, Geld und nochmal Geld. Das heißt Aufträge, egal wie klein sie auch scheinen, sind für die nächsten Stunden unsere Dauerbeschäftigung. Hier müssen wir mal ein Minenfeld räumen, dann begleiten wir einen Händler zum nächsten Sprungtor, sammeln Kopfgeld ein und sollten vor allem Treibgut auf dem Markt verkaufen. Klingt jetzt nicht so spannend, bringt aber Kohle in die Kasse. Damit wir all dies erledigen können, müssen wir unseren Hintern erstmal ins All bewegen und hier wird uns auch schon der größte Unterschied zum Vorgänger bewusst. Während wir im ersten Teil unser Schiff nur horizontal bewegen konnten und die Kämpfe sich dadurch mehr wie Schlachten auf dem Meer angefühlt hatten, sind wir hier komplett frei von allen Barrieren unterwegs und können uns mit unseren Raumschiffen bewegen, wie wir wollen. Eine starke Umgewöhnung, die gerade die Fans des Vorgängers, die eben diese Gemütlichkeit der großen Kreuzer geschätzt haben, verschrecken könnte. Die Entwickler haben hier zum Glück mitgedacht und eine Auto-Chase Funktion eingebaut, die es uns erlaubt, Ziele automatisch zu verfolgen. Das Lenken sowie das Anpassen der Geschwindigkeit übernimmt hier komplett der Autopilot, weswegen wir uns nur um das Betätigen des Abzugs kümmern müssen. Dies vereinfacht die Kämpfe ungemein und somit verfügt auch Outlaw eben über diese Gemütlichkeit des Vorgängers, ohne gleichzeitig Abstriche beim Gameplay machen zu müssen. Auch lassen sich auf Knopfdruck längere Reisen überspringen, was gerade längere Transportmissionen zwischen mehren Systemen deutlich angenehmer macht.

Dass uns einiges abgenommen werden kann, heißt aber nicht, dass man einfach so kopflos in die Kämpfe ziehen soll. Die Wahl der Bewaffnung kann darüber recht entscheidend sein, ob wir die Auseinandersetzungen überstehen oder nicht. So sind Autocannons hervorragend dafür gedacht, die gegnerische Panzerung einzureißen, beißen sich aber gleichzeitig die Zähne aus, wenn sie auf Schilde treffen. Also sollten wir auch Energiewaffen dabei haben, die dieses Problem erstmal lösen. Ein wichtiger Aspekt ist dabei vor allem der Energieverbrauch, denn alles nagt an unserem Reaktor. Ähnlich wie in anderen Spielen, könnte man unsere Energie wie eine Ausdauer verstehen. Schießen wir im Dauerfeuer, verlieren wir Energie. Nutzen wir unseren Booster, um schneller zu fliegen, verlieren wir Energie und benutzen wir beides gleichzeitig, dann… Na ja, dann verlieren wir in wenigen Sekunden unseren kompletten Vorrat an Energie und können, bis sich der Reaktor wieder von alleine auflädt, weder unsere Waffen nutzen, noch regenerieren sich unsere Schilde und extra Schub ist dann auch erstmal Geschichte. Das haushalten von Energie ist also das A und O, wenn wir im Weltraum überleben wollen. Neben der Wahl der richtigen Bewaffnung, sollte man sich auch überlegen, in welchem Schiff man Platz nehmen will. In einem flinken Fighter, der für Dogfights bestens geeignet ist, oder doch eher in einem Transporter, der sich zwar langsamer bewegt, dafür aber über Plätze für automatische Geschütze verfügt und durch einen größeren Laderaum mehr an Treibgut transportieren kann. Da man bei einem Wiederverkauf dazu noch relativ wenig Credits verliert, kann man ruhig herumexperimentieren, ohne die Bedenken haben zu müssen, dass man sich irgend etwas verbaut oder wieder stundenlang sparen muss. Sparen sollte man in Rebel Galaxy Outlaw eh auf keinen Fall, denn das Spiel reagiert auf unseren Marktwert, der durch unser Gesamtvermögen berechnet wird. Wie viel Credits stecken in unserem komplett Schiff und wie viel haben wir auf der Bank? Sparen wir also immer nur auf das nächste Schiff, ohne dabei irgendwas davon in die Ausrüstung zu investieren, bekommen wir schnell Probleme. Piraten, die einst nur selber in Nussschalen unterwegs waren, stecken nun selber in besseren Schiffen und bringen teilweise zur Unterstützung ganze Fregatten und Schlachtkreuzer mit. Gleichzeitig verdienen wir aber auch mehr Credits, durch bessere Aufträge. Das heißt also, lieber das alte Gefährt bis zum Maximum upgraden, bevor man vielleicht unterbewaffnet in einem neuen steckt und kein Land mehr sieht.

Wenn wir dann mal nicht mit dem Kämpfen beschäftigt sind, verbringen wir Zeit in den unzähligen Raumstationen, die über die Systeme verteilt sind und über eigene Wirtschafts-Ökonomien verfügen und unter verschiedenen Regierungen arbeiten. Hier nehmen wir neue Aufträge an, verkaufen die gefundene Fracht auf dem Markt, reparieren und rüsten unser Schiff auf und in der Bar können wir neue Gerüchte aufschnappen und uns sogar an verschiedenen Minispielen versuchen, die je nach Glück uns auch einen kleinen Geldsegen bescheren können. Besonders selten sind die Stationen, die über einen Schwarzmarkt verfügen, über den sich illegale Ware kaufen und vor allem verkaufen lassen. Gerade letzteres kann einiges Geld abwerfen, bietet aber auch ein Risiko für uns. Denn schießen wir Piraten ab, lassen diese meistens illegales Treibgut zurück, wie z.B Biowaffen, menschliche Transplantate, Drogen und sonstige Schmugglerwaren. Zwar lässt sich davon alles einfach via Traktorstrahl in unseren Laderaum ziehen, doch kommt es nicht selten zu Kontrollen seitens der Weltraum-Polizei. Entdeckt man bei uns etwas Illegales, wird nicht lange nachgefragt, die Cops eröffnen direkt das Feuer und wir landen auf der Fahndungsliste. Damit wir also gar nicht erst in diese brenzlige Situation kommen, können wir die heiße Ware schnell vor dem Scan ins All schießen, um sie kurz danach wieder einzusammeln oder wir investieren in einen Schmugglerraum für unser Schiff. Diese speziellen Varianten sind zwar deutlich kleiner als normale Laderäume, dank einer speziellen Technologie werden Scanner ausgetrickst und somit können wir in aller Seelenruhe durchs All schippern und durch den Verkauf von Drogen reichlich Credits verdienen.

Auf dem ersten Blick unterscheidet sich Rebel Galaxy Outlaw vor allem mit seinem farbenfrohen und verspielten Design stark von seinen Genre-Kollegen. Lichter sind grell und lebendig, Explosionen erhellen die Schwärze des Alls und sehen doppelt so groß aus, als sie hätten sein müssen und kein Schiff kommt einfach in einem militärischen Grau daher. Dazu gibt es, wie schon beim Vorgänger, ordentlich was auf die Ohren, dank des exzellenten und dynamischen Soundtracks, der durch rockiger Country Musik das Space Cowboy-Feeling perfekt unterstreicht. Wer Abwechslung davon braucht, kann zwischen etlichen Radiosendern wählen, die unterschiedliche Musikrichtungen abdecken und wem das alles nicht reicht, kann in der PC-Version ganz einfach seinen eigenen Radiosender erstellen und sogar die komplette dynamische Musik austauschen.

Fazit:
Als Fan des Vorgängers hatte ich gewisse Erwartungen an Rebel Galaxy Outlaw. Es sollte nichts von seinem Charme verlieren und in so gut wie jedem Bereich mit verbesserten Gameplay-Elementen und mehr Content punkten. Nach ca. zwanzig Stunden Spielzeit kann ich mit ruhigen Gewissen sagen, dass dies alles zum Glück eingetroffen ist. Es hat nichts von seiner Faszination verloren und wurde in so gut wie jedem Aspekt verbessert. Gerade das Missionsdesign bietet deutlich mehr Variationen und ist deutlich dynamischer. Wer also damals schon mit dem Vorgänger etwas anfangen konnte, wird Rebel Galaxy Outlaw schnell in sein Herz schließen, aber auch Neulinge sollten sich den Titel unbedingt anschauen, denn eine einsteigerfreundlichere Space-Sim gibt es nicht auf dem Markt.

Rebel Galaxy Outlaw ist seit dem 13. August für PC im Epic Games Store erhältlich. Konsolen-Ports für Playstation 4 und Switch sind für einen späteren Zeitpunkt geplant.

(getestet von Dr. Para)

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