Im Test: Party Hard 2 (PC)

Manchmal gibt es Indies, die in kürzester Zeit dank Twitch oder etwaiger Streamingplattformen zum rasenden Phänomen werden. Party Hard war im Jahr 2015 eines dieser Spiele, welches bereits kurz nach seinem Erscheinen eine kleine Fangemeinde aufbaute und zum Kult avancierte. Fast 4000 durchweg positive Steam Reviews für den Erstling später, erscheint mit Party Hard 2 der Nachfolger zum Serienmörder-Simulator aus dem Hause Pinokl Games und tinyBuild.

Als Darius, auch bekannt als der Party Hard Killer, unerwartet gefeuert wird, gibt es für ihn nur eine Lösung: Er muss bewaffnet mit seinem treuen Messer die Firmenfeier stürmen und sie um jeden Preis verhindern. Versteckt hinter seiner Maske, betritt er die Firmenfeier und das Unheil nimmt seinen Lauf. So kurz und bündig lässt sich die Geschichte von Party Hard 2 umschreiben. Auch wenn die Geschichte – präsentiert in Comicartig teils bewegten Standbildern – nicht gerade das Highlight des Spiels darstellt, so hat sie doch die eine oder andere Überraschung parat und weiß vor allem zu unterhalten. Gepaart mit der stimmigen 3D-Pixeloptik in Neonfarben, dem Synthwave-Soundtrack und den kernigen Sprechern entsteht ein angenehmer 80s B-Movie Vibe, passend zum Thema des Spiels.

Das Gameplay von Party Hard 2 wurde größtenteils aus dem Erstling übernommen und generalüberholt. Neu sind die unterschiedlichen Ziele und Herangehensweisen, die es nun im Spiel gibt. So bleibt es uns überlassen, welchen der zwei Wege wir in den jeweiligen Levels bestreiten. Töten und erledigen wir nur die vorgegebenen Ziele oder töten wir in gewohnter Manier einfach alle. Beide Herangehensweisen spielen sich gleich interessant und keine von beiden ist jemals einfach. Entscheiden wir uns dafür, nur die vorgegebenen Ziele zu erledigen, entstehen aus den Levels fast schon hitman-esque Locations, in denen es gilt, mit Cleverness und Geduld zum Ziel zu kommen. In den Levels selbst haben die Entwickler eine Menge Easter Eggs und Anspielungen aus 80er-Jahre-Filmen versteckt. Manche mehr und manche weniger offensichtlich. So werden wir zum Beispiel auf einer Party von einem Schlägertyp verfolgt, dessen Eintritt sehr an Arnold Schwarzeneggers Ankunft in Terminator 2 erinnert. Großartig!

Die Areale, in denen Party Hard 2 spielt, sind abwechslungsreich und unterschiedlich. So morden wir uns durch ein Motel in der Wüste, ein Krankenhaus oder die eingangs beschriebene Betriebsfeier. Nur eins haben die Levels alle gemeinsam: überall wird gefeiert.

Neu bei Party Hard 2 ist nun die Möglichkeit, aus mehreren in den Levels gefunden Gegenständen neue, hilfreiche Tötungsmittel zu basteln. Aus einer Flasche Schnaps und einem Kanister Benzin entsteht im Handumdrehen ein Molotow-Cocktail, mit dem sich prima mehrere Ziele auf einmal ausschalten lassen. Ferner verfügt Darius jetzt über eine Art Multikill-Spezialfähigkeit, mit der er auf Knopfdruck in einem kleinen Radius alles ausschalten kann. Außerdem verfügt er nun über eine, aus den Arkham-Spielen bekannte, Detective Vision, mit der er wichtige Objekte und Zielpersonen in der Spielwelt ausfindig machen kann, was im Gewusel von manchmal rund 100 NPCs auch bitter nötig ist.

Fazit:
Entwickler Pinokl Games liefert mit Party Hard 2 eine gelungene Fortsetzung zu ihrem Slasher aus dem Jahr 2015 ab. Durch die charmante Anlehnung an Filme aus den 80ern wird das doch recht ungewöhnliche Szenario nie unangenehm oder gar abstoßend. Durch die neuen Herangehensweisen spielen sich die Levels wie kleine Puzzles, in denen meist Geduld und Vorsicht der Weg zum Ziel sind. Wer den Erstling mochte, wird Party Hard 2 lieben!

(getestet von Frank Johann)