Im Test: Metroid: Samus Returns (3DS)

Die diesjährige E3 war ein Fest für alle Metroid-Fans, denn neben Metroid Prime 4 wurde mit Metroid: Samus Returns auch endlich wieder ein 2D-Ableger der Reihe angekündigt. Wieso Metroid: Samus Returns weit mehr ist, als nur ein Remake von Metroid II, deckt unser Testbericht auf.

Die Handlung setzt unmittelbar nach dem ersten Metroid-Teil ein. Unsere Lieblingskopfgeld-Jägerin Samus Aran wird auf den Planeten SR388 geschickt, um dort alle Metroid-Lebensformen auszulöschen, damit die Weltraumpiraten sie nicht für ihre Zwecke missbrauchen können.

Spielerisch orientiert sich Metroid: Samus Returns an dem GameBoy-Original oder eben auch anderen Teilen wie Super Metroid bzw. Metroid Fusion. Es handelt es sich hierbei also wieder um ein waschechtes Metroidvania-Spiel, bei dem wir die Levels bis ins kleinste Detail erkunden, neue Fähigkeiten erlernen, um Zugang zu zuvor gesperrten Gebieten zu erlangen und uns natürlich mächtigen Bosskämpfen widmen. Das Spiel punktet hier vor allem mit einer sehr angenehmen, einsteigerfreundlichen Lernkurve. Samus erlernt nach und nach immer weitere Fähigkeiten, die somit auch dem Spieler in größeren Abständen näher gebracht werden. So können wir irgendwann als Morphball durch kleine Schächte rollen und Bomben legen, später Gegner mit dem Eisstrahl einfrieren oder mit einem verbesserten Anzug Hitze überstehen. Viele dieser Fähigkeiten gab es im Original noch gar nicht, Metroid: Samus Returns ist in der Hinsicht quasi eine Art Best Of der Reihe. Mit den Aeion-Fähigkeiten haben die Entwickler aber auch komplett neue Fähigkeiten eingefügt, die mittels der Aeion-Energie (ähnlich wie Mana) eingesetzt werden können. Mithilfe dieser Aeion-Kräfte können wir die Zeit anhalten, unsere Umgebung scannen (und somit zerstörbare Blöcke ausfindig machen), mächtige Projektile abfeuern oder einen elektromagnetischen Schild aktivieren. Außerdem haben die Entwickler eine brandneue Konter-Attacke integriert, welche die Kämpfe um einiges interessanter macht.

Die Steuerung dürfte für die Entwickler eine echte Herausforderung dargestellt haben, schließlich sind die Buttons des 3DS hier teilweise sogar doppelt belegt. Durch eine durchdachte Belegung und eine gute Einbindung des Touchscreens ist dies MercurySteam aber sehr gut gelungen! Zudem kann auch die Stick-Steuerung überzeugen, weil sie auch ein viel genaueres Zielen in den Kämpfen ermöglicht.

So grandios ich Metroid: Samus Returns aber auch finde, es gibt dennoch einige kleine Punkte, die mich gestört haben. So hätte ich mir insbesondere mehr Abwechslung beim Gegnerdesign und den Metroid-Bosskämpfen gewünscht. Letztere (insgesamt 40 an der Zahl) ähneln sich für meinen Geschmack nämlich zu sehr. Außerdem ist der Schwierigkeitsgrad gerade für Metroid-Fans zu niedrig angesetzt, was eben auch an der Konter-Attacke liegt, welche die Kämpfe vereinfacht.

Beim Umfang ist deutlich zu erkennen, dass das Spiel gegenüber dem GameBoy-Original enorm erweitert wurde. Während man das Original in etwa fünf Stunden zu 100% durchspielen konnte, benötigt man bei Metroid: Samus Returns zwischen 15 und 20 Spielstunden. Kein Wunder, schließlich sind die Level nun um einiges größer und man muss 40 Metroids und weitere Bossgegner bekämpfen. Außerdem gibt es viele Verstecke und Geheimnisse (z.B. Raketenupgrades und Energietanks), die es zu entdecken gilt. Nach dem Durchspielen wird zudem ein weiterer Schwierigkeitsgrad freigeschaltet, der zu einem weiteren Spieldurchgang einlädt. Wer im Besitz der verschiedenen Metroid-Amiibos ist, kann ebenfalls einen weiteren Schwierigkeitsgrad oder auch einen weiteren Energietank freischalten.

Optisch lässt sich Metroid: Samus Returns definitiv als eines der stärksten 3DS-Spiele bezeichnen. Ich persönlich hätte zwar eher auf einen typischen 2D-Spritelook gesetzt, aber die detaillierte 3D-Optik passt ebenso gut zum Spiel und fängt die düstere Sci-Fi-Atmosphäre perfekt ein. Die Animationen sind butterweich, die Darstellung stets flüssig und der 3D-Effekt ist eine echte Bereicherung für die Reihe. Begleitet werden wir zudem von einem tollen Soundtrack mit vielen bekannten, meist etwas aufgefrischten Stücken und den kultigen Soundeffekten.

Fazit:
Ich muss gestehen, dass ich so meine Zweifel hatte, ob Metroid: Samus Returns dem Original und der namhaften Reihe gerecht werden kann. Die Zweifel waren letztlich aber absolut unbegründet, denn Metroid: Samus Returns zählt nicht nur zu den besten Teilen der Reihe, sondern auch zu den besten 3DS-Spielen überhaupt! Dem spanischen Entwicklerstudio MercurySteam ist hier in enger Zusammenarbeit mit Nintendo eine großartige Neuinterpretation des GameBoy-Originals gelungen, welche viele altbewährte Elemente, aber auch viele neue Ideen bietet. Die gesamte Präsentation fängt die düstere Sci-Fi-Atmosphäre perfekt ein, während der tolle 3D-Effekt eine echte Bereicherung für das Spiel ist. Bleibt nur zu hoffen, dass in Zukunft noch weitere Titel dieser Art folgen werden!

Metroid: Samus Returns ist seit dem 15. September exklusiv für den Nintendo 3DS erhältlich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.