Im Test: Knack 2 (PS4)

Zum PS4-Launch konnte Knack aufgrund des eintönigen Kampfsystems und des abwechslungsarmen Gameplays für wenig Begeisterung sorgen. Umso überraschender, dass Sony dem Entwicklerteam um Mark Cerny und Co. eine zweite Chance gegeben hat. Ob man diese nun auch genutzt hat, zeigt unser Test.

In Knack 2 dreht sich alles um mächtige Roboterkrieger aus längst vergangenen Tagen, die auf mysteriöse Weise zum Leben erweckt wurden und fortan die Erde bedrohen. Knack, sein Kumpel Lucas und dessen Onkel Rider müssen die Roboterarmee nicht nur bekämpfen, sondern auch den Grund ihrer Wiederauferstehung herausfinden. Zu allem Überfluss stellen die Kobolde immer noch eine weitere Bedrohung dar.

Die Handlung von Knack 2 ist letztlich zwar um einiges interessanter als im Vorgänger, richtige Spannung mag aber dennoch nicht aufkommen, weil es an interessanten Charakteren, einer packenden Inszenierung der Handlung und guten Dialogen mangelt.

Für mich war das eintönige Kampfsystem jedoch immer die größte Schwachstelle des Vorgängers. Zum Glück haben die Entwickler für den zweiten Teil hart daran gearbeitet, denn sowohl Knack selbst als auch seine Gegner haben viele neue Moves auf Lager, was die Kämpfe viel dynamischer macht. Darüber hinaus gibt es jetzt auch einen Skillbaum, bei dem man Verbesserungen für Angriffe aber auch komplett neue Angriffe erlernen kann. Selbst auf dem normalen Schwierigkeitsgrad sind die Kämpfe teilweise sehr fordernd und man ist gezwungen, Angriffe zu blocken, zu kontern bzw. ihnen auszuweichen.

Auch wenn die Kämpfe immer noch den größten Teil des Spiels ausmachen, ist es den Entwicklern gelungen, den Spielablauf wesentlich spaßiger und abwechslungsreicher zu gestalten. Knack kann zum Beispiel per Knopfdruck zwischen seiner großen und kleinen Form wechseln und muss diese Fähigkeit im Laufe des Spiels sehr oft nutzen, um verschiedene Schalter- und Schieberätsel zu lösen. Darüber hinaus gibt es nun deutlich mehr Hüpfpassagen im Spiel, während einige Quick-Time-Events und Fahrzeug-Sequenzen alles nochmals auflockern. Die Bosskämpfe können sich ebenfalls sehen lassen, weil sie zum einen sehr fordernd sind und zum anderen meist immer unterschiedlich ablaufen.

Insgesamt besteht Knack 2 aus 15 verschiedenen Kapiteln, was einer Spielzeit von etwa zehn bis zwölf Spielstunden entspricht. Nach dem ersten Durchgang kann man zudem im New Game+ mit seinen bereits erhaltenen Fähigkeiten weiterspielen und beispielsweise nach den versteckten Geräteteilen suchen oder zusätzliche Kampf- und Zeit-Herausforderungen meistern. Die gesamte Kampagne lässt sich alternativ aber auch im lokalen Koop-Modus mit einem Freund spielen. Dadurch, dass sich Knack 2 auch an jüngere Spieler richtet, eignet es sich somit auch perfekt für gemeinsame Spielstunden mit den Kindern oder Geschwistern.

Auch grafisch hat Knack 2 einen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Zwar ist das Spiel aufgrund von teilweise schwachen Texturen und der biederen Inszenierung der Story von Grafikreferenzen wie Uncharted oder Horizon meilenweit entfernt, aber dafür kann es mit tollen Partikeleffekten und vor allem viel abwechslungsreicher gestalteten Umgebungen (Stadt, Dschungel, Wüste, Ruinen und vieles mehr) als im Vorgänger punkten. Etwas nervig ist jedoch die feste Kameraperspektive, die immer mal wieder für eine fehlende Übersicht sorgt. PS4 Pro-User können Knack 2 übrigens in einer 4K-Auflösung spielen oder sich für eine Darstellung in 60fps entscheiden. Darüber hinaus verfügt das Spiel auch über eine schicke HDR-Option. Mir persönlich haben auch der Soundtrack des Spiels sowie die deutsche Synchronisation gut gefallen.

Fazit:
Ich hätte es nach dem enttäuschenden ersten Teil nicht für möglich gehalten, aber mit Knack 2 ist den Entwicklern der Sprung von einem Durchschnittstitel zu einem empfehlenswerten Jump’n’Run-Vergnügen gelungen! Durch die Puzzle- und Fahrzeug-Abschnitte konnte man den Spielverlauf viel abwechslungsreicher gestalten, während die zahlreichen neuen Moves das Kampfsystem bereichern und auch die Schauplätze mehr Abwechslung als im Vorgänger bieten. Abgerundet wird das Ganze mit einem sehr spaßigen Koop-Modus, welcher zu gemeinsamen Zocksessions mit jüngeren Gamern einlädt. Lediglich die schwache Kameraführung und die lahme Story verhindern den Hit-Status. Trotzdem kann ich Knack 2 allen Fans von klassischen 3D-Jump’n’Runs empfehlen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.