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Im Test: Hardcore Mecha (PC, PS4)

Einst im Line-up des Playstation China Hero Project, erschien das 2D-Action-Spektakel Hardcore Mecha bereits im vergangenen Jahr auf Steam und findet nun endlich seinen Weg auf die Playstation 4. Statt aus Japan, sind die Entwickler von RocketPunch Games aus der Volksrepublik China und versuchen sich mit ihrem ersten Titel im westlichen Markt. Wir konnten natürlich nicht anders und mussten das Shoot’em up ganz genau unter die Lupe nehmen. Ob sich Hardcore Mecha dabei gegen die Konkurrenz aus Nippon behaupten kann, liest ihr wie immer bei uns im ausführlichen Test.

Wir schreiben das Jahr 2221. Die Menschheit hat dank eines Wurmlochs das ganze Sternensystem bereist und die Planeten zu Produktionsstätten umgewandelt. Nahrung, Ressourcen, alles wird von den unzähligen Kolonien abgedeckt und Mutter Erde darf nun in die verdiente Rente gehen. Eine goldene Ära des Überflusses bricht an, doch nicht für jeden. Immer wieder kommt es zu Konflikten innerhalb der Kolonien, die sich von der Regierung der Erde ungerecht behandelt fühlen. Tarethur O’Connell, seines Zeichens Söldner und Mecha Pilot für Hardcore Defense Corp., bekommt eines Tages den Auftrag, eine verschwundene Offizierin auf dem Mars ausfindig zu machen. Doch kommt es, wie es kommen muss und Tarethur und seine Kameraden landen mitten in eine militärische Verschwörung, die alles daran setzt, dass der drohende Bürgerkrieg zwischen Erde und den Kolonien nur weiter eskaliert.

Hardcore Mecha versteht sich als klassisches 2D-Shoot’em up à la Metal Slug oder Contra, in dem wir uns linear, von links nach rechts durch die Level bewegen und uns dabei gegen eine schiere Anzahl an Feinden stellen, die nur so von allen Richtungen auf uns herabregnen. Unser mehr als wehrhafter Mecha ist dabei unser bester Freund und verfügt zum Glück über ein großzügiges Arsenal an verschiedenen Waffen, die eher konventioneller Natur sind. Maschinenpistolen, Schrotflinten, Sturmgewehre, Raketenwerfer, alles recht bekannt, nur halt in einer extra großen Ausführung für unseren extra großen Stahlkoloss. Davon mitnehmen dürfen wir zwei Primärwaffen, sekundäre Bordgeschütze für den Notfall, zwei verschiedene Nahkampfattacken und den sogenannten Ultimate Skill. Alles ist aber nicht vorgegeben und kann somit von uns im weiteren Verlauf gegen weitere Waffen und Skills eingetauscht werden. Der Ultimate Skill ist dabei unsere Superwaffe, die erstmal im Kampf aufgeladen werden muss. Einmal aktiviert, hinterlässt sie aber dafür nur Schutt und Asche und ist besonders gegen mehre Gegner gleichzeitig effektiv. Auf unsere offensiven Mittel können wir uns aber nicht alleine verlassen, wenn wir das Ende der Geschichte sehen wollen, denn vor allem die Mobilität unseres Mecha ist für unsere Überlebenschancen verantwortlich. Dank den eingebauten Düsen, boosten wir von einer Sekunde zur Nächsten in alle Himmelsrichtungen oder schweben einfach elegant über den Boden, um den nötigen Höhenvorteil zu haben. Doch sollten wir dabei immer ein Auge auf unsere Energieleiste haben, denn der Antrieb verbraucht mit jedem Manöver kostbare Energie und bringt uns beim kompletten Aufbrauchen schnell wieder auf den Boden zurück. In solchen Situationen hilft uns dann nur noch unser Schild, welches jedoch über eine bestimmte Haltbarkeit verfügt und nach zu viel Schaden auch kapituliert. Bekommen wir dann ein paar Kratzer zu viel ab, lässt sich die Hülle per Reparaturkit wieder auf Vordermann bringen oder wir nutzen die Reparaturstationen, die man verteilt in den Missionen antrifft. Zusätzlich dazu finden wir aber auch einige NPCs, die unsere Hilfe brauchen und sekundäre Missionsziele bereithalten, die wiederum mit einem schönen Punkte-Bonus bezahlt werden. Nach jedem abgeschlossenen Auftrag wird unsere erbrachte Leistung zu einer Gesamtnote verrechnet und mit Punkten belohnt. „Wie schnell haben wir das Level abgeschlossen?“, „wie viele erfolgreiche Abschüsse?“, „wie hoch war der erlittene Schaden?“ und einige andere Dinge bestimmen dabei, ob wir C, B, A oder sogar S erhalten. Mit den verdienten Punkten lassen sich zwischen den Einsätzen neue Items, Mods, Waffen und Skills einkaufen, die wir auch dringend brauchen, wenn wir mit dem Feind auf Augenhöhe bleiben wollen.

Um ein wenig Abwechslung in die Daueraction zu bringen, wirft uns das Spiel in den insgesamt 18 Missionen immer wieder in verschiedenen Situationen, die vom einfachen Suchen und Zerstören abweichen. So müssen wir in einer Mission unseren Einsatz größtenteils unter Wasser fortführen, was unsere Bewaffnung stark einschränkt und somit neue Taktiken erfordert. Dann müssen wir zusammen mit Verbündeten einen wichtigen Punkt halten und verstärken dabei unsere Position mit zusätzlichen Deckungen und Geschützen, was es recht Tower Defense-artig wirken lässt. Selbst unseren Mecha lassen wir hier und da mal stehen und führen die Mission zu Fuß fort, was aus dem Ganzen ein Stealth-Game macht. Wir weichen Wachen und Suchscheinwerfer aus, verstecken uns hinter Kisten und klettern natürlich auch durch Lüftungsschächte. Metal Gear Solid & Co. lassen grüßen. Nicht ganz so abwechslungsreich, aber auch nicht zu verachten, sind die vielzähligen Bosskämpfe. Mal müssen wir uns mit den besten Mecha Piloten des Systems messen, dann rollt hier und da mal ein gepanzerter Zug an oder es heißt David gegen Goliath und wir dürfen gegen eine bildschirmfüllende Bergbaumaschine antreten. Mit diesen regelmäßigen neuen Ideen lockert Hardcore Mecha das Pacing in den gut fünf Stunden Spielzeit wahnsinnig gut auf und sorgt für eine überraschende Frische im sonst eher klassischen Shoot’em up-Feld. Wer danach immer noch nicht genug hat, kann versuchen, jede Mission mit Rank S abzuschließen oder stürzt sich in den Multiplayer Modus. Hier können wir auf alle Mecha im Spiel zurückgreifen und uns gegen andere Spieler messen. Online oder sogar offline zu viert im Splitscreen, kann man somit den wirklich besten Piloten auserkoren.

Wer schon einmal eine Folge von Mobile Suit Gundam gesehen hat, wird sich in den Cutscenes von Hardcore Mecha direkt heimisch fühlen. Der Look der Kampfmaschinen, die Charaktere, so gut wie alles an der Präsentation erinnert an die legendären Serien von Schöpfer Yoshiyuki Tomino. Doch hier hört der Vergleich nicht auf, denn während wir in den Zwischensequenzen und Dialogen Charaktere in ihren normalen Proportionen zu Gesicht bekommen, wechselt das Spiel in den Missionen zu einem Chibi Art-style, was alles und jeden fast schon kindlich erscheinen lässt. Ja, selbst die mörderischen Kampfmaschinen. Kenner der Super Robot Wars-Reihe von Bandai Namco werden wissen, was damit gemeint ist. Alle anderen könnte es jedoch erstmal abschrecken. Nach einer gewissen Zeit, fällt dies aber nicht mehr wirklich ins Gewicht, da gerade die 2D-Animationen von Hardcore Mecha eine wahre Freude sind. Nicht nur wirken sie auf der Playstation 4 flüssig und scharf, sondern wirken durch einen detaillierten 3D-Effekt fast schon wie bewegtes Artwork, welches man vielleicht am nächsten mit der Arbeit von Arc System Works vergleichen könnte, wenn auch diese Qualität nicht ganz erreicht wird. Bei dem Soundtrack ist man dabei auf Nummer Sicher gegangen und untermalt die Action in der Regel mit eher kitschigen Rock Songs, was aber gut ins Bild des Spiels passen. Besonders sticht hier das Main Theme hervor, für welches das Studio extra den japanischen Sänger Hironobu Kageyama ins Boot geholt hat, der unter älteren Anime-Kennern kein Unbekannter sein sollte. Gerade „Unmei no Hi- Tamashi vs. Tamashi“ sollte jedem Dragon Ball Z Fan ein Begriff sein. Das die Wahl hier auf den mittlerweile 58-Jährigen gefallen ist, ist nur ein weiterer Beweis dafür, dass das Team eine echte Leidenschaft für die Materie besitzt.

Fazit:
Mit Hardcore Mecha hat mich Entwickler RocketPunch Games in vielen Punkten überrascht. Die Kämpfe fühlen sich dank des Movements schnell, aber nicht zu hektisch an. Durch die Anpassungsmöglichkeiten unseres Mecha haben wir genügend Freiraum für einen eigenen Spielstil und das abwechslungsreiche Missions-Design lockert immer wieder die Daueraction mit einzigartigen Situationen auf. Dabei sollte man von der Story nicht allzu viel erwarten, da sie eben einige Genre-Klischees erfüllt, aber sie unterhält und funktioniert eben lange genug, um uns fünf Stunden bei der Laune zu halten. Auch ist der Chibi Art-Style sicherlich nicht für jeden etwas, gerade wenn man vorher keine Erfahrungen mit beispielsweise der Super Robot Wars-Reihe gesammelt, aber das Effektfeuerwerk und die sauberen Animationen lassen dies schnell nebensächlich wirken. Alles in allem ist Hardcore Mecha nicht nur für Genre-Fans eine absolute Empfehlung, sondern auch ein hervorragendes Beispiel dafür, dass man asiatische Entwickler abseits von Japan nicht unterschätzten sollte. Egal ob Fortsetzung oder etwas komplett neues, RocketPunch Games sollte man in der Zukunft auf jeden Fall im Auge behalten!

Hardcore Mecha ist seit dem 14. Januar für Playstation 4 erhältlich. Die Steam-Version ist bereits am 26. Juni 2019 erschienen. Getestet wurde die Playstation 4 Version.

(getestet von Para)

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