Im Test: Fire Emblem Warriors (Switch, Nintendo 3DS)

Mit Hyrule Warriors haben Omega Force und Nintendo bewiesen, dass man auch namhafte Nintendo-Reihen gekonnt mit dem Dynasty Warriors-Spielprinzip kombinieren kann. In dem neu veröffentlichten Fire Emblem Warriors wagt man nun eine Fusion mit der beliebten Strategie-RPG-Reihe. Eine super Kombination, wie unser Test zeigt!

Die Kampagne erzählt die Geschichte des Thronfolger-Geschwisterpaares Lianna und Rowan. Über ihrem Königreich Aytolis öffnen sich eines Tages mysteriöse Dimensionstore und düstere Gestalten greifen die einst friedliche Welt an. Glücklicherweise gelangen aber auch Helden aus anderen Fire Emblem-Welt über diese Dimensionstore in das Königreich. Die Helden helfen nicht nur im Kampf, sondern dienen auch als Schlüsselfiguren bei der Aktivierung des Flammenschildes.

Im Kern handelt es sich bei Fire Emblem Warriors natürlich um einen Musou-Titel. Wir ziehen mit unseren Charakteren also über riesige Schlachtfelder, verteidigen bestimmte Punkte, nehmen andere Punkte ein, retten Verbündete im Kampf oder nehmen es am Ende mit Bossgegnern auf. Durch das einfach zu verstehende und leicht handhabende Kampfsystem schnetzeln sich selbst Anfänger gekonnt durch die Gegnermassen und führen mächtige Spezialangriffe aus. Dabei üben vor allem die vielen spielbaren Charaktere aus dem Fire Emblem-Universum (darunter Marth, Chrom, Lucina oder Lyn) einen gewissen Reiz aus, denn jeder Charakter verfügt über eigene Angriffe und Spezialattacken sowie verschiedene Klassen und Ausrüstungen. Insgesamt gibt es 16 verschiedene Kampfstile. Außerdem können sich die Charaktere im Kampf verbünden und noch mächtigere Angriffe ausführen.

Fire Emblem-Fans können sich aber nicht nur über bekannte Charaktere, sondern auch bekannte Spielelemente freuen. Diese mögen in ähnlicher Form zwar auch in anderen Musou-Titeln vorhanden gewesen sein, sorgen aber eben auch dafür, dass sich Fire Emblem-Fans heimisch fühlen. So kann man über eine Karte seine Verbündeten wie in den Original-Spielen befehligen. Das ist auch ausgesprochen ratsam, weil das Spielgeschehen oft etwas chaotisch ist, da es gleich mehrere Missionsziele gleichzeitig zu erledigen gilt. Mit jedem erledigten Gegner erhalten unsere Charaktere zudem Erfahrungspunkte, die unseren Level und somit auch zahlreiche Attribute steigern. Mit jedem Stufenaufstieg poppt auch stets ein entsprechendes Fenster auf, welches uns über die verbesserten Attribute informiert. Auf Wunsch lässt sich auch ein Permadeath der Charaktere aktivieren. Sollten diese dann auf dem Schlachtfeld sterben, bleiben sie somit auch tot und können lediglich über den Tempel wieder zum Leben erweckt werden. Das macht das Spiel nicht nur um einiges härter, sondern auch intensiver. Mit dem berühmten Waffendreieck wurde ein weiteres Element hinzugefügt, welches man aus der Fire Emblem-Reihe kennt. Hier haben Schwerter einen Vorteil gegenüber Äxten, Äxte über Lanzen und Lanzen über Schwerter. Im Spiel wird immer deutlich angezeigt, ob wir gegenüber einem Feind im Vor- oder Nachteil sind. Ist letzteres der Fall, wechselt man am besten zu einem anderen, besser ausgerüsteten Verbündeten.

Auch der Umfang von Fire Emblem Warriors weiß zu gefallen. Für die reine Hauptkampagne benötigt man etwa 12 bis 15 Stunden. Allerdings gibt es noch weitere Spielmodi zu entdecken, wie zum Beispiel den historischen Modus, in dem man bekannte Schlachten aus der Fire Emblem-Reihe nachspielen kann. Außerdem möchte man ja auch seine Verbündeten weiter aufleveln, immer bessere Ausrüstung sammeln und möglichst viele Sidequests erfüllen. Zudem kann man im Koop-Modus auch zu zweit über das Schlachtfeld ziehen, was mir persönlich riesigen Spaß gemacht hat!

Musou-Spiele sind nicht unbedingt bekannt dafür, mit einer tollen Grafik zu punkten. Fire Emblem Warriors zählt für mich aber definitiv zu den schönsten Spielen seiner Art. Der Anime-Look ist sehr stimmig, die Zwischensequenzen sind ebenso wie die Spezialangriffe richtig klasse in Szene gesetzt, die Charakteremodelle sind sehr detailverliebt umgesetzt worden und die Performance ist selbst bei hohem Gegneraufkommen überraschend stabil. Auf Wunsch lässt sich auch ein Performance-Modus aktivieren, der die Grafik zwar auf 720p runterschraubt, dafür aber mit 60fps läuft. Lediglich die Umgebungen im Spiel sind oft etwas detailarm und lieblos geraten und langweilen mit öden Landschaften. Aber speziell im Handheld-Modus konnte mich die Grafik im Großen und Ganzen richtig begeistern! Begleitet wird man übrigens von einem sehr guten, rockigen Soundtrack sowie einer guten englischen Sprachausgabe. Wahlweise kann man im eShop aber auch die japanische Sprachausgabe kostenlos herunterladen.

Fazit:
Musou-Spiele werden oft als simple Hack-and-Slay-Orgien ohne Tiefgang verpönt. Fire Emblem Warriors beweist mit seinen verstärkten RPG- und Strategie-Elementen aber ziemlich eindrucksvoll, dass dem nicht so ist! Fans der Fire Emblem-Reihe erfreuen sich an dem tollen Fanservice, bekannten Spielelementen und natürlich den bekannten Charakteren, während Musou-Experten sich beim Gameplay sofort zurechtfinden werden und sich auf dem Schlachtfeld ordentlich austoben können. Die schicke Grafik, ein spaßiger Zwei-Spieler-Koop sowie die schön inszenierten Zwischensequenzen runden das Ganze dann ab. Für mich ist Fire Emblem Warriors (ebenso wie Hyrule Warriors) jedenfalls einer der besten Vertreter des Genres!

Fire Emblem Warriors ist seit dem 20. Oktober für Nintendo Switch und Nintendo 3DS erhältlich. Getestet wurde die Switch-Version des Spiels.

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