Im Test: DEEMO -Reborn- (PS4 / PSVR)

Wie der Zusatz „Reborn“ bereits andeutet, ist Deemo kein Titel ohne Geschichte. Das Rhythmusspiel erschien zunächst 2013 als Smartphone-Spielchen, wurde dann mit einigen Extras für die PS Vita geportet und erhält als DEEMO -Reborn- nun das vollwertige Remake in 3D mit VR-Kompatibilität. Wir sind gespannt, was das Taiwanesische Studio Rayark unter Publisher Unties gezaubert hat und unsere Impressionen lest ihr im Test.

Mir waren die Deemo-Titel bisher nicht bekannt. Trotz guter Kritiken und einer regen Community flogen die Rhythmusspiel bei mir und sicherlich vielen anderen Spielern unter dem Radar. Umso mehr erstaunte mich der zauberhafte Einstieg des Spiels. Mit einer leichtfüßigen, märchenhaften Melancholie, die auch optisch an Tim Burtons Nightmare Before Christmas und Corpse Bride erinnert, werden wir begrüßt.

Ein junges Mädchen fällt in eine unbekannte Welt. Dort trifft sie den skurril-mageren Deemo, einen Pianisten mit magischen Kräften. Sie entscheidet sich bei ihm im Schloß zu bleiben, und während sie die Örtlichkeiten erkundet, entdeckt sie einen kleinen Pflanzensprößling, der mit jedem gespielten Klavierstück wächst. Zusammen suchen sie nun nach mehr Kompositionen, um den Baum in die Höhe schießen zu lassen, und dem Mädchen die Rückkehr in ihre Heimat zu ermöglichen.

Das Gameplay besteht dabei aus zwei großen Segmenten. Mit dem Mädchen erkunden wir die alten Gemäuer, und lösen kleine Rätsel, um an die wertvollen Notenblätter zu kommen. Während der Kern hier nicht sonderlich anspruchsvoll oder anderweitig interessant ist, überzeugt die liebevolle Inszenierung. Das Spiel hat eine einnehmende magische Aura, und unterhält allein aufgrund der irgendwie niedlichen, aber auch seltsamen und traurigen Atmosphäre, die von einer würdigen, romantisch-malerischen Geschichte getragen wird.

Trotzdem fokussiert sich DEEMO -Reborn- natürlich mehr auf seine alten Tugenden, nämlich der Musik und dem Rhythmusspiel. Wie wir es mittlerweile von Guitar Hero und Konsorten allzu gut kennen, fallen die Noten hierbei vom oberen Bildschirmrand herunter und müssen dann mit der richtigen Taste im Rhythmus bestätigt werden. Das machen wir hier mit dem Controller und sechs Tasten, was erst einmal nicht sonderlich intuitiv und außerdem etwas überladen ist. Beim Tutorial fühlt man sich bereits schnell überfordert, wird dann aber bei den ersten richtigen Aufgaben etwas besser an das Gameplay herangeführt.

Die Musik ist dabei passend zum generellen Stil des Spiels, schwärmend, düster, melancholisch, etwas verspielt. Aufgrund der unnatürlichen Steuerung, dauert es aber etwas bis sich der Spielspaß einstellt. Wer seine Schwierigkeiten hatte beispielsweise bei den Persona-Dancing-Titeln die Musik am Pad zu fühlen, wird auch hier nicht glücklich. Deemo wirkt hier sogar durch seinen etwas tristen Aufbau noch mechanischer und künstlicher.

Interessanter wird es, wenn man das Spiel (rein optional) in VR genießt. Dann taucht man einfacher in die schön gestaltete Welt ein und wird auch musikalisch besser eingenommen. Nichtsdestotrotz macht DEEMO -Reborn- in beiden Versionen eine gute, saubere Figur. Für ein Projekt, das sehr wenig Aufmerksamkeit erhält und aus einem Mobile Game entstand,, war ich erstaunt, wie viel Sorgfalt in die Entwicklung gesteckt wurde.

Fazit:
DEEMO -Reborn- hat als Pad-gesteuertes Rhythmusgame nicht sonderlich viel Konkurrenz. Dank VR-Kompatibilität und einem liebevollen Adventure-Part hebt sich das Spiel aber in diesem kleinen Feld erfolgreich hervor. Auch wenn mich das Rhythmusgameplay nicht vollends überzeugen konnte, der melancholische und fremdweltliche Stil mitsamt der passenden Klaviermusik konnten mich von Anfang bis Ende in die Welt eintauchen lassen. Wer sich von dieser Art ebenfalls angezogen fühlt und im besten Fall auch mit der Musik etwas anfangen kann, sollte hier beruhigt zuschlagen. Wir wünschen uns derweil bereits neue, größere Produktionen dieses talentierten Studios, in dem offensichtlich noch eine Menge Potenzial für die großen Plattformen steckt.

(getestet von eape)