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Im Test: Animal Crossing New Horizons (Switch)

Nintendo sei Dank kam kürzlich mit Animal Crossing New Horizons ein echtes Wohlfühlspiel auf den Markt, dass für Urlaubsfeeling in unseren vier Wänden sorgt und Abwechslung in unseren isolierten Alltag bringt. Sofern dem ein oder anderen bereits die Decke auf den Kopf fallen sollte, kann sich ein genauer Blick auf unseren Test des „Reif für die Insel-Pakets“ lohnen!

Tom Nook hat immer den richtigen Riecher für ein gutes Geschäft. Der Waschbär hat seine Karriere als kleiner Immobilienmakler in der verschlafenen Kleinstadt von New Leaf an den Nagel gehängt und expandierte zu Nook Inc. Zielorientiert und immer mit vielen Sternis vor Augen, bietet er nun als „kompetenter Partner für Schlussstriche, Selbstfindung und Horizonterweiterung“ Auswanderern eine neue Heimat. Gemeinsam mit ihm, seinen süßen Neffen Nepp und Schlepp und zwei unbekannten Gesichtern landen wir auf einer verlassenen Insel. Das Idyll soll eigentlich Entspannung und Entschleunigung in unseren Alltag bringen, allerdings bedeutet der Status einer lebenswerten und attraktiven Insel auch jede Menge Arbeit und Tom Nook wäre nicht Tom Nook, wenn er die Sache selbst in die Pfoten nehmen würde. Ehe wir uns versehen, spannt er uns vor den Karren seiner Nook Inc. und geht uns dabei sogar noch fleißig regelmäßig mit seinem Verkaufsgeschick an die Geldbörse.

Nachdem wir den typischen Personaliencheck wie vor einem jeden Flug hinter uns gebracht haben, besticht New Horizons gleich zu Beginn mit einer großen Neuerung, die man sich als Fan bereits sehnlichst herbei gewünscht hat: ein Charaktereditor. Vorbei sind die Zeiten der unansehnlichen Spielfigur, als lediglich triviale Fragen und unsere Antworten darauf deren Aussehen für die nächsten knapp 100 Stunden bestimmt haben. Wir bestimmen unser Geschlecht und können dann ganz individuell beginnend vom Hautton, über die Augenform bis hin zum passenden Mund und jede Menge anderer Optionen unsere Figur selbst gestalten. Im Verlauf des Spiels gibt es zudem die Möglichkeit weitere Frisuren und Haarfarben zu erhalten, die auf jeden Fall einen genauen Blick lohnen. Man hat uns hier eine schicke Auswahl zusammengestellt, bei der sich keine Spielfigur mehr verstecken muss. 

Hat man die Qual der Wahl im Charaktereditor hinter sich gebracht, kommt nun die größere Herausforderung: die Wahl des Urlaubsziels. Zunächst einmal stellt sich die Frage, auf welche Hemisphäre die Reise gehen wird. Somit richtet sich Animal Crossing dieses Mal nicht nur nach der Echtzeit, sondern auch nach der aktuellen Jahreszeit auf beiden Halbkugeln, anstatt bisher auf einer. Kann man von den kalten Temperaturen unseres erst frisch verzogenen Winters also nicht genug bekommen und ist der Meinung, den dieses Jahr ausgefallenen Schnee nachholen zu müssen, kann man optional auf der Südhalbkugel starten und schon bald ein schneereiches Weihnachtsfest am Strand feiern. Anschließend stehen uns vier Inselvarianten zur Verfügung, die sich lediglich im Aufbau leicht voneinander unterscheiden. Nach einer letzten Entscheidung startet unser Flug mit Dodo Air ins neue Glück und wir landen schließlich in einem wahrhaften Inselparadies, in dem sogar das wilde Unkraut wunderschön wuchert.

Wer jetzt aber gedacht hat, dass man sich sofort ins gemachte Nest setzen kann, täuscht sich, denn mehr als ein Zelt lässt Tom Nook zu Beginn nicht springen. Ein eigenes Haus will schließlich erst verdient werden. Wir dürfen uns also erst mal ein gemütliches Plätzchen für unser sporadisches Zelt suchen und greifen dann unseren beiden bisher unbekannten Mitreisenden dabei unter die Arme, ebenfalls einen geeigneten Ort zu finden, um bereits einen ersten Kontakt zu den Nachbarn zu pflegen. Fans der Reihe wissen bereits: Ein gutes Nachbarschaftsverhältnis ist das A und O in Animal Crossing. Nintendo bietet uns in New Horizons ganze 383 verschiedene Bewohner, die in Persönlichkeitskategorien wie z.B. Schlafmütze, sportlich, hochnäsig oder große Schwester eingeordnet sind und auch ein entsprechendes Verhalten an den Tag legen. Maximal zehn davon können auf unserer Insel leben. Pflegt man den Kontakt zu ihnen in Form von kurzen Unterhaltungen oder erfüllt Botengänge und Besorgungen, gibt es im Gegenzug Geschenke wie Kleidung und Items. Keine Sorge, um die Gunst eines Nachbarn zu erlangen, muss nicht sehr viel Zeit investiert werden. Es lohnt sich aber ein regelmäßiger Besuch bei ihnen Zuhause. Nicht nur, um die abwechslungsreichen und teils sehr ausgefallenen Inneneinrichtungen zu begutachten, sondern auch um das ein oder andere Bastelrezept abzustauben.

Für das neue Herzstück der Reihe benötigen wir nämlich jede Menge davon, denn nun wird an der Werkbank fleißig hergestellt und umgestaltet um unser Zuhause und die Insel zu verschönern oder dem Nachbarn eine kleine Freude zu machen. Ihr fehlt lediglich die Möglichkeit einer Serienproduktion. Zwar kann man den Bauprozess etwas beschleunigen, allerdings wird einem jedes Mal die neuste Herstellung stolz präsentiert, bevor man weiterbauen kann und erneut dasselbe Item auswählt. Ebenfalls an der Werkbank können wir unser Werkzeug herstellen, deren Lebensdauert in New Horzions nun begrenzt ist. Wenn euch also ein Werkzeug kaputt geht, empfiehlt es sich es so schnell wie möglich zu ersetzen. Spätestens dann, wenn ein Ballon über eurem Kopf hinwegfliegt und sich die Schleuder nicht mehr im Inventar befindet, ärgert ihr euch. Von einem heruntergefallenen Wespennest oder der Entdeckung einer Vogelspinne, ohne einen Kescher dabei zu haben, wollen wir gar nicht erst beginnen.

Wie auch in den alten Teilen lassen sich mit Insekten und Fischen nicht nur jede Menge Sternis machen, sondern es dauert nicht lange, bis Tom Nook seinen Freund Eugen auf unsere neue Insel aufmerksam macht und dieser plant gemeinsam mit unserer Hilfe ein Museum dort zu eröffnen. Besonders erfreut ist die kauzige Eule nicht nur über Spenden, sondern vor allem, wenn er Fossilien für euch analysieren darf. Bei unseren Inselspaziergängen lohnt es sich also an auffälligen Stellen die Schaufel rauszuholen und zu graben. Wenn sich keine Sternis im Boden versteckt befinden, stößt man immer auf Fossilien. Spendet man fleißig seine Schmetterlinge, Käfer und Fische, sollte man sich auf jeden Fall die Ausstellung im Museum ansehen, denn sie strahlt vor wunderbarer Detailverliebtheit regelrecht und ist ein wahrhaftig eindrucksvolles Erlebnis.

Mit den gefangenen Tieren, die man bereits gespendet hat, Früchten und allem anderen möglichen Krempel der nicht benötigt wird, machen wir uns regelmäßig auf zu Nepp und Schlepp – und auch ihnen können wir helfen auf unserer Insel Fuß zu fassen und einen eigenen Laden aufzubauen. Etwas, was man schnell in die Tat umsetzen sollte, denn nach Eröffnung des Landes steht uns ein großes Sortiment Werkzeuganleitungen, Bastelbücher, Setzlingen und täglich wechselnden Blumensamen und Dekorationen für Heim und Garten zur Verfügung. Zu beachten ist vor allem, dass sich die generellen Ladenöffnungszeiten der Insel nach unserer Realzeit richten. Zwar kann man im späteren Verlauf des Spiels nach zehn Uhr abends dennoch seinen Kram in einer Kiste vor dem Laden verkaufen, jedoch verlangen Nepp und Schlepp für die Nutzung der Kiste eine Verkaufsgebühr, die relativ hoch ausfällt. Es empfiehlt sich also die wertvollen Gegenstände am anderen Tag persönlich im Laden abzugeben. Denn in Animal Crossing sind wir nun mal auf jeden Sterni angewiesen. Da wären nicht nur die regelmäßigen Kredite bei Tom Nook, um den Bau und die Erweiterung unseres Eigenheims abzubezahlen, sondern für den Bau einer Brücke oder eines Aufgangs müssen wir ebenfalls tief in die Tasche greifen. Zwar werden für die Infrastruktur der Insel die nötigen Sternis im Rahmen einer Spendenaktion gesammelt, jedoch hängt die benötigte Zeit bis zum Spendenziel maßgeblich von unserer Spendenbereitschaft ab. Die Investition in eine gute Infrastruktur ist zwar kein unbedingtes Muss, allerdings kann es sein, dass ihr recht schnell dem Sprungstab für die Überquerung des Flusses oder der Leiter für das Erreichen der nächsten Inselebene überdrüssig werdet.

Zudem steigt mit dem Ausbau der Infrastruktur und der Verschönerung der Insel auch deren Image und das wiederum ist ziemlich wichtig, denn Tom Nook hat einen ganz besonderen Traum, der hier aber bereits zu viel verraten wäre. Wir wiederum profitieren nach Erreichen dieses Traums aber vor allem damit, dass das Terraforming freigeschalten wird. Ab diesem Zeitpunkt können wir komplette Ebenen den Boden gleich machen oder herbeizaubern, Flüsse und Bäche entstehen lassen und Pflastersteine oder Strände setzen. Das klingt aufwendig und das ist es auch, denn viele werfen an diesem Punkt erst mal ihr komplettes Inseldesign über den Haufen. Allerdings steckt die Funktion generell noch etwas in den Kinderschuhen, denn leider funktioniert die Steuerung etwas ungenau. Da z. B. das Hinzufügen, sowie das Abtragen der Erde mit derselben Taste erledigt werden, macht das Spiel nicht immer das, was man eigentlich im Sinn hatte und die Herausforderung ist recht groß, wenn man statt einer glatten Kante eine ungerade Ecke herstellen möchte. Das Ergebnis am Ende lohnt sich aber nicht nur, sondern der Weg dorthin hat auch Spaß gemacht.

Haben wir genug geschuftet und den Igeldamen Tina und Sina geholfen eine eigene Schneiderei auf unserer Insel zu eröffnen, können wir uns hier täglich mit den angesagtesten und heißesten Looks auf dem Animal Crossing-Laufsteg belohnen. Außerdem erhalten wir über ein Terminal Zugriff auf die Kreationen der Fan-Community. Ob nun Wandschmuck, Pflastersteine oder ein neuer fescher Hut: Über den Designer-Code desjenigen ist alles in wenigen Klicks kostenfrei dein eigen und sieht auch noch schick aus.

Quasi für jeden Finger, den man in New Horizons krumm macht, hat Nintendo noch ein ganz besonders „Zuckerl“ für uns: Ein Meilensystem belohnt uns bei jedem Erfolg, den wir erreichen und spendet sogar Meilen, sofern uns mal ein Missgeschick passiert. Diese Meilen könnten wir am Terminal im Servicecenter z. B. gegen Bastelanleitungen, Items oder ein ganz besonders Flugticket tauschen. Dodo Air bringt uns nämlich mit je einem Meilenticket auf eine zufallsgenerierte Insel, die uns die unterschiedlichsten Ressourcen zum Sammeln bietet und über die wir sogar neue Bewohner für unser Zuhause anwerben können.

Wir haben jedoch nicht nur die Möglichkeit gegen ein Meilenticket mit Dodo Air abzuheben, sondern können auch ab dem zweiten Inseltag kostenfrei die Inseln anderer Spieler besuchen oder die eigene Insel zum Besuch freigeben. Zu beliebten Uhrzeiten war das für die Nintendo-Server herausfordernd und man wurde auch lediglich mit einem Verbindungsabbruch belohnt, wenn es aber dann mal klappt, wird der Landeanflug des Besuchers sehr charmant angekündigt und er betritt den Flughafen fast wie ein Star den roten Teppich.

Man muss sich keine Sorgen machen, dass Gäste oder Freunde wild auf der eigenen Insel drauf losbuddeln, Bäume fällen oder Steine zerstören, denn diese Funktionen sind gesperrt, es sei denn, man gibt dies aktiv in den Einstellungen frei. Während Gäste auf der Insel sind können wir außerdem selbst keine Items auf der eigenen Insel und im Haus platzieren oder Gegenstände an das Museum spenden. In erster Linie lohnt sich für Gäste der Besuch einer anderen Insel vor allem um das Sortiment der Länden zu prüfen, denn das unterscheidet sich von Insel zu Insel. Außerdem bietet jede Insel einen anderen Kurs auf der spieleigenen Börse: dem Rübenmarkt.

Jeden Sonntag von sechs bis 12 Uhr kommt das kleine Rübenmädchen Jorna auf die Insel und verkauft ihre Rüben, die man spätestens am darauffolgenden Samstag wieder verkauft haben soll. Ist das nicht passiert, sind sie am nächsten Sonntag verfault und verlieren sehr viel Wert. Von Montag bis Samstag kann man die Rüben bei Nepp und Schlepp verkaufen. Der Rübenwert ändert sich dabei zwei Mal am Tag und idealerweise verkauft man sie zu einem höheren Kurs weiter, als man sie eingekauft hat. Sollten die eigenen Kurse nicht lohnenswert sein, hat man auch jederzeit die Möglichkeit auf einer anderen Insel zu kaufen und zu verkaufen.

Abgesehen von möglichen technischen Problemen im Online-Spiel läuft New Horizons einwandfrei und ist sowohl im Handheld oder auch am Fernseher mit Controller angenehm zu spielen. Pro Switch ist jedoch nur eine Insel erlaubt. Spieler, die sich eine Switch teilen, müssen sich also auch in der Welt teilen, was es täglich an Fossilien zu graben, aus den Steinen zu erhalten gibt etc., was wiederrum weniger Fortschritt erlaubt und für etwas frustrierend sein kann. Wir empfehlen, so gut es geht tagsüber zu spielen, denn – wenn man das Glück hat und das Wetter nicht trüb und regnerisch ist – muss man das leuchtende Farbenspiel unbedingt gesehen haben. Trotz des Comiclooks sieht das Meer lebendig aus, wie es in sanften Wellen den Strand umspült, während die Blumen anmutig im Wind tanzen. Auch die Musik ist eine angenehme Unterhaltung für die Ohren und bietet einen sehr umfassenden und eingängigen Soundtrack mit Ohrwurmgefahr. Besonderes Highlight sind die Stücke des heißesten Popstars der Reihe K.K., aber auch die kleinen Augenblicke in denen man einen Nachbarn entdeckt, wie er recht schräg ein Liedchen am Fluss trällert. Diese liebevollen Momente spiegeln sich auch im Grafikdesign der Figuren wieder. Wie bereits erwähnt sind nicht nur ihre heimischen Gefilde alle unterschiedlich gestaltet, sondern ihr Mienenspiel in Gesprächen mit uns und untereinander ist herrlich anzusehen. Es bricht einem sogar wahrhaft das Herz, wenn man den enttäuschten Eugen sieht, weil man heute mal keine Details über den neusten Fund hören will.

Fazit:
Schon lange hat sich die Fangemeinde dieses Spiel für die Switch herbei gesehnt, umso größer die Freunde, wie perfekt es umgesetzt wurde. Wie auch schon seine Vorgänger zieht es durch seine typische Animal Crossing-Magie alle Generationen in seinen Bann. Es ist das ideale Spiel für die kleine Tochter oder den Sohn, die ihre ersten Videospielerfahrungen machen, bis hin zu den Großeltern. Ganz besonderes Augenmerk liegt dieses Mal auch auf dem kreativen Schaffen seiner Community. Sei es durch die Individualität des Bauens und Terraformings, bis hin zur Erschaffung eines eigenen Designs. Gleichzeitig bietet es durch seine Quintessenz der Realzeit eine wunderbare Entschleunigung des Alltags mit leichter Suchtfaktorgefahr.

(getestet von Wolke)

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