Gamescom Hands-Off: Stormdivers (PC)

Housemarque sind die Meister des Arcade-Spielprinzips. Mit Hits wie Dead Nation, Resogun, Alienation oder Nex Machina haben sie sich als eines der technisch versiertesten Indie Studios der letzten Jahre einen Ruf in der Branche erarbeitet. Perfekt poliertes Gameplay trifft auch technisches Know-How. Nach der Bekanntgabe, man wolle sich anderen, größeren Dingen widmen, war es nur klar, dass Skepsis herrscht. Mit Stormdivers wollen die Finnen nun dem Battle Royale-Genre ihren unverkennbaren Stempel aufdrücken. Wir haben uns auf der GamesCom auf einen Talk mit einem der Entwickler des Spiels getroffen und allerlei Informationen in Erfahrung bringen können.

Stormdivers wird vieles Grundlegend ändern, was wir heute von einem BR-Titel erwarten. Zuerst einmal der wohl wichtigste Unterschied zu herkömmlichen Genrevertretern. Bei Stormdivers wählen wir vor dem Match eine von drei Klassen: Juggernaut (Heavy), Marauder (Angriff) oder Scavenger (Stealth). Jede der drei Klassen verfügt über zwei klassenspezifische Fähigkeiten. Eine für den Angriff und eine für den Support.

In den Matches lassen sich auch so genannte Character Enhancements (also Charakterverbesserungen) finden, mit denen man verschiedene Boosts oder Verbesserungen für den Spielcharakter im laufenden Match freischalten kann. So lassen sich zum Beispiel Vorteile im Spiel verschaffen, mit denen die Spielfigur höher springen, über mehr Rüstung verfügen oder die Fußspuren anderer Spieler sehen. Außerdem soll jeder Spieler von Matchbeginn an mit einem Nano-Gleiter ausgestattet werden, der dem Spieler die Möglichkeit bieten wird, wie ein Eichhörnchen durch die Lüfte zu fliegen. Da Housemarque mit Stormdivers auch viel Wert auf die Vertikalität innerhalb der Spielwelt legen wollen, kommt ein eingebauter Fallschirm wohl jedem gelegen. Zusätzlich dazu gibt es auch ein Hoverbike, was auf der Karte zu finden ist, mit dem die Spieler schneller vorankommen sollen.

Das Spieltempo von Stormdivers soll bewusst hochgehalten werden. Die Entwickler versichern uns, dass man das hauseigene Arcadegefühl nicht verlieren will. Für die Karte und den sich nähernden Nanosturm hat man sich auch einiges einfallen lassen, um sich abzuheben. Der Nanosturm soll sich in verschiedenen Geschwindigkeiten und Formen auf der Karte zusammenziehen. Es ist also nicht immer sinnvoll, stur in die Mitte zu laufen, um dem Sturm zu entkommen. Man muss zusätzlich die Karte im Auge behalten, um nicht plötzlich vom Sturm eingekesselt zu werden. Ferner gibt es auf der Karte dynamische Events, die den Spieler zusätzlich fordern sollen. Als Beispiel nannte man hier einen Tornado, der Teile der Map während dem laufenden Match verändert und für gefährliche Ecken in der Umwelt sorgen soll. Aber Events wie diese sollen für geübte Spieler auch Vorteile bieten. Wer gut agiert, kann sich auch durch den Sturm manövrieren und so vielleicht Verfolger abschütteln.

Zu guter Letzt hat man auch für die kosmetischen Verbesserungen was Neues zur Hand. Findet man in einem laufenden Match ein Ausrüstungsstück, entsteht an Ort und Stelle eine Mini-Mission, mit der man das Item dauerhaft freischalten kann. Je besser das Item, desto schwerer die Mission. Die Missionen variieren von Missionen, die im selben Match abgeschlossen werden, bis hin zu welchen, für die wir eine bestimmte Anzahl an Tagen oder Matches Zeit haben. Housemarque möchte damit den Wiederspielwert hochhalten und Motivation ins Spiel bringen.

Fazit:
Noch konnten wir nicht allzu viel von Stormdivers sehen, doch das was wir bisher erfahren haben, lässt auf einen Battle Royale-Ableger mit dem bestimmten Etwas hoffen. Die Vergangenheit des Studios zeigt, dass man ruhig Vertrauen in das Projekt haben kann. Technisch sowie spielerisch ist Housemarque, gemessen an der Größe des Studios, wohl eines der talentiertesten Teams im Geschäft. Wir freuen uns also darauf, bald selbst Hand an Stormdivers legen zu dürfen. Eine Beta soll gegen Ende des Jahres stattfinden und der Release auf Steam ist für das erste Quartal 2019 angesetzt. Stormdivers bleibt vorerst auf dem PC beheimatet. Eine Konsolenversion ist zwar erwünscht, aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht in Planung.

(geschrieben von Frank Johann)