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Im Test: Summer in Mara (PC, Switch)

Passend zur Jahreszeit entführt uns das spanische Entwicklerstudio Chibig auf den Planeten Qü, um den Sommer in Mara zu verbringen. Das klingt in etwa so, als würde man den Sommer bei den Großeltern von ganz weit weg auf dem Bauernhof verbringen. Ob hinter all dem noch etwas mehr steckt, erfahrt ihr hier in unserem Test.

Summer in Mara erzählt die Geschichte des kleinen Mädchens Koa, die als Baby von Haku aus dem Meer gerettet wird und von diesem Tag an wie deren leibliche Enkeltochter auf ihrer Insel aufgezogen wird. Dank Haku wächst Koa zu einem eigensinnigen Freigeist mit großen Herzen heran, dem stets der achtsame Umgang mit der Insel und deren tierischen Bewohnern eingebläut wird.

Unser Abenteuer beginnt als Kleinkind mit der Lehre bei Haku. Wir bekommen Werkzeug, füttern Tiere, fällen einen Baum – aber vor allem pflanzen wir dafür sofort einen neuen an. Man nimmt nur das nötigste und was die Natur gibt, schenkt man ihr zurück. Eine sehr schöne Botschaft, die uns im Spiel für die nächsten knapp 30 Stunden immer wieder dezent begleitet.

Schon bald ist Koa auch älter geworden, aber die Insel hat sich verändert. Alle Tiere sind verschwunden, die Ställe heruntergekommen bis vollkommen zerstört, es ist kaum üppige Natur vorhanden, vor allem aber fehlt unsere gute alte Haku. Wir können nur mutmaßen, dass sie inzwischen verstorben ist, während wir mit der traurigen Koa vor ihrem Andenken stehen. Nun, vollkommen alleine, versuchen wir auf der Insel über die Runden zu kommen, doch es gibt kaum Ressourcen und nur von Saft zu leben ist hart. Außerdem zerrt die Einsamkeit an dem Mädchen. So gerne würde sie die Welt über dem Meer entdecken, aber Hakus altes Boot ist kaputt, die Treibstoff-Quelle der Insel versiegt und vielleicht fehlt es auch ein bisschen an Mut.

Langsam ziehen die Tage dahin, bis Koa plötzlich der stummen Napopo begegnet, die an ihrem Strand Zuflucht fand. Vorsichtig nähern sich beide einander an und Koa erfährt, dass Napopo ihr Zuhause verloren hat. Sie beschließt ihrer neuen Freundin zu helfen und gemeinsam mit Napopo schafft es Koa, das alte Boot wieder auf Vordermann zu bringen.

Zum ersten Mal seit langem hat Koa wieder ein Ziel vor Augen, während sie die Meere von Mara bereist und viele neue Inseln entdeckt. Auf unserer Reise erfahren wir schließlich auch, dass der Schein des paradiesischen Idylls trügt und Mara in großer Gefahr schwebt. Letzten Endes liegt es an Koa, die Bewohner Maras zu mobilisieren und gemeinsam mit ihrer Hilfe Mara zu retten.

Ehe man jedoch die Welt retten kann, muss man klein beginnen. Wir erfüllen Besorgungen, bauen fleißig, bestellen Felder, fischen, kochen und handeln für und mit Maras Bewohnern und schließen dadurch viele neue Freundschaften. Leider erwartet uns in den Quests ein sehr repetitives Gameplay, doch durch den Wiederaufbau unserer eigenen Insel und das Besegeln der Meere wird Abwechslung ins Spiel gebracht.

Der eigentliche Star in Summer in Mara ist nämlich ganz klar die Schifffahrt. Dafür steht uns immer eine ausreichende Menge Treibstoff zur Verfügung, den wir regelmäßig an Quellen über die Karte verteilt auffrischen können (und optional auch ein kleines Dankeschön hierfür hinterlassen). Nichts macht so viel Spaß als nach und nach die Karte freizuschalten, dabei gelegentlich sogar ein Küken oder ein Schwein auf hoher See zu retten und neue Inseln zu entdecken. Dabei gleicht keine der anderen. Auf jeder erwartet uns eine andere Fauna und Flora, jede bietet uns allerhand nützlicher Ressourcen und manche laden sogar zur Schatzsuche ein. Und wenn es einem mal doch zu lange dauert zum nächsten Ziel zu segeln, kann man gegen ein kleines Entgelt für die bereits bereisten Orte jederzeit die Schnellreise nutzen. Selbst dann noch, wenn man keine Münzen mehr zur Verfügung hat. Es wäre nur noch schöner gewesen, wenn das ganze Meer aus einer offenen Spielwelt bestanden hätte. Die Ladezeiten auf hoher See fallen nichts in Gewicht, schmälern aber vielleicht bei dem einen oder anderen etwas die Entdeckerlaune. Außerdem ist es auf See nicht möglich, auf die Questübersicht zuzugreifen, was nur unnötig hinderlich ist.

Durch die ganze Arbeit kann der Tag eigentlich gar nicht genug Stunden haben, dennoch gilt es auch auf sich zu achten und die Ausdauer- und Essensleiste im Blick zu behalten. Mit Schlaf oder Nahrung kann man sich wieder stärken, andernfalls befördert einen das Spiel mit wenig Restenergie oder fast leerem Magen wieder zum Haus oder in Bootnähe zurück. Grundsätzlich ist das Verhältnis zwischen Arbeit und Ausdauer sehr ausgeglichen. Kaum ein Tag vergeht also, an dem man nicht einiges geschafft hat, ehe man wieder zu Kräften kommen muss.

Etwas frustrierender ist allerdings, dass manche Gegenstände in unserem Inventar nach einmaliger Nutzung verschleißen. Zum Glück gilt dies nicht für unser Werkzeug, das hätte allerdings im Gegensatz zu einem Zelt, Schlafsack oder einer Taucherbrille durchaus Sinn ergeben. Gerade bei letzter ist es ratsam einen kleinen Vorrat zur Verfügung zu haben, damit man sich bei einer neu entdeckten Tauchstelle nicht ärgern muss. Wogegen sich Koa an Land oder beim Schwimmen wunderbar leicht steuern lässt, ist die Steuerung beim Tauchen leider etwas sperrig. Dahingehend fühlt sie sich zwar realistisch an, man braucht aber durchaus zwei/drei Tauchgänge, um sich erst mal daran zu gewöhnen.

Fielen uns zu Beginn lediglich vereinzelte Ruckler auf, stießen wir leider in den letzten Stunden auf einige Bugs. So verschwanden plötzlich die Anzeigen des neusten tierischen Bewohners nicht mehr vom Bildschirm, als wir wieder auf unsere Insel heimkehrten; oder die Übernachtungen im Schlafsack führten auf einmal regelmäßig dazu, dass die Zeit am Start des nächsten Tages stehen blieb und das Bild extrem dunkel wurde. Nur ein Neustart des Spiels konnte letztes Problem dann beheben.

Summer in Mara ist grafisch ein sehr liebevolles Spiel im Anime-Look mit animierten Zwischensequenzen und obwohl, wie bereits erwähnt, jede Insel mit einer einzigartigen Fauna und Flora besticht, wirken gerade die größeren in der Ferne sehr verwaschen und man sieht das Nachladen der Texturen deutlich. Umso hübscher sind jedoch Maras teils mehr oder weniger charmante Bewohner anzusehen. Gerade bei den Questgebern wurde sehr viel Mühe in ein detailliertes und ausgefallenes Design gelegt. Die Dialoge sind komplett unvertont und kommen durch die eigentümliche Art der Bewohner und den Frechdachs Koa mit sehr viel Wortwitz daher. Begleitet wird das Spiel von einem passenden und entspannten Soundtrack, der einen sich selbst auf hohe See wünschen lässt und somit eine wunderbare Atmosphäre schafft.

Fazit:
Trotz einiger kleiner Mankos in der Technik, erwartet uns mit Summer in Mara ein wunderschönes Abenteuer für viele entspannte Stunden. Wenn man repetitivem Gameplay etwas abgewinnen kann, sich für Aufbauspiele à la Stardew Valley begeistert und gerne in hohe See stechen will, wird man hier sicher nicht enttäuscht werden. Leider wirkt die Geschichte um die Bedrohung gegen Mara am Ende etwas aufgebauscht, aber hier ist eindeutig die Reise eines Mädchens, das über sich hinauswächst, das Ziel.

(getestet von Wolke)

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