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Im Test: Sniper Ghost Warrior Contracts 2 (PC, One, PS4)

Mit Sniper Ghost Warrior Contracts 2 veröffentlicht Entwickler und Publisher CI Games den mittlerweile sechsten Ableger in der Sniper-Reihe und die direkte Fortsetzung ihrer Spin-off-Reihe Contracts, die sich die eine oder andere Idee aus der aktuellen Hitman-Trilogie ausgeliehen hat, um ein kompakteres Spielerlebnis zu bieten. Wir haben uns durch etliche Ziele geschossen, Spionage betrieben und verraten euch im Test, ob Sniper Ghost Warrior Contracts 2 der erhoffte Volltreffer geworden ist.

Nach seinem letzten Auftrag im kalten und wilden Sibirien verschlägt es den erfahrenden Scharfschützen Raven in den Nahen Osten, irgendwo zwischen Libanon und Syrien. Dort steht nämlich ein ganzer Staat unter der Kontrolle von machthungrigen Herrschern und einer Gruppe ausgebildeter Söldner, die alles mit ihrem festen Griff umklammert haben, vor allem die wertvollen Ressourcen des Landes. Ein Umsturz muss also dringend her und Raven’s Künste als Meisterschütze sollen der Schlüssel dafür sein. Egal wie hoch die Kosten auch sein mögen.

Wie in der Einleitung erwähnt, ist Sniper Ghost Warrior Contracts 2 größter Einfluss, abseits der eigenen Vorgänger, ohne Zweifel die aktuelle Hitman-Trilogie. Bereits in der ersten Einführung kommt das unterkühlte und sachliche Feeling der Silent Assassin-Reihe durch, aber besonders deutlich wird es dann beim Aufbau des Spiels. So spielen die Missionen alle in verschiedenen Gebieten, die für sich geschlossen, aber dennoch offen und für uns frei bewegbar sind. Sobald wir vom Helikopter in der Region abgesetzt werden, liegt es an uns, ob wir nun erstmal den Offizier eliminieren oder doch erstmal die Radaranlage infiltrieren wollen. Nicht selten müssen wir uns dazu etwas einfallen lassen, um unser Ziel in ein freies Schussfeld zu bekommen und sogar Unfälle lassen sich zu unseren Gunsten planen und umsetzen.

Egal wie wir es aber auch angehen, der Star des Spiels ist dabei natürlich unser Scharfschützengewehr, welches uns erlaubt Ziele von bis zu über 1.000 Meter Entfernung auszuschalten. Das ist auch dringend notwendig, denn öfters können wir uns gar nicht unseren Kopfgeldern nähern und müssen aus der Distanz arbeiten. Nicht nur die Entfernung spielt dabei eine wichtige Rolle, sondern auch die Stärke und die Richtung des Windes und ob sich das Ziel dazu noch bewegt. Während wir auf den ersten Schwierigkeitsstufen eine recht große Zielhilfe haben, die uns immer den Flug der Kugel vorhersagt, fällt diese auf den höheren Stufen weg und der Spieler ist selber gefragt, dass er das Zielfernrohr korrekt kalibriert und ein Gefühl für Wind und Entfernung bekommt. Zusätzlich dazu verfügt jedes Gewehr nochmal eine Auswahl an Spezialmunition, die zwar nicht notwendig, aber unsere Aufträge in bestimmten Situationen um einiges erleichtern können. Mit panzerbrechenden Munition durchdringen wir die stärksten Körperrüstungen, mit EMP Projektilen schalten wir Kameras aus und mit Lock-Kugeln bringen wir unsere Zielpersonen dazu, sich aus ihrer Deckung, in die freie Schussbahn zu bewegen.

Neben unserem Scharfschützengewehr haben wir zusätzlich dazu noch Zugriff auf eine weitere Langwaffe sowie eine Pistole und ein Messer. Erstes kann ein Sturmgewehr, eine Schrotflinte oder eine Maschinenpistole sein, die in erster Linie eher für den Notfall da sind, wenn wir uns mal aus einer brenzligen Situation heraus ballern müssen. Pistole und Messer sind da schon eher das Allzweckwerkzeug, was uns hilft, weiterhin verdeckt zu bleiben, bis wir an unsere Position angekommen sind. Genau wie die Sniper können wir auch unsere weiteren Waffen mit verschiedenen Aufsätzen ausstatten, wie Schalldämpfer, größere Magazine, Laservisiere und auch lackieren.

Die Hightech-Spielereien hören aber nicht bei unseren Waffen auf, denn Raven hat auch noch Zugriff auf einigen technischen Schnickschnack, die eher indirekt zum Töten sind. Da hätten wir als Erstes die Maske, die wir ständig tragen, uns als HUD dient und auf Knopfdruck Informationen in der Umgebung projiziert, wie Wegpunkte oder Feindmarkierungen. Diese markieren wir wiederum mit unserem stinknormalen Fernglas, können aber auch eine kleine Flugdrohne losschicken und sogar selber steuern, um somit feindliche Lager auszuspähen. Wenn Raven mal die Schnauze voll davon hat, alles alleine erledigen zu müssen, können wir auch mit einem Geschützturm einen zweiten Schützen an unsere Seite stellen, welches sauber unsere markierten Ziele trifft und ausschaltet. Perfekt um z.B. schnell Patrouillen aus dem Weg zu schaffen, ohne das sie Zeit haben Alarm zu schlagen. Damit wir uns aber die ganzen feinen Waffen und Ausrüstungen leisten können, müssen wir erstmal das nötige Geld verdienen. Das erhalten wir durch das Abschließen von Missionen, dem Erledigen von Haupt- und Bonus-Zielen und dem Einsammeln von Sammelgegenständen und Dokumenten. Wenn wir dabei jede Gelegenheit nutzen, ist der Geldfluss recht großzügig. So konnte ich selber nach dem zweiten Gebiet bereits mich mit allen wichtigen Gadgets und sogar meinem Wunsch-Gewehr und Pistole, inklusive den wichtigsten Aufsätzen ausstatten.

Ein großes Merkmal, auf welchen der Titel besonders visuell setzt, ist der hohe Grad an Gewaltdarstellung, die mit den regelmäßigen Zeitlupenkamerafahrten regelrecht zelebriert werden. Gerade Kopftreffer können je nach Kaliber und Richtung ein äußerst hartes und realistisches Ergebnis darstellen, was der Entwickler und Publisher CI Games auch gerne in Promo-Material bewirbt. So gesehen kein Problem, wenn man dafür den Magen hat und sowas als visuelles Feedback auch braucht. Schließlich würde es sich auch irgendwie nicht richtig anfühlen, wenn man nach Minuten an Planung endlich ein Ziel über mehre hundert Meter trifft und dieses dann einfach nur trocken zusammen sackt. Kein Schädel der aufklappt, kein Blut was spitzt, keine Gliedmaßen, die durch die Luft fliegen. Dieses Problem haben aber Käufer der USK-Version, denn in dieser fehlt so gut wie alles an Gewaltdarstellung. Wieso heutzutage noch sowas der Fall sein kann, wenn die USK gleichzeitig andere Titel, wie z.B. The Last of Us Part. II, durchwinkt, bleibt für uns ein Rätsel. Unschön ist es auf jeden Fall, denn genau wie die Fatality-Mechanik in Mortal Kombat, ist diese Zelebrierung von Gewalt zwar hier nicht Gameplay entscheidend, nimmt aber auch ein Teil der „Belohnung“ heraus und wurde wie bereits erwähnt seitens CI Games auch in Video- und Bild-Material oft genug beworben. Wir müssen ja noch nicht einmal weit schauen, denn die direkte Konkurrenz zu Sniper Ghost Warrior ist schließlich die Sniper Elite-Reihe, die ebenso mittlerweile in Deutschland unzensiert erscheint. Dies alles macht den Titel nun nicht unspielbar, und ich hatte auch so meinen Spaß, aber gerade für Spieler, die nun mal keine Kompromisse eingehen, könnte dies nun mal einfach ein K.-o.-Kriterium sein.

Umso ärgerlicher, denn sonst ist die visuelle Präsentation des Titels absolut mehr als solide. Dies ist sicherlich der mehr als potenten Cryengine zu verdanken und die Erfahrungen, die der Entwickler mittlerweile mit der Engine sammeln konnte. Auf der Soundseite gibt es auch nichts groß zu meckern. Die musikalische Untermalung ist eher im Hintergrund, aber dafür klingen die Waffen, egal welches Kaliber sie auch haben, schön kräftig und verleihen jedem Schuss an Gewicht.

Fazit
Sniper Ghost Warrior Contract 2 ist ein absolut solides Stealth-Spiel, welches in fast allen Punkten funktioniert. Es macht nichts Außergewöhnliches oder bietet gar einzigartige Ideen, aber das muss es auch nicht. Sein Ziel über mehre hundert Meter mit dem perfekten Schuss zu treffen, ist immer wieder spannend und das Infiltrieren von Bunker-Anlagen und Laboren gab mir mal wieder die nötige Portion Stealth-Gameplay, welches man ja leider heutzutage eher vermisst. Dazu kommt der Umfang, der für einen 39,99 € Titel recht fair ist, denn die Spielzeit von Contracts 2 dürfte euch ca. zehn bis zwanzig Stunden beschäftigen, je nachdem wie ihr in den Missionen vorgeht und euch noch um Bonus-Ziele und Challenges kümmert. Ich selber hatte jedenfalls alleine nach dem ersten drittel des Spiels um die sieben Stunden auf der Uhr. Wer also die Serie kennt oder daran interessiert ist hiermit einzusteigen, sollte sich Contracts 2 auf jeden Fall anschauen. Einzig die Warnung vor der stark zensierten USK-Version bleibt aber weiterhin bestehen.

Sniper Ghost Warrior Contracts 2 ist seit dem 4. Juni für PC, Playstation 4, Xbox Series und Xbox One erhältlich. Ein Port für Playstation 5 soll in naher Zukunft folgen. Getestet wurde die Playstation 4 Version.

(getestet von Para)

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