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Im Test: Röki (Switch, PC)

Der eine oder andere sehnt sich vielleicht aufgrund der heißen Temperaturen bereits wieder nach Abkühlung und sogar den Winter herbei. Bedauerlicherweise lässt der ja noch auf sich warten, deswegen könnten Polygon Treehouse nun die richtige Antwort für ein Winterfeeling in den heimischen Vier-Wänden parat haben. Gegründet wurde das britische Entwicklerstudio von zwei ehemaligen Guerrilla Games Art Directors, deren selbst auferlegtes Ziel es ist, Abenteuer zu kreieren, welche die Seele nähren. Gelingen soll das aktuell mit dem schaurigen Point-and-Click-Märchen „Röki“. Regnet es gerade bei euch? Umso besser! Kocht heißen Tee, öffnet alle Fenster, kuschelt euch auf das bequeme Sofa und atmet die frische Luft ein. Jetzt wird es magisch.

Die Geschwister Tove und Lars leben gemeinsam mit ihrem Vater in den hohen nordischen Bergen. Durch den frühen Tod ihrer Mutter ist dieser von Trauer zerfressen und lediglich ein Schatten seiner selbst, wodurch Tove gezwungen wurde die Stütze ihrer Familie zu werden und erwachsener zu sein, als es ein Kind in ihrem Alter wahrscheinlich ertragen könnte. Als wäre das nicht schon genug, steht Tove eines nachts plötzlich vor der Herausforderung ihres Lebens, um Lars und ihren Vater zu retten – und alles nur wegen einer Gute-Nacht-Geschichte, die sie besser nie vorgelesen hätte. Ein Monster greift die kleine Familie an! Tove und Lars schaffen es aus dem Haus zu entkommen, doch die beiden verlieren sich auf ihrer Flucht. Am Ende bleibt Tove nichts anderes übrig, als mitanzusehen, wie ihr kleiner Bruder von dem Monster entführt wird.

Für Tove werden all die skandinavischen Legenden und Sagen, die sie sonst nur aus Erzählungen kannte, Realität, während sie auf der Suche nach ihrem Bruder durch die verschneiten Wälder und Berge des Landes streift. Dessen Bewohner stellen sich als sprechende Bäume und Kröten, Trolle, übergroße Katzen und allerhand magischer Geschöpfe heraus, vor denen man sich teilweise sogar in Acht nehmen muss. Schnell bemerkt Tove allerdings, dass auch sie alle ihre Probleme haben und ein Weiterkommen kaum möglich ist, ohne ihnen nicht erst unter die Arme zu greifen. Gleichzeitig sichert uns das zwar nicht immer ihre Sympathie, jedoch respektiert man uns dadurch insoweit, dass aus uns nicht das nächste Mittagshäppchen wird.

Auf klassische Art rätseln wir uns durch entspannte Point-and-Click-Passagen in dem wir Gegenstände verbinden oder lösen kleine Schieberätsel, um Türen zu öffnen. Dadurch erfüllen wir die Wünsche der Kreaturen, die uns dann wiederum dabei helfen, neue Gebiete zu erschließen. Die Schwierigkeit der Rätsel bleibt konstant durchschnittlich, was in einem guten Verhältnis steht, um nicht den Bezug zur Geschichte zu verlieren. Sollte man doch einmal nicht wissen, wie es weitergeht, kann man einen Blick in Toves liebevoll gestaltetes Tagebuch werfen. Darin dokumentiert sie akribisch ihre Reise und macht sich hilfreiche Notizen zu Orten oder Geschöpfen. Ihr Tagebuch dient auch dazu, die Sammelobjekte der Welt zu verwahren. Durch ihre überschaubare Anzahl und der Tatsache, dass jeder Gegenstände eine potentielle Hilfe sein könnte, drängt sich jedoch das Sammeln nie auf.


Grafisch ist Röki ein absoluter Hingucker und bietet dem Auge durch seine eigensinnige Gestaltung ein Fest der Sinne, die gerade bei den magischen Wesen besonders hervorsticht. Mit einer leichten, aber nicht hinderlichen Schwere lassen wir Tove durch die abwechslungsreich animierten Gebiete laufen, die allesamt wie gemalt wirken. Grundsätzlich macht es auch keinen Unterschied, ob man sich mit Maus und Tastatur oder dem Controller in das Abenteuer stürzt. Beide Varianten wurden von Polygon Treehouse gut umgesetzt und fühlen sich sehr gut an. Im Hintergrund werden wir begleitet von melancholischen Klängen, die wunderbar die teils zauberhafte, manchmal aber auch bedrohliche Atmosphäre des Spiels mittragen. Während die charmante Grafik und die flüssige Performance strahlen, läuft Röki leider noch nicht vollkommen fehlerfrei. Auch wir hatten mit einem Bug zu kämpfen, bei dem es uns nicht mehr möglich war weiterzuspielen, aber der Support hat uns dabei schnell und effizient unter die Arme geholfen. Die kleinen Fehler sind bereits bekannt und das Entwicklerteam arbeitet mit Hochdruck an einem Patch, der diese Probleme aus der Welt schaffen soll.

Fazit:
Bereits ab den ersten Minuten hat man sich sofort mit Tove und Lars angefreundet. Man fühlt dieselben Ängste, leidet, trauert und ist manchmal genauso verwirrt, wie sie. Aber man freut sich auch, denn trotz der teilweise bedrohlichen Atmosphäre, ist es auch ein Märchen mit einer schönen Geschichte und einer Reise auf der Suche nach Familie, Liebe, Glück und sich selbst. Wir können dieses wunderbare Spiel vor allem denjenigen ans Herz legen, die eine Vorliebe für etwas Ruhiges haben und entspannte Rätsel schätzen. Mit sieben bis acht Stunden ist es zwar ein etwas kurzweiliges Erlebnis, dafür aber eines, was einem mit einem Lächeln auf den Lippen zurück lässt.

(getestet von Wolke)

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