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Im Test: Death’s Door (PC, XBOX)

Knapp sechs Jahre nach Titan Souls meldet sich das britische Studio Acid Nerve mit dem Action-RPG Death’s Door zurück. Erneut wieder in Partnerschaft mit Publisher Devolver Digital und dieses Mal nicht mit einem Boss Rusher, sondern einem vollwertigen Kniefall vor The Legend of Zelda und Dark Souls. Wir haben uns den Titel für euch genauer unter die Lupe genommen und verraten euch im Test, ob der aktuelle Hype um das Spiel gerechtfertigt ist.

Eigentlich hat der Tag ganz normal für uns angefangen. Mit dem Bus pünktlich zur Arbeit ins Erntekommissions-Hauptquartier, Kollegen zum Weg ins Büro begrüßt, Kaffee abgeholt und mal wieder den ersten Auftrag des Tages abgeholt. Eine weitere Seele soll geerntet werden, schließlich sind wir im Sensenmann-Geschäft und der Tod gehört zum natürlichen Lebenslauf. Doch statt einer stinknormalen Seele, steht heute eine von einem Giganten an, der diese nicht einfach so freiwillig hergibt. Eine erfolgreiche Auseinandersetzung mit dem Besitzer später, werden wir von einer weiteren Krähe im Moment des Sieges von hinten niedergeschlagen und beraubt. Als wir jedoch den Übeltäter kurz darauf stellen können, sind wir schon zu spät. Die Seele des von uns besiegten Giganten ist nicht mehr im Besitz der alten und ergrauten Krähe, da er sie für die Tür des Todes geopfert hat. Eine riesige und schwebende Tür, die etwas Altes von der Welt fernhält. Da wir mit unserem Leben an dem Auftrag gebunden sind, die Seele wieder zurückzuholen, bleibt uns nichts anderes übrig, als die Tür des Todes zu öffnen. Der Haken an der ganzen Sache? Drei weitere Gigantenseelen fehlen noch, damit sich das Schloss entriegeln lässt. Tja, zum Glück ist genau das unser Hauptberuf.

In den folgenden Stunden von Death’s Door reisen wir in verschiedenste Gebiete, meistern dort Dungeons, um am Ende die Giganten in einem dramatischen Bosskampf zu besiegen und ihre kostbaren Seelen zu ernten. Zelda-typisch blockieren uns dabei immer wieder Rätsel und kämpferische Auseinandersetzungen den Weg, die wir mit unserem Können, aber auch mit dem Einsatz des richtigen Werkzeugs erfolgreich hinter uns bringen. Neben einer überschaubaren Menge an Nahkampfwaffen, wie u.a. Schwert, Dolche und Streithammer, finden wir dabei auch immer wieder etwas für den Fernkampf, welches uns aber auch abseits davon mehr als hilft. Mit dem Bogen lassen sich entfernte Schalter de- und aktivieren, ein Feuerball fackelt jedes Spinnennetz ab, marode Mauern lassen sich mit den Bomben freisprengen und tiefe Schluchten lassen sich mit dem Greifhaken überwinden. Da wir diese hilfreichen Mittel über das Spiel verteilt erhalten, öffnen sich die Gebiete mit jeder Spielstunde mehr für uns, was immer wieder zum erneuten Erkunden einlädt.

Meist erwarten uns in den optionalen Räumen Upgrades, die entweder unsere Gesundheit, aber auch eben unsere Waffen verbessern. Gerade was unsere Gesundheit angeht, sollten wir immer wieder Ausschau nach Verbesserungen halten, denn wirklich viel hält unser schwarzes Federkleid nicht aus. Dazu kommt noch, dass wir uns nicht ständig selber heilen können. Statt uns auf Heiltränke oder sonstige Mittel zu verlassen, müssen wir in Death’s Door erstmal Samen erhalten und diese in Töpfe einpflanzen, die wiederum nur an bestimmten Stellen in den Leveln zu finden sind. Aus den Samen entstehen darauf grün leuchtende Blumen, mit denen wir uns einmal auf volle Gesundheit setzen lassen können, aber auch dafür direkt wieder verwelken.

Eine weitere zentrale Rolle in unserem Überleben spielen die Seelen, die wir durch erschlagene Feinde erhalten. Je größer und gefährlicher, desto mehr Seelen lassen sich gewinnen, die wir dann im Hauptquartier in unsere Werte investieren können. So schlagen wir noch kräftiger zu, bewegen uns schneller, spannen zügiger den Bogen oder rollen beim Ausweichen weiter. Das alles ist auch dringend notwendig, denn auch wenn die Kämpfe in den ersten Stunden noch überraschend einfach sind, zieht der Titel ab dem zweiten Gebiet stark an. Hier die Angriffsmuster der verschiedenen Gegnertypen und vor allem Bosse zu lernen ist der Schlüssel, um jedes Gefecht in Death’s Door zu meistern. Neben einer Vielzahl an Feinden, treffen wir aber auch immer wieder regelmäßig auf NPCs, die uns nicht an Leder wollen, sondern alle mit ihrer eigenen Geschichte und Motivation daher kommen. Manche helfen uns, manche begleiten uns und geben dem Spieler vor allem einen gewissen Kontext zur Welt von Death’s Door. In Szene gesetzt wird der Titel charmant und stimmungsvoll. Vor allem die Animationen der unzähligen Charaktere und Bosse zeugen davon, wie viel Herzblut das kleine Team in Death’s Door gesteckt hat. Die Umgebungen vermitteln dabei gut die Stimmung der jeweiligen Gebiete und gerade das Anwesen der Hexe empfand ich hier als klares Highlight mit all ihren kleinen Details. Nicht weniger verstecken muss sich der Soundtrack aus der Feder von Komponist David Fenn, dessen Arbeit ihr vielleicht bereits aus Titan Souls oder Moonlighter kennt und mit Death’s Door sein bis jetzt bestes Werk abgeliefert hat. Gerade das Main-Theme, welches immer wieder mal abgeändert in den verschiedenen Tracks herausscheint, bleibt mit seinen Melodien selbst lange nach dem Abspann im Gedächtnis.

Fazit
Acid Nerve liefert mit Death’s Door eine kurzweilige, charmante und clevere Hommage an Titel wie Zelda und Dark Souls ab, die vieles richtig, manches sogar ausgezeichnet und vor allem nichts wirklich falsch macht. Hätten die Kämpfe und die Rätsel ein bisschen mehr Tiefe vertragen können? Auf jeden Fall, aber nichtsdestotrotz hatte ich in den ca. 12 Stunden bis zum Abspann fast jede Minute meinen Spaß und konnte den Titel nur schwer zwischendurch weglegen. Somit ist Death’s Door ein klares Highlight in diesem Jahr und verdient die Aufmerksamkeit jedes Genre-Fans.

Death’s Door ist seit dem 20. Juli für PC, Xbox Series und Xbox One erhältlich. Getestet wurde die PC-Version mit Maus und Tastatur.

(getestet von Para)

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