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Early Access-Test: Death Trash (PC)

Fast sechs Jahren nach der Ankündigung ist es endlich so weit: Death Trash aus dem Hause Crafting Legends erscheint! Zwar erstmal in der Early Access-Phase, aber mit genug Argumenten, um interessierte Spieler in seine albtraumhafte Welt aus Kotze und Blut zu entführen. Wir haben uns einen Iro rasiert, die Pump-Action durchgeladen und verraten euch im Test, ob sich ein verfrühter Abstecher jetzt schon lohnt oder ihr doch lieber erstmal auf die Vollversion warten solltet.

Einst war der Planet Nexus eine vielversprechende Kolonie für die Menschheit, als jedoch eine extraterrestrische Katastrophe den Planeten mit Blut und Fleisch bedeckte, wurde aus dem Paradies schnell eine Hölle für alle Überlebenden. Städte wurden zu Ruinen, ganze Zivilisationen versanken im Chaos. Jahrhunderte nach dem großen Bluten, wie es genannt wird, ist mittlerweile wieder so etwas wie Leben auf der Oberfläche zurückgekehrt, doch stark verändert. Kalte Maschinen und lebendige Titanen durchstreifen die Länder und bestimmen wie Götter das Leben auf Nexus.

Für einen kleinen Bruchteil der Menschheit, die sich damals in sichere Bunker zurückziehen konnten, gilt dies jedoch nicht. Wir gehörten auch mal zu diesen wenigen Glücklichen, doch als eines Tages etwas Beunruhigendes in unserem Körper gefunden wurde, stand für uns das sofortige Exil an. Ohne Heimat und ohne Schutz müssen wir nun selber in der rauen Welt von Nexus überleben und vor allem herausfinden, was eigentlich nicht mit uns stimmt.

Bevor wir aber erstmal ein Fuß in die schreckliche Welt von Death Trash wagen können, müssen wir erstmal unseren Wasteland-Punk über einen Charakter-Editor erstellen. Hier bestimmen wir unser äußeres Erscheinungsbild und verteilen Kern- sowie auch Fähigkeitspunkte. Da hätten wir die typischen Werte für Ausdauer, Stärke, Geschicklichkeit, aber lassen sich auch Punkte in Okkultismus, Cybertechnologie und Empathie investieren. Letzteres eröffnet uns ganz neue Dialogoptionen, denn Mitgefühl ist auf Nexus so oft anzutreffen, wie eine Playstation 5 im Einzelhandel. Okkultismus und Cybertechnologie bilden den Ersatz für die Genre-typische Magie und ermöglicht den Einsatz von einigen hilfreichen Implantaten, die uns in den Kämpfen, aber auch außerhalb das Leben erleichtern können. Ihr seid mehr der Nahkämpfer und der Raider mit dem Energielaser nervt euch aus sicherer Entfernung? Dann ist das Force Pull Implantat die Rettung, mit dem ihr Ziele zu euch ziehen und damit in die Reichweite des gewünschten Mordinstruments bringen könnt. Schnauze voll vom allein sein? Hier hilft Legion of Flesh, mit dem ihr eine kleine Armee an fiesen Fleischmaden beschwört, die gerade gegen größere Gruppen ein Segen sind. Mit den Fähigkeitspunkten selber beeinflussen wir dann wie gut wir im Umgang mit bestimmten Waffenarten, Türschlössern, Maschinen oder im Verhandeln mit Händlern sind. Haben wir alles an Punkten verteilt, geht es auch schon direkt für uns los mit der harten und vor allem blutigen Realität von Death Trash, denn hier wollen uns die meisten Begegnungen im Grab oder auf dem Speiseteller sehen.

Statt aber nun in klassischer Fallout-Tradition die bewaffneten Auseinandersetzungen Runde für Runde zu erleben, setzt hier das Spiel auf deutlich temporeichere Kämpfe in Echtzeit, in denen es, neben der Skillung und Ausrüstung, auch auf unsere Reaktionen ankommt. So schießen und schlagen wir nahtlos in alle Himmelsrichtungen, nutzen Ausweichrollen und achten dabei natürlich auf unsere Ausdauer. Wie schon oben angesprochen, stehen verschiedene Implantate zur Auswahl, die uns in den Kämpfen einen entschiedenen Vorteil geben. So lähmen wir kurz die Feinde mit einem Elektroschock, um sie danach unbehelligt zu einem Klumpen zu schlagen oder schleichen uns via Tarnumhang leise an, um sie danach auch unbehelligt zu einem Klumpen zu schlagen. Das meiste kostet aber Energie-Ladungen, die wir, im Gegensatz zu der Ausdauer, nicht einfach so zurückbekommen. Nur über Aufladungsstationen oder Spritzen füllen wir die Leiste wieder auf, weswegen wir diese besonderen Fähigkeiten eher bedacht einsetzen sollten.

Wenn wir mal nichts zu Klump schlagen, reden wir mit den wenigen mehr oder weniger friedlichen Bewohnern von Nexus oder erkunden die verschiedenen Landstriche des Spiels. Ähnlich wie in den ersten beiden Fallout-Ablegern wandern wir über eine Weltkarte und stoßen auf entdeckte wie auch unentdeckte Ortschaften. Darunter erwarten uns u.a. Dörfer, Höhlen, Altäre und Bunkeranlagen, die nur darauf warten von uns ausgekundschaftet und vor allem ausgeplündert zu werden. Denn lebenswichtige Ressourcen, wie Bau-Materialien, Medizin oder Munition, sind im Ödland mehr als begrenzt und wollen bedacht eingesetzt werden. Während unseren Reisen sollten wir dazu noch Ausschau nach roten Kreisen halten, denn diese symbolisieren zufällige Begegnungen und Anomalien. Hier können wir nicht ausschließen, was uns erwartet, wie z.B. eine größere Horde an Mutanten oder einfach nur andere Wanderer, die uns sogar teilweise Hinweise liefern können.

Wir können nicht über das Spiel reden, ohne das ausgefallene Artdesign anzusprechen. Klar, mit einer Pixel-Optik lockt meinen keinen mehr hinter den Ofen hervor, doch ist der Look von Death Trash in der aktuellen Videospiellandschaft einzigartig und so viel mehr. Monumente aus Fleisch, Beton und Kotze, amputierte Riesen, grässlich entstellte Mutanten und dazwischen allerlei bunte Punks mit Schrotflinten und Keulen. Hier trifft Max Mad’s brennende Postapokalypse auf David Cronenberg’s fiebertraumhaften Body Horror. Das spiegelt sich auch wunderbar im kompletten Soundbild des Spiels wieder, was mehr auf ein atmosphärisches Klangspiel aus Noise und Ambient setzt, statt auf treibende Hymnen, die uns nur von einem Blutbad zum nächsten begleiten.

Wie bereits angesprochen, befindet sich Death Trash aktuell am Anfang seiner Early Access-Phase und wie immer ist die Frage berechtigt, wie viel Content das Spiel in der aktuellen Version für euch bereithält und auch was in der Zukunft zu erwarten ist. Aktuell habt ihr es grob mit dem ersten Kapitel der Storykampagne zu tun, die euch durch einen Teil der bis jetzt verfügbaren Welt führt. Abseits davon könnt ihr den bis jetzt freigeschalteten Teil der Karte komplett auf eigener Faust erkunden und dabei eine handvoll an Nebenmissionen, Orten und zwei Bosskämpfe entdecken und meistern. Mich selber hat das alles ca. neun Stunden gekostet, was in Anbetracht des aktuellen Entwicklungsstand mehr als ordentlich ist. Was den zukünftigen Content angeht, plant Crafting Legends jetzt nichts besonders Verrücktes. In erster Linie könnt ihr die üblichen Erweiterungen bezüglich Spiel-Inhalte und Quality of Life Verbesserungen erwarten. Weitere Haupt- und Nebenmissionen, mehr Gebiete, neue Charaktere, Gegner, Ausrüstungen usw. Wann das alles erscheinen soll und wann die Vollversion soweit ist, ist noch nicht ganz so sicher. Geplant ist es das Spiel nächstes Jahr fertig zu stellen, da aber die Qualität an erster Stelle steht, könnte dies auch erst 2023 passieren.

Fazit
Es muss Oktober 2015 gewesen sein, als ich zum ersten Mal über Death Trash gestolpert bin und mich sofort verliebt habe. Ein Indie-Fallout aus Deutschland, welches dabei aussieht wie ein schlimmer Verkehrsunfall? Nun sitze ich hier nach dem Abschließen der aktuellen Version und bin zufrieden und sogar überrascht. Nicht nur hat Crafting Legends meine Erwartungen nach all den Jahren auf ganzer Linie erfüllt, sondern handelt es sich bei Death Trash um mehr, um etwas Eigenes. Natürlich kann ich weiterhin Gameplay-Elemente mit Fallout oder Hyper Light Drifter vergleichen, doch in der Summe ist der Titel mehr als eigenständig. Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass die Entwickler bis zur Vollversion die Qualität halten können. Mein Vertrauen haben sie jedenfalls nach meinen ersten neun Stunden mit dem Spiel.

Death Trash seit dem 5. August für PC als Early Access auf Steam, GOG, itch.io und Epic Games Store erhältlich. Die Vollversion, sowie Konsolen-Portierungen, sind bis jetzt für 2022-2023 geplant.

(getestet von Para)

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