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Im Test: Journey to the Savage Planet (PC, PS4, One)

Es ist das erste Projekt der Typhoon Studios. Mit Journey to the Savage Planet schicken uns die Kanadier auf eine interstellare Erkundungstour. Google haben sie damit bereits schon überzeugen können und ließen sich kurzerhand vom Technikriesen aufkaufen. Hier versorgte uns aber noch Indie Label 505 Games mit einer Kopie und wir reichen unsere Erfahrungen gerne an euch im Review weiter.

Die Story ist nicht gänzlich unbekannt. Wir landen auf einem unerforschten Planeten. Leider lief nicht alles wie geplant und unser Raumschiff wurde dabei beschädigt und wir haben nicht genug Treibstoffreserven für die Heimreise zur Erde. Ein witziges Video erklärt uns, dass es unsere Mission ist, den Planeten zu erkunden, die Flora und Fauna zu analysieren, und dann mit den Informationen zurückzukehren. Etwas detaillierter geht dann die schnippische Raumschiff-KI auf unsere Ziele ein. Aber erstmal verlassen wir die Kapsel und versuchen zu überleben.

Das alles erinnert an Spiele dieser Generation wie Outer Wilds und nicht zuletzt No Man’s Sky. Dabei konzentriert sich Journey to the Savage Planet aber auf den Open World-Aspekt des Genres und lenkt es in die Bahnen des Metroidvanias. Das heißt konkret, dass wir jederzeit einem primären Ziel folgen, das uns durch insgesamt drei große Gebiete führt, wir dabei immer wieder neue Fähigkeiten wie einen Doppelsprung oder Greifhaken erlernen, aber jederzeit den Planeten auch frei erkunden können, um die Tier- und Pflanzenwelt zu katalogisieren und Ressourcen sammeln können, um unsere Ausrüstung und Gesundheit aufzuwerten.

Letztendlich läuft es darauf hinaus, dass wir auf dem Planeten herumirren und dabei auf schräge Bodenvögel und fliegende Oktopusse mit unserer Plasmapistole schießen. Ab und an absolvieren wir altbekannte Hüpfpassagen oder lösen simple Umgebungsrätsel. Am Ende eines Areals wartet dann ein Bossgegner, der bezwungen werden will.

Das alles wirkt leider nur etwas uninspiriert und generisch. Es mangelt an eigenständigen Ideen. Und das ist schade bei einem fiktiven Szenario, das den Designern keine Limits setzt. Aber stilistisch bedient man sich bei No Man’s Sky ohne die Dimensionen unerforschter Galaxien zu erreichen und spielerisch reicht es lediglich für die Blaupause des Genres. Ob es jetzt die Umgebungen, Rätsel oder Gegner sind, alles wirkt zu austauschbar und beliebig, während der Reiz der Erkundung doch in der Überraschung liegt.

An zwei Stellen punktet Journey to the Savage Planet allerdings. Zum einen ist da der humorvolle Anschlag des Spiels. So erhalten wie regelmäßig Instruktionen und Werbevideos auf unseren Computer, die den trashigen Sendungen des 80er- und 90er-Jahre Fernsehens nachempfunden sind. Auch hat unsere Bord-KI immer einen kessen Spruch auf Lager. Nicht jeder wird den Humor teilen, aber hier traut sich der Entwickler Typhoon einige Schritte abseits der sicheren Pfade.

Außerdem findet das Spiel ein sehr angenehmes Pacing. Die Welt ist kompakt, so dass es überall etwas zu entdecken gibt und man ständigen Fortschritt hat. Die Schnellreisepunkte sind großzügig verteilt und der Tod frustet hier zu keiner Zeit. Die Balance zwischen primären, sekundären Aufgaben und optionalen Herausforderungen stimmt und motiviert zum entspannten Jonglieren der Ziele. So macht das Beenden der knapp sieben-stündigen Hauptgeschichte trotz der Schwächen Laune, und so mancher Completionist wird hier noch einige weitere Stunden für die 100% herausquetschen können.

Lobenswert ist auch der Coop-Modus. Zwar wird leider kein lokaler Multiplayer angeboten und online fehlt mir die Funktion mit fremden Spielern die Reise zu bestreiten, aber wer einen Online-Buddy hat, der kann zu zweit den Planeten erkunden.

Fazit:
Der Titel Journey to the Savage Planet verspricht eine Reise ins Unbekannte, doch schnell entpuppt sich der Ausflug auf den fremden Planeten als allzu bekanntes Abenteuer. Zwischen fantasiearmen Monstern und Gesundheitsupgrades verläuft sich unser Astronaut schnell in die Bedeutungslosigkeit. Und doch schafft es die gelungene Balance aus linearem Fortschritt und kompakter Erkundung bis zum Ende zu motivieren, während eine ordentliche Dosis Humor einem die Langeweile aus dem Gesicht treibt. Studio Typhoon liefert hier gute Ansätze, die sich zumindest Genreinteressierte genauer ansehen können.

(getestet von eape)

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