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Im Test: Beyond Blue (PS4, One, Steam, Apple Arcade)

Nachdem Entwickler und Publisher E-Line Media mit dem wunderbaren Never Alone (Kisima Ingitchuna) vor sechs Jahren das Leben der Ureinwohner Alaskas thematisiert hat, geht es nun mit Beyond Blue um das letzte große Rätsel unseres blauen Planeten: dem Ozean. Wir sind in die dunklen Tiefen hinabgestiegen und verraten euch im Test, ob sich ein Tauchgang auch für euch lohnt oder man doch lieber hier auf dem Land bleiben sollte.

In Beyond Blue verschlägt es uns in die Rolle von Tiefseeforscherin Mirai, die mit modernster Technik und einer Crew aus weiteren Forschern und Wissenschaftlern, die Geheimnisse unseres Ozeans aufdecken will. Begleitet wird sie dabei von ihren Fans auf der ganzen Welt, die regelmäßig ihre Tauchgänge via Live-Stream mitverfolgen. Wir selber bewegen uns dabei in einem hochmodernen Taucheranzug fort, mit dem weder Sauerstoff noch der hydrostatische Druck eine Rolle für uns spielt und durchstreifen die jeweiligen Gebiete, um allerlei verschiedene Organismen für Forschungszwecke zu scannen. Egal ob Tintenfische, Krebse, Quallen, Delphine oder Wale, alles muss in die Datenbank und das am besten so oft wie möglich. Selbst auf eher gefährliche Vertreter wie Haie und riesige Kraken treffen wir auf unseren Trips, doch stellen diese keine Gefahr für uns dar. Somit kann wirklich jeder Spieler, egal wie jung oder alt er auch ist, in Ruhe den Ozean erkunden und muss sich keine Gedanken um ein mögliches Ableben von Mirai machen.

Damit wir uns in den unendlichen Tiefen zurechtfinden und nicht nur orientierungslos in eine Richtung schwimmen, greifen wir regelmäßig auf Unterwasserbojen zurück, die hier eine ähnliche Funktion haben, wie die typischen Türme in Open World Spielen. Wir durchsuchen in einem 360° Radius unsere Umgebung nach Sonarsignalen ab, die uns zur nächsten Aufgabe führen. Am Zielort angekommen, müssen wir eine gewisse Anzahl an Lebewesen scannen oder Proben und Peilsender einsammeln. Das fasst auch schon ungefähr den gesamten Gameplay-Loops des Spiels zusammen, welcher in der gesamten Spielzeit nie durch irgendwelche Neuerungen bereichert wird. Wem das jetzt zu eintönig klingt, liegt zwar nicht falsch, aber das ist auch gar nicht der Fokus des Titels. Beyond Blue versteht sich in erster Linie als narratives Adventure mit einem Bildungsauftrag, der dem Spieler das Ökosystem unserer Ozeane näher bringen soll. Dafür hat sich Entwickler E-Line Media mit BBC Studio, OceanX und etlichen Experten und Forschern zusammen getan, um dem Spieler etwas über unsere Meeresfauna und Flora mitzuteilen. So treffen wir nicht nur unzählige Meeresbewohner, die auch noch lebensecht modelliert und animiert wurden, sondern erhalten durch die Dialoge zwischen Mirai’s Crew auch etliche wissenswerte Informationen zu den jeweiligen Lebewesen und dem Ökosystem. Somit fühlt sich der Titel fast schon mehr wie eine interaktive Natur-Dokumentation an, was durch die persönliche Datenbank nochmal deutlich unterstrichen wird. Nicht nur erhalten wir hier rüber einen Überblick über alle unsere Scans, sondern schalten auch nach und nach neue Einträge frei, die uns noch weiter über die verschiedenen Organismen informieren. Zusätzliche Videos von echten Tiefseeforschern, die wir ebenso im Verlauf des Spiels freischalten, verstärken dieses Gefühl nur noch mehr.

Optisch macht der Titel insgesamt einen sauberen Job. Kein Kantenflimmern sticht ins Auge, die Beleuchtung sorgt für ein schönes Unterwasser-Feeling. Alles ist detailliert und toll animiert. Leider kommt es aber in manchen Gebieten teilweise zu Problemen bei der Performance, selbst auf den etwas stärkeren Konsolen, wie z.B. der Playstation 4 Pro. Diese Diashows sind aber wirklich nur die Ausnahme und können den sonst mehr als soliden Gesamteindruck nur gering schmälern. Während wir in den Tauchgängen selber größtenteils eher den Klängen unserer Umgebung ausgesetzt sind, können wir in unserem U-Boot zwischen den Einsätzen etlichen lizenzierten Songs lauschen, die kleine und große Namen bereithalten. So sind u.a. Jazz-Legende Miles Davis und The Flaming Lips vertreten, aber auch Indie-Perlen, wie die kenianische Rapperin Muthoni Drummer Queen oder The Marias, haben Songs beigesteuert. Bei den Sprechern hat man sich ebenso einige Namen wortwörtlich mit ins Boot geholt. So wird unsere Protagonistin von Anna Akana (Ant-Man) und ihre Kollegen jeweils von Hakeem Kae-Kazim (Black Sails), Mira Furlan (Lost) und Ally Makin (Toy Story 4) gesprochen, die hier alle einen fantastischen Job abliefern. Gerade Anna Akana verleiht der wissbegierigen Mirai ihre Persönlichkeit und ihren Charme.

Fazit:
Beyond Blue hat wie bereits angesprochen einen Bildungsauftrag und dieser wird in den gut zwei bis drei Stunden Spielzeit auch wunderbar umgesetzt. An jeder Ecke erfahren wir wissenswertes über die Flora und Fauna unter dem Meeresspiegel, ohne es dabei wirklich auf die Augen gedrückt zu bekommen. Auch bei den Dialogen kann der Titel überzeugen, da alle Charakter glaubwürdig rüberkommen, was zu großen Teilen dem sehr guten Voice-Cast zu verdanken ist. Nur bei dem eigentlichen Gameplay kommt es sehr schnell zu ständigen Wiederholungen, was selbst bei der eher kurzen Spielzeit für Ermüdungserscheinungen sorgt. Nichtsdestotrotz überzeugt Beyond Blue genau da, wo der Schwerpunkt liegt, nämlich als interaktive Natur-Dokumentation. Für Freunde der Thematik, die einfach mal abschalten wollen, ist der Titel daher ein absolutes Muss.

Beyond Blue ist seit dem 11. Juni für PC, Playstation 4 und Xbox One erhältlich. Getestet wurde die Playstation 4 Pro Version.

(getestet von Para)

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