Impire: Einmal Dämonenlord sein

In bester „Dungeon Keeper“-manier übernehmen wir in Cyanide Studios (u.a. Of Orcs and Men) neuestem Spiel die Verwaltung über unser persönliches Verlies, bzw. nicht über unser Verließ, sondern über das des Dämonen Baʿal-Abaddon, der im Auftrag des schusseligen Hexenmeisters Oscar von Fairweather das Königreich von Babarbia unterjochen soll.

Das es Oscar dabei in erster Linie um Rache und Liebe geht, kann unserem kleinen Dämon – seine Inkarnation ward etwas misslungen – egal sein.

Hier ihre Schlüssel
Einen Dungeon aufzubauen gestaltet sich durch drei im Spiel vorhandene Ressourcen, dies wären Gold, Nahrung und Steine, mehr als einfach. Während Steine in erster Linie zum Bau von Räumen und zur Rekrutierung einiger Monstertypen Verwendung findet, werden die Nahrungsmittel nur für Einheiten, ebenso das Gold nur zur Squadbildung benötigt. In letzterem Fall lassen sich einzelne Unterweltbewohner (Berserker, Priester, Zwerge etc.) zu einem Trupp zusammenschließen. Dieser, wie die Monster selber kann dabei auch aufleveln und eine höhere Kampfkraft erhalten.
Monster, die wiederum keinen Platz mehr in einem Squad gefunden haben, dürfen sich entweder per Follow-Befehl in der Obhut des Baʿal-Abaddon, von Oscar liebevoll Todschläger genannt, sonnen oder per Patrouillenbefehl durch das Dungeon wuseln.

Die Dungeon müssen je nach Kampagnenmission jedes Mal neu aufgebaut werden. Mit fortschreitender Geschichte werden sich aber neue Gebäude im Baumenü finden lassen, die vorerst durch das Einsätzen von Erfahrungspunkten im sogenannten Index Dungeonis aktiviert werden müssen. Dort lassen sich auch Fallen, die leider kaum nutzen im Spiel haben, als auch Spezialrunen, welche jedoch erst durch Kampagnenfortschritt ergattert werden, aktivieren.

Unter den Räumen finden sich Vorratskammern, Folterkammern und Gefängnisse, eine Küche, welche die Moral der Untergebenen, die jedoch manuell zum Mampfen geschickt werden müssen, aufrechterhält und und und. Einige Räume erlauben das züchten spezieller Monster, andere, wie die Werkstatt, dass Ausrüsten eurer schlagkräftigen Bande.

Levelgewinn eurer Einheiten geschieht auf drei Wegen. Erstens kann der Untergrund erkundet werden, denn dort finden sich Schätze und Monster versteckt. Zweitens bietet es sich an, auf der Oberwelt Raubzüge durchzuführen, dort hat der Spieler jedoch keinen direkten Einfluss auf deren Verlauf. Last but not least, von Zeit zu Zeit werden Helden in euer gemütliches Verließ einfallen, deren Ermordung euren Grünheuten Erfahrung einbringt.

In jeder Kampagnenmission warten mindestens eine Hauptquest und mehrere Nebenquests auf euch, letztere schalten sich meist erst nach einigen Fortschritten im Gameplay frei und erlauben manchmal mehrere Lösungswege, bzw. können auch scheitern. Für die Kampagne hat dies jedoch keine Konsequenzen.
Im Moment etwas Bugbelastet, ist es dennoch auch möglich, die Kampagne im Koop-Modus mit bis zu drei Freunden zu spielen. Unterschiedliche Multiplayermodi laden auch zu kompetitiven Matches ein.

Reich und Böse
Optisch kommt Impire in einem cartoonigen Stil daher und macht dort auch keinen Hell draus. Alleine Hexenmeister Oscar suggeriert durch seine Gestik eine Hommage an Dr. Evil aus den Austin Powers-Filmen und auch der kleine Todschläger hat steht’s ein freches Grinsen auf den Lippen, während er seine Hände schehmend spielen lässt. Dementsprechend sind die englischen Sprecher auch alle recht humoristisch im Einsatz und können dadurch, trotz fehlender Lippenbewegung ihren Charakteren Leben einhauchen. Von der Sprachausgabe abgesehen, kommt das Spiel komplett mit deutschen Texten daher. Hier und da finden sich aber noch einige Skriptfehler, die den Text nicht richtig anzeigen.

Die Soundeffekte von Impire tun ihre Pflicht, sind aber nicht sonderlich erinnerungswürdig, das gleiche gilt auch für die Musik.

Fazit
Impire von den Cyanide Studios ist ein netter Zeitvertreib geworden und sollte allen Fans von Dungeon Keeper zumindest ein paar Stunden Spielspaß bieten. Auf Dauer lässt sich das System aber leicht ausnutzen und so geht nach einiger Zeit die taktische Tiefe verloren. Fehlender Nutzen für Fallen und der geringe Nutzen der Ressource Gold lassen des Weiteren ein paar Designschwächen erkennen, die noch ein wenig Feinschliff benötigt hätten. Das direkte Eingreifen ins Geschehen, die unterhaltsame, lange Kampagne und das rollenspielartige Questen sollten dem geneigten Spieler aber ein kleiner Anreiz sein, sich einmal selbst in die Kerker von Ardania zu wagen.