Im Test: Until Dawn: Rush of Blood (PSVR)

Aus dem Nichts erschien letzten Sommer der packende Teenie-Slasher Until Dawn und avancierte zu einem regelrechten Geheimtipp für Adventure- und Horrorfans. Supermassive Games lehnten sich nach dem Release nicht zurück, sondern werkelten alsbald an dem Spin-off Rush of Blood, exklusiv für PSVR. Wie uns die Achterbahnfahrt gefallen hat, erfahrt ihr im Test.

Kurze Rekapitulation der Geschichte des Hauptspiels: Bei Until Dawn schmeißen paar Jugendliche eine Trauerparty in einer verlassenen Skihütte. Zwei Freundinnen sind dort das Jahr zuvor unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen. Alkohol und Sex dienen der Verarbeitung, aber tote Indianer, Geister, Monster, Psychopathen und Psychiater stören das sorglose Zusammensein.

Bei Rush of Blood wird das Thema aufgegriffen. Oder eher angekratzt. Man startet in einer Achterbahn in einem Vergnügungspark und wird von einem Psychiater im bunten Kostüm empfangen. Man erhält zwei Pistolen und schießt Plastikenten bei den einzelnen Jahrmarktbuden ab. Dann wird eine Weiche falsch gestellt und schon fahren wir durch alptraumhafte Geisterbahnen mit Horrorclowns, Zombies und toten Schwestern, die sich irgendwo, wenn auch oft minimal, an das große Hauptspiel anlehnen.

Mit zwei Wummen bewaffnet haben wir zwei Ziele vor Augen. Zum einen wollen wir die Fahrt überleben, zum anderen dabei unsere Punktzahl in den Himmel schießen lassen. Das heißt im Klartext, wir schießen auf alles, was sich bewegt und auch auf alles andere, was im nächsten oder entferntesten Sinn eine Zielscheibe darstellen könnte. Ab und an lehnen wir uns noch zur Seite oder vor und zurück um Fallen auszuweichen.

Wenig spektakuläres Gameplay, aber erlebt das erst einmal in VR! Im zweiten der sieben Level erwartet uns ein blutgetränktes Schlachthaus. Schweine grunzen halbtot hängend um ihr Leben, Rotorsägen schwirren wenige Zentimeter an euch vorbei und dunkle Gestalten mit Äxten laufen grinsend auf euch zu, während immer wieder geisterhafte Visionen direkt vor euren Augen auftauchen. Das ist krasser Mittendrin-Horror, den man in der Intensität zuvor nicht kannte.

Betrachtet man den günstigen Preis, können sich Umfang und Produktionsaufwand absolut sehen lassen. Ist das Spiel erstmal beendet, kann man sich auf höheren Schwierigkeitsgraden beweisen, Highscores knacken und optionale Ziele und Wege verfolgen. Etwas schade, dass die Story, wenn man das so nennen kann, sich nicht stärker an der Vorlage bedient und weiter ausgearbeitet wurde.

Das Tracking funktioniert dabei gut, sowohl mit Pad als auch mit zwei Move Controllern, die hier definitiv zu bevorzugen sind. Für Übelkeit können allenfalls die rasanten Achterbahnpassagen sorgen, die sich aber in ihrer Zahl gutmütig zeigen. Technisch ist Until Dawn: Rush of Blood ein sehr sauberes PSVR-Spiel mit relativ wenig Kantenflimmern.

Fazit:
Until Dawn: Rush of Blood ist ein exzellenter PSVR-Einstieg. Der Rail-Shooter eignet sich auch für schwächere Mägen und demonstriert eindrucksvoll wie sehr einige Genres von der Technik profitieren. Also legt eine Ersatzunterhose bereit und traut euch an diesen gruseligen Jumpscare-Exzess. Pflichtkauf für PSVR-Besitzer.

(getestet von eape)