Im Test: Serious Sam Double D XXL

Serious Sam ist mittlerweile zu einer festen Größe bei Xbox Live Arcade geworden. Bei seinem neusten Auftritt mit dem Beinamen „Double D XXL“ sind Anspielungen natürlich vorprogrammiert…

Beim aktuellen Ableger wenden sich die Entwickler wieder den 2D-Umgebungen zu und bieten uns einen Mix aus Side-Scroller, Plattformer und Jump N‘ Run. Natürlich erwartet uns auch bei dieser Auflage wieder jede Menge Action: Riesige Gegnerhorden – darunter Klassiker wie der kopflose Kamikaze – und auch einige große Bossgegner.

Das ist nicht ernst gemeint
Wie bei allen Serious Sam-Teilen ist die Geschichte nicht wirklich ein Kernelement des Spiels, zumindest gilt die Devise, nicht alles ernst zu nehmen, was man auf dem Bildschirm entdecken kann.
Zu Beginn steigt man natürlich in den Kampagnenmodus ein, der insgesamt 21 Levels bietet, die alle relativ kurz gehalten sind. Das Prinzip innerhalb eines Levels ist stets identisch: Es geht von links nach rechts durch die Gegnermassen mit einer der zahlreichen Waffen, die man während des Spielverlaufs freischalten kann. Wer besonders gut hinschaut, der kann an einigen Stellen Geheimgänge entdecken, die z.B. spezielle Waffen oder sogenannte „Gun-Stacker“ freischalten. Mit solchen Objekten lassen sich an den Speicherpunkten eines Levels, die übrigens sehr fair verteilt sind und selbst im Kampf das Speichern ermöglichen, mehrere Waffen kombinieren. Kettensäge mit Maschinengewehr und Granatenwerfer? Kein Problem! Auf Tastendruck feuern gleich alle drei Waffen los. Dazu gibt es beim Händler die Möglichkeit, Aufwertungen wie z.B. abprallende Schüsse für die Waffen zu kaufen. Eine witzige und nette Idee!

Wenn da nicht was wäre…
Noch mehr Spaß bringt es sicherlich, wenn man sich im lokalen Koop-Modus ins Gefecht stürzt. Außerdem bietet das Spiel freischaltbare Herausforderungslevels sowie „1 gegen 1“-Arenen. Der Umfang ist für 800 MS-Punkte also soweit okay, wenn denn die Rahmenbedingungen stimmen würden. Und hier verdient der Titel leider keine Pluspunkte. Denn das Gameplay ist so repetitiv, dass es innerhalb kürzester Zeit zur Langeweile tendiert. Hinzu kommt das Problem der genretypischen Unübersichtlichkeit besonders zum Tragen. Die Steuerung ist zwar frei konfigurierbar, aber stets zu unpräzise und etwas unhandlich, um souverän in den Gefechten agieren zu können. Auch grafisch haut uns das Gesehene jetzt nicht vom Hocker. Einen weiteren Minuspunkt kassiert Serious Sam bei der Umsetzung: Das Spiel bietet englische Sprachausgabe mit deutschen Bildschirmtexten, die allerdings nicht alle lokalisiert zu sein scheinen. Wo war da die Qualitätskontrolle?

Fazit:
„Serious Sam Double D XXL“ macht nicht wirklich viel falsch – aber es fehlen eben auch die klaren Höhepunkte. In Erinnerung bleiben nach unserem Testlauf das nette „Gun-Stacker“-System und die sehr fairen Speicherpunkte gepaart mit einer Prise Schlampigkeit bei der Umsetzung. Serious Sam-Fans können dem Titel sicherlich mehr abgewinnen als XBLA- und Genrefans. Aber wirklich verpasst hat man nichts, wenn man das Spiel auslässt.

(geschrieben von Timo, XBLAnews.de)